Oebisfelde l Zwar soll die neue Saison in der Mitteldeutschen Oberliga (MDO) der Männer erst in knapp acht Wochen starten, konkret am 26. September, doch die Truppe des SV Oebisfelde steht seit dem 1. Juli bereits wieder auf der Platte und trainiert.

SVO bereitet sich gezielt vor

Der zeitige Trainingsbeginn hat natürlich einen Hintergrund. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Mannschaft von Trainer Christian Herrmann ab Mitte März, das letzte Spiel war am 7. März (32:19-Sieg in Köthen), nicht mehr gemeinsam üben. Nur individuelles Training war angesagt. Außerdem stehen die Allerstädter vor einer außergewöhnlichen Spielserie.

Da es wegen des Virus keine Absteiger aus der MDO gegeben hat, erhöhte sich die Anzahl der Mannschaften auf 17. Normalerweise sind 14 Teams in der Liga vertreten. Verantwortliche des Mitteldeutschen Handballverbandes (MHV) sprechen daher von einem „Mammutprogramm“.

Bilder

Doppelspieltage in der Oberliga

„Durch den Spielabbruch der Saison 2019/20 und die Festlegungen des Deutschen Handballbundes starten die MDO der Männer mit 17 Mannschaften und die MDO der Frauen mit 12 Mannschaften. Um im Männerbereich die Spieltage unterzubringen, waren auch die Ansetzungen von 4 Doppelspieltagen notwendig. Zu loben ist die hohe Disziplin bei der Planung der Spieltermine. So ist nur noch wenig Nacharbeit notwendig“, informierte der MHV auf seiner Hompage.

Training wird intensiviert

Aufgrund diverser Corona-Lockerungen konnte die Herrmann-Sieben wie erwähnt am 1. Juli das Training in der Hans-Pickert-Halle wieder aufnehmen. „Uns war aber vorerst nur eine Trainingseinheit in der Woche erlaubt. Ab der kommenden Woche sind dann drei Einheiten erlaubt. Wir können daher montags, mittwochs und donnerstags trainieren“, berichtete Teammanager Florian Seiler.

Bei den ersten Einheiten steht zunächst wie üblich die Kondition im Mittelpunkt. „Mit Blick auf die lange Saison ist die Kondition natürlich ein äußerst wichtiger Faktor“, betonte Übungsleiter Herrmann. Eingebunden in die schweißtreibenden Mühen ist dabei auch das erste Trainingslager vom 7. bis 9. August in der Landessportschule in Osterburg.

Vorbereitungsspiele geplant

In Osterburg wollen die Oebisfelder dann auch ihr erstes Testspiel bestreiten. Gespielt werden soll gegen den brandenburgischen Verbandsligisten PHC Wittenberge.

Weitere Vorbereitungspartien sind am 6. August und 5. September jeweils gegen den niedersächsischen Oberligisten VfB Fallersleben vorgesehen. „Zu den Testspielen, sofern sie in der Hans-Pickert-Halle ausgetragen werden, werden allerdings keine Zuschauer zugelassen. Das tut uns natürlich leid, aber der Aufwand mit den hygienischen Auflagen beziehungsweise das Erfassen der Daten von Gästen wäre für uns zu groß“, so Florian Seiler.

In die „heiße Phase“ wechseln die SVO-Männer dann aber ab dem 12. September. Dazu Trainer Herrmann: „Am 12. und 13. September wollen wir unser zweites Trainingslager in eigener Halle durchziehen und uns dabei auf die neue Spielserie einschwören.“

Doppelspieltage werden simuliert

Eingebettet in die „heiße Phase“ ist auch ein „Testlauf“, wie es der SVO-Trainer formulierte und konkretisierte: „Wir treffen am 11. September in Magdeburg auf die A-Jugend des SC Magdeburg und am 12. September auf den MTV Vorsfelde. Mit diesen zwei Begegnungen wollen wir die anstehenden Doppelspieltage simulieren.“

Meichsner beendet Laufbahn

Beim Testen nicht mehr dabei sind indes einige Akteure, die in der vergangenen Saison noch das SVO-Trikot übergestreift hatten. An erster Stelle ist der verdienstvolle Michael Meichsner zu nennen. Der 32 Jahre alte Akteur, der zumeist im linken Rückraum zum Einsatz kam und in der Defensive seinen Mann stand, stieß einst vom HV Solpke/Mieste zu den Oebisfeldern. Nun beendet er seine Laufbahn.

Das ist für den um einige Jahre jüngeren Tim Schroeter noch kein Thema. Aber auch er wird für den SVO nicht mehr auflaufen. Der in Salzwedel ausgebildete Rückraum-Mann, wie Michael Meichsner agierte er auf der halblinken Seite, hat sich dem VfB Fallersleben angeschlossen. „Für adäquaten Ersatz im linken Rückraum, insbesondere mit Vollstrecker-Qualitäten aus der zweiten Reihe, konnten wir leider nicht sorgen. Diese Position ist schon ein Problem“, unterstrich Christian Herrmann.

Phil Schliephake und Janis Koch werden vorläufig ebenfalls nicht mehr für die Oebisfelder spielen. Sie legen aus privatem Grund und wegen des Studiums eine Pause ein.

Drei Neuzugänge

Den Abgängern beziehungsweise den Pausierenden stehen drei „echte“ Neuzugänge gegenüber. Linkshänder Christoph Borzucki, 23 Jahre alt, wechselte von der Verbandsliga-Sieben der HSG Osterburg an die Aller und soll auf der rechten Seite für Druck und Tore sorgen.

Das ist auch das Ziel von Moritz Drebenstedt. Allerdings von der Kreisposition aus. Der ebenfalls 23 Jahre alte Kreisläufer ist vom niedersächsischen Verbandsligisten HSV Warberg/Lelm gekommen.

Aus der Verbandsliga kommt auch Maximilian Kleist - Neuzugang Nummer drei. Doch ganz so neu ist er nicht. Der 25-Jährige erlernte beim SVO das Handball-Abc, wechselte dann zum damaligen HV Solpke/Mieste, gab ein kurzes Gastspiel beim SV Oebisfelde II und entwickelte sich dann, nach seiner Rückkehr nach Mieste, zum Führungsspieler der jetzigen HSG Altmark West.

Seine Position ist die Mitte. Auf dieser sind die Oebisfelder nun überdurchschnittlich gut besetzt. Denn neben „Alt-Regisseur“ Alexander Vogel können auf der Mitte auch Erik Breiteneder, Oliver Meinel oder Florian Kamm das Spiel dirigieren.

Im Kader der Ersten stehen auch Karl Breiteneder und Alexander Keller von der SVO-Reserve, die in der Verbandsliga spielt. Beide Akteure könnten auflaufen, wenn sich bei der MDO-Sieben personelle Engpässen abzeichnen sollten.

Klassenerhalt ist das Ziel

Gemeinsam haben alle SVO-Akteure indes ein Ziel: den Klassenerhalt. „Wir sind zwei Serien hintereinander, aufgrund welcher Umstände auch immer, nicht abgestiegen. Wir wollen es wieder packen. Aber es wird für alle Mannschaften eine harte Saison. In diese wollen wir bestens gewappnet gehen“, betonte Christian Herrmann.

Die Saison geht bis zum 26. Juni 2021. Vorgesehen sind vier Regelabsteiger.