Oebisfelde l Die Frauen des SVO erwarten als Landespokalsieger in der erste Runde des DHB-Pokals den Frankfurter HC aus der 3. Liga Ost. Anwurf ist um 16 Uhr. „Natürlich wussten wir, wenn wir für den DHB-Pokal melden, dass wir einen starken Kontrahenten zugelost bekommen werden. Mit dem Frankfurter HC ist das meiner Meinung auch geschehen“, sagte SVO-Trainer Christian Herrmann und merkte an: „Natürlich geht meine Mannschaft als krasser Außenseiter in die Begegnung. Das bedeutet aber nicht, dass wir vor Ehrfurcht erstarren. Wir wollen den Frauen von der Oder schon selbstbewusst Paroli bieten.“

Zurückgreifen kann der SVO-Übungsleiter dabei nicht auf den kompletten Kader. Fehlen werden Beatrice Franke und Maike Stöter. Sie weilen derzeit im indonesischen Jakarta als Helfer bei den Asienspielen.

Frankfurter favorisiert

Das Ziel der Gäste ist selbstverständlich der Einzug in die nächste Pokalrunde. Und das sollte dem FHC, der in der vergangenen Saison in der Oststaffel von Liga drei auf dem fünften Rang landete, sicherlich auch gelingen. Alles andere wäre eine Handball-Sensation.

Trainiert werden die Gäste seit dieser Saison von Wolfgang Pötzsch. Der inzwischen 70 Jahre alte Handball-Fachmann löste Daniela Filip ab und dürfte Kennern der Szene auch noch als Aktiver bekannt sein. Pötzsch hütete für die Männer des ASK Frankfurt/Oder das Tor, wurde mit dem Team DDR-Meister und Gewinner des Europapokals der Landesmeister (heute Champions-League). Nach Ende seiner Laufbahn trainierte er unter anderem die ASK-Frauen und fuhr mit ihnen mehrere DDR-Meisterschaften ein.

2004 Deutscher Meister

Apropos Meisterschaften. Die Frankfurterinnen wurden 2004 auch Deutsche Meisterinnen und feierten auf europäischen Parkett ebenfalls Erfolge. Anschließend wurde es um die Mannschaft ruhiger. 2013 musste der FHC sogar Insolvenz anmelden. Der Verein blieb aber bestehen und versucht sich nun in der 3. Liga wirtschaftlich und sportlich zu konsolidieren.

Für den SVO ist das Pokalspiel indes auch ein finanzielles Wagnis. „Das war uns im Vorfeld bekannt. Doch wir waren einstimmig der Meinung, dass sich unsere Frauen dieses Spiel verdient haben“, erzählte SVO-Spartenleiterin Steffi Müller.

So muss der SVO laut Pokalordnung zehn Prozent der Einnahmen an die Handballbundesliga der Frauen abführen. Außerdem muss der SVO dem FHC, ebenfalls laut der Pokalordnung, Fahrtkosten, konkret 1,10 Euro pro Kilometer, erstatten. „Nach meiner Rechnung werden zirka 638 Euro fällig. Hinzu kommen dann auch noch die Schiedsrichterkosten im dreistelligen Bereich. Daher haben wir uns entschlossen, die Eintrittskarten für sieben Euro zu verkaufen. Der ermäßigte Eintritt beträgt fünf Euro. Ich hoffe trotzdem auf die Unterstützung unserer Fans. Denn wie erwähnt, dieses Spiel hat sich die Mannschaft verdient“, so Steffi Müller.