Salzwedel/Letzlingen l Nach einer sehr anstrengenden aber auch überaus erfolgreichen Saison befinden sich die beiden Sidecar-Crosser Eddie Janecke und Gordon Bothur vom MSC Letzlingen nun in der verdienten Winterpause. Doch nach der Saison ist irgendwie auch wieder vor der Saison.

Nach dem dritten Platz in der Endabrechnung der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Seitenwagen Moto-Crosssport galt zum Ende der diesjährigen Saison die Konzentration dem letzten WM-Lauf in Rudersberg (Baden-Würtemberg) am 15. September 2019.

33 WM-Punkte bringen 27. Gesamtplatz

Gesetztes Ziel vom Team Janecke/Bothur vom MSC Letzlingen war es, ihr WSP-MEGA Gespann über die Qualifikation an das Startgatter und somit in die wertvollen Punkte zu katapultieren. Bei bestem Moto-Cross Wetter am Sonnabend erkämpften die beiden mit der WM-Startnummer 176 einen neunten Platz in ihrer Gruppe - und somit auch die Direktqualifikation für den WM_Lauf am Sonntag. Ein erster Teilwerfolg war damit praktisch bereits eingefahren.

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Am Sonntag, bei wiederum herrlichem Spätsommerwetter, war es dann auf dem schweren und hakeligen Kurs von Rudersberg ein hervorragender 16. Platz im ersten und nach weiteren 30 Minuten plus zwei Runden ein 17. Platz im zweiten Umlauf.

Die damit schwer erkämpften neun Punkte, übrigens als bestes deutsches Team, brachte Eddie Janecke und Gordon Bothur auf WSP/MEGA einen 27. Platz in der WM-Liste 2019 ein.

Punktausbeute lässt sich sehen

„Wenn man bedenkt, dass die beiden vom MSC Letzlingen von den zu fahrenden 14 WM-Läufen nur fünf Rennläufe bestritten haben, gilt den erkämpften 33 Gesamtpunkten allerhöchsten Respekt“, so Teammitglied Detlef Schumann.

Nationen-Cup als Höhepunkt

Der absolute Höhepunkt einer jeden Saison war dann wie immer der Nationen-Cup der besten Seitenwagen-Crosser Europas. Und schon wie im letzten Jahr wurde das Team Janecke/Bothur auf Grund ihrer beständigen Gesamtjahresleistung in die Deutsche Nationalmannschaft nominiert, um neben Team Sebastian Engelbrecht/Nick Maas sowie Adrian Peter/Miroslav Zatloukal für Deutschland um die Punkte zu kämpfen.

Austragungsort und Gastgeber war am 6. Oktober 2019 der MC Schwedt/Oder mit einer Streckencharakteristik zwischen Sand und Lehm, vielen Kurven und Sprüngen sowie optimaler Sicht für Zuschauer.

Zu den Quali-Renen am Sonnabend war Wettergott Petrus noch nicht auf der Seite der Seitenwagen-Cracks. Er ließ die Schleuse offen bis er merkte, dass die Jungs da unten auf der Strecke einen super Job machten. Er klopfte bei Frau Sonne an, und beide klatschten am Sonntag Beifall für die gezeigte Leistung der 13 Teams aus ganz Europa.

Gefahren wurde in drei Gruppen mit jeweils drei Teams pro Nation im Modus Jeder gegen Jeden“. Und wer am Ende die wenigsten Punkte auf dem Zettel hatte, ist Mannschafts-Europameister.

„So gesehen war die Aufgabe also ganz simpel. Ran an das Startgatter und am Seil ziehen und 25 Minuten plus zwei Runden volle Hütte“, so Detlef Schumann weiter.

Team Janecke/Bothur ging mit der mit Startnummer 17 in Gruppe B ins Rennen und kämpfte gegen die Gruppe A - leider am Start aus zweiter Reihe. Aber der Sandboden spielt ja bekanntlich den beiden Letzlingern in die Karten.

Und so war es dann auch ein Granatenstart, der den beiden altmärkischen Jungs schon in der ersten Ecke einen achten Platz bescherte.

„Nun ist es ja bekanntlich so, dass die alten Hasen auch nicht im Buddelkasten spielen, sondern mit ausgeklapptem Messer um jeden Punkt fighten. Und so war es dann nach abgelaufener Zeit ein elfter Platz für die Rookies im ersten Rennen“, informierte Detlef Schumann.

Getriebeschaden im zweiten Umlauf

Zweiter Umlauf, gleiche Situation. Diesmal startete das Team aus Letzlingen aber aus Startreihe eins. Die Klappe fiel, und Eddie Janecke ließ den Gasgriff bis zur ersten Ecke nicht mehr los. Co Gordon Bothur hatte den Kampf mit den Ellenbogen gewonnen, und beide krachten unter dem Jubel der Fans als Dritte durch den tiefen Sand von Schwedt.

„Es war eine Augenweide, wie die beiden mit ihrem WSP-MEGA Gespann über die Strecke pflügten und den Profis der Szene im knietiefen Boden das Fürchten lehrten. Leider war das Glück des Tüchtigen nicht auf der Seite von Eddie und Gordon“, so Schumann.

Nach einigen Runden fiel nämlich die Triebwerksleistung in den Keller und nach Runde sieben war mit Platz acht buchstäblich der Ofen aus - Motorschaden.

Duo im Pech

Mit hängenden Ohren schoben beide ihr Gespann zurück Richtung Fahrerlager. „Aber so ist es, Cross ist eben Cross, da kann so etwas immer passieren. Schade nur um das Gesamtergebnis von Team Germany, die damit in der Gesamtwertung mit einem neunten Platz die Heimreise antreten konnten“, fasste Schumann zusammen.

Sieger wurde die Niederlande vor Estland und Großbritannien. „Der DMSB-Deutschland hat nach wie vor scheinbar kein Interesse am Seitenwagen-Cross Sport, so dass die Teams - wie schon im letzten Jahr - auf eigene Kosten angereist sind und die Startgelder aus privater Hand bezahlt wurden. Der MC Schwedt/Oder war mit dem Event auch sichtlich überfordert. So war - wie sollte es auch sein für das Team Deutschland - kein gemeinsamer Stellplatz im Fahrerlager reserviert. Von den sanitären Anlagen ganz zu schweigen. Traurig“, so die nicht so optimale Bilanz von Detlef Schumann.

Winterfahrplan wird bereits vorbereitet

Trotz allem geht es nun nach einer langen und erfolgreichen Saison für das gesamte Team in die verdiente Winterpause.

Aber wie immer ist nach der Saison auch irgendwie vor der Saison. So wird jetzt schon das neue Gespann geplant, das Wintertraining in der Halle angeschoben und die wilde Jagd nach Unterstützern und Sponsoren gestartet.

„Am Ende gilt aber der Dank an alle, die ihre gesamte Freizeit und Urlaub dem Seitenwagen-Cross geopfert haben. Dank den Schraubern Sven, Lars und Tobi, Janna und Charlotte, Babette und Ralf Janecke sowie Kerstin für ihr Engagement. Besonderer Dank gilt natürlich auch allen Unterstützern, Sponsoren, Helfern ohne deren Großzügigkeit diese Sportart nicht zu betreiben wäre. Am Schluss noch Dank an alle Fans, die uns zu jedem Rennen ganz fest die Daumen drücken“, freute sich Schumann dennoch über eine ganz tolle Saison.