Salzwedel l „Winter adé“ heißt es auch schon seit geraumer Zeit für die Seitenwagen-Crosser Eddie Janecke und Gordon Bothur vom MSC–Letzlingen.

Wobei man von direktem Winterschlaf keineswegs reden mag, denn nach der Saison ist und war für das Team bekanntlich vor der Saison.

So wurde natürlich viel an Mensch und Maschine trainiert und gewerkelt. Der neue LKW wurde in akribischer Kleinarbeit zerlegt und motorsportlich hergerichtet, wobei nicht nur das gesamte Team, sondern viele fleißige Helfer Hand anlegten. Selbst Opa Janecke konnte seinen malerischen Künsten freien Lauf lassen.

Fokus auf Kondition und Fitness

Um die körperliche und konditionelle Fitness zu stählen, hatte man sich etwas ganz spezielles ausgedacht. Unter der Leitung vom „Altmeister der Athletik“ Reiner Scherenberg entwickelte dieser ein Trainingsprogramm, was dem Drill eines Sondereinsatzkommandos der Army ähnelte und wöchentlich zwei- bis dreimal mit anfänglichem Schmerz durchgezogen wurde. Bei der Technik hielt man beim alt bewährtem fest - ein MEGA-Zweitakt Triebwerk im WSP Fahrgestell.

„An dieser Stelle ist es Zeit, einen großen Dank an alle Unterstützer der Region, die es uns möglich machen, die Saison Bestreiten zu dürfen, auszusprechen, so Detlef Schumann“.

Premiere in Schnaitheim

Und so ging es dann nach einigen Freiluft-Trainingseinheiten am 23. März 2019 zum ersten Lauf der internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) ins Baden-Württembergische Schnaitheim.

Auf einer vom langen Regen durchweichten Hartbodenstrecke kam es schon in Runde drei des ersten Laufes der Gespanne zu einem Überschlag ohne weitere Schäden, aber am Ende blieb nur Platz 15 für Janecke/Bothur.

Nach mäßigem Start folgt ein zweiter Platz

Der zweite Lauf konnte dann im harten Kampf und einer fast unbefahrbaren Strecke mit dem neunten Platz und wertvollen Punkten für die Meisterschaft nach Haus gefahren werden.

Ganz anders lief es dann Am 31. März 2019. Dort zog es den Tross der Seitenwagen–Crosser ins brandenburgische Hänchen bei Cottbus. Dort fand man auch den Boden vor, der den beiden Letzlingern mit der Startnummer 23 voll in die Karten spielte: Sand, Sand und nochmals Sand. Und so war dann auch ein vierter Platz für Janecke/Bothur ein absolutes Achtungszeichen für alle Teams im Zeittraining.

Achtungszeichen für internationale Konkurrenz

Nun wäre ja eine Internationale Deutsche Meisterschaft ohne internationale Beteiligung nicht hochkarätig interessant. Und da standen sie nun am Startgatter. An die 30 Gespanne, gespickt mit Cracks aus Deutschland, Belgien, Estland, Lettland und Tschechien, hatten sich mit Adrenalin bis in die Haarspitzen aufgepumpt und dem Drang, als die Ersten die Startkurve zu erreichen aufgereiht.

Das Gatter fiel und Janecke/Bothur bewiesen erneut, dass sie zu den Schnellstartern der Liga gehören, der MEGA brüllte, und die beiden kamen als Dritte in der ersten Auffahrt um die Ecke geschossen. Nach etlichen Positionswechseln an der Spitze und einer konditionellen Höchstleistung konnte Team 23 nach schweren 30 Minuten plus 2 Runden im tiefen Sand von Hänchen den zweiten Platz unter dem Jubel der Fans sicher nach Hause fahren.

Der zweite Lauf wurde natürlich auf der gleichen Bahn, nur ohne Streckenkosmetik, ausgetragen. Dazu kamen noch genervte WM-Cracks, die im ersten Lauf - auch gegen Janecke/Bothur - das Nachsehen hatten. Aber die beiden Letzlinger ließen es auch im zweiten Umlauf konzentriert und selbstbewusst angehen.

Startgatter runter, Janecke zieht am Gas und Platz vier in der ersten Ecke. Nachdem die Strecke nun eher einer Mondlanschaft ähnelte und man ganze Gespanne im tiefen Sand hätte eingraben können, kamen beide nach vielen harten Kämpfen an der Spitze auf einem sehr guten vierten Platz ins Ziel. Der Drill im Winter hatte sich gelohnt.

Erste WM-Punkte für Janecke/Bothur

Podiumsplatz zwei in der Tageswertung mit vielen wichtigen Punkten für die Meisterschaft war gesichert.

„Das gesamte Team stand mit geschwellter Brust am Siegerpodest und so manch einer hatte Pippi in den Augen“, schilderte Schumann seine Beobachtungen.

Viel Zeit zum Ausruhen blieb dem altmärkischen Gespann nach diesem erfolgreichen Rennen allerdings nicht, denn der Kalender ist gespickt mit vielen Terminen zur DM, wie auch Internationalen Läufen zur Weltmeisterschaft.

So ging es für Team 23 am vergangenen Sonntag zum WM-Auftakt ins belgische Lommel. Und dort ging es für Janecke/Bothur mit Startnummer 23 wieder in den tiefen Sand. Dabei erzielten die beiden in einem erlesenen Feld einen 16. und einen 15. Platz in den jeweiligen Läufen. In der WM-Gesamtwertung rangieren die Letzlinger nunmehr mit elf Punkten auf Platz 14.