Liesten l Die Westaltmärker des SV Liesten warfen etwas überraschend, aber völlig verdient den Landesligisten SV 09 Staßfurt mit einem 3:1 (1:1) aus dem Wettbewerb.

Attraktive Lose in Runde zwei

„Ein paar Lose gibt es ja noch. Halberstadt, den FCM oder den HFC zum Beispiel. Auch ein Verbandsligist wäre attraktiv“, äußerte sich Liestens Trainer Michael Piotrowski, der aufgrund der Einschulungsfeierlichkeiten im feinen Zwirn erschien, in Bezug auf einen möglichen Wunschgegner in der zweiten Runde. „Dass wir nicht ganz chancenlos sind, hat man heute gesehen“, fügte Piotrowski selbstbewusst an. Mit Staßfurt schaltete der SVL einen ambitionierten Landesligisten aus, der sich die Aufgabe im Waldstadion womöglich etwas einfacher vorgestellt hatte und einen Klassenunterschied nicht erkennen ließ.

Die Liestener studierten den Gegner, der jede Partie mit der Kamera aufzeichnen lässt, genau und zeigten sich deshalb gut eingestellt. Gegen einen Matthias Härtl, der bereits über Oberligaerfahrung verfügt, zu verteidigen, ist allerdings nicht einfach. Das zeigte sich in Minute drei. In typischer Mittelstürmermanier behauptete Härtl das Leder gegen gleich mehrere Liestener und schloss wuchtig und unhaltbar für Dawid Szczerbik zum 1:0 (3.) ab. Ein ganz bitterer Schlag für die Platzherren, die sich doch einiges vorgenommen hatten. Allerdings behielten sie die Köpfe oben und antworteten nach dem Motto „Jetzt erst recht“. Nach einem Eckball von René Mangrapp kam Steven Beck fast ungehindert zum Kopfball und markierte das umjubelte 1:1 (5.).

Zwei Chancen

Nach diesem recht turbulenten Beginn verlagerte sich das Geschehen ins Mittelfeld. Die beiden Teams neutralisierten sich und konnten noch jeweils eine Chance vor dem Kabinengang verbuchen. Wirklich gefährlich waren aber weder der Distanzschuss von Staßfurts Marcel Mähnert (32./drüber) noch der Versuch vom Liestener Stephan Benecke nach einem Eckball von Henning Glameyer (36./Außennetz).

Viel taktiert wurde auch nach Wiederbeginn auf beiden Seiten. Eine sichere Defensive war das A und O. Speziell auf Liestener Seite hinterließ die Hintermannschaft einen sehr soliden Eindruck. Auch wenn die Staßfurter den Druck nun erhöhten und mehr und mehr die Initiative ergriffen, hielt das SVL-Bollwerk stand. Erst nach einem Stockfehler von Pawel Kijewski kam Benjamin Kollmann nach gut einer Stunde einmal zum Abschluss, doch Szczerbik machte sich ganz breit und rettete (59.). Mehr kam vom überraschend ideenlosen Landesligisten in der Offensive nicht. Die Piotrowski-Elf blieb ihrer Marschroute treu. Nach Ballgewinnen ging die Post ab. So auch in Minute 69. Nach einem Doppelpass von Beck und Benecke bediente Letztgenannter René Mangrapp, der die Kugel ganz überlegt an Philipp Beier vorbei in die Maschen legte – 2:1.

Gäste in Unterzahl

Nun konnten sich die Mannen um Kapitän Matthias Wiese noch einen Tick weiter zurückziehen. Staßfurt wurde natürlich noch offensiver, doch die Liestener Defensive warf sich immer wieder tapfer dazwischen und ließ nicht einen einzigen gefährlichen Torabschluss zu. Immer wieder konnte sich die Piotrowski-Elf irgendwie befreien – selbst wenn die Bälle dabei auch mal im angrenzenden Wald landeten. Beim SVS äußerte sich der Frust über einen insgesamt enttäuschenden Auftritt in einer völlig unnötigen Aktion von Chris Matthias Horstmann, der dafür die „Ampelkarte“ (90.+2) kassierte.

In Überzahl fuhr Liesten noch einen blitzsauberen Konter. Der gerade eingewechselte Neuzugang Marc Sokolowski tauchte völlig frei vor dem gegnerischen Schlussmann auf und schloss ganz cool zum 3:1 (90.+5) ab. Klar, dass jeder einzelne Kollege dem Joker noch einmal persönlich gratulierte. Schiedsrichter Christopher Bethke pfiff die Partie gar nicht mehr an. Der SV Liesten 22 siegte verdient, erhöhte seine Chancen auf ein großes Los der Marke VfB Germania Halberstadt, 1. FC Magdeburg oder Hallescher FC in Runde zwei und gab Trainer Michael Piotrowski gleich doppelten Grund zum Feiern.

SV Liesten 22: Szczerbik – Wiese, Kijewski (74. Bresch), R. Mangrapp, Kordus, Bierstedt (38. Böhm), He. Glameyer, Schröder, Ha. Glameyer, Benecke (90.+3 Sokolowski), Beck.

SV 09 Staßfurt: Beier – Nagel, Stein, Moye, Härtl, Bolze (85. Möller), Kollmann, Schmidt, Horstmann, Mähnert (72. Müller), Härtge (74. Stachowski).

Torfolge: 0:1 Matthias Härtl (3.), 1:1 Steven Beck (5.), 2:1 René Mangrapp (69.), 3:1 Marc Sokolowski (90.+5).

Schiedsrichter: Christopher Bethke.

Vorkommnis: Gelb-Rote Karte gegen Chris Matthias Horstmann (90.+2/SV 09 Staßfurt).

Zuschauer: 90.