Arendsee l Wassersport soll zukünftig Teil des schulischen Angebots sein. „Moderne Schule heißt nicht nur, dem Bildungsauftrag bezogen auf den Fachunterricht gerecht zu werden, sondern unseren Kindern und Jugendlichen auch interessen- und neigungsbezogene Angebote zu unterbreiten, die ihren Neigungen und Fähigkeiten gerecht werden“, sagt Thomas Schlicke.

Schlicke seit 1998 im Schuldienst

Thomas Schlicke ist Leiter der Ganztagsschule in Arendsee. Schlicke ist seit 1998 im Schuldienst. Der 49-jährige hat in Magdeburg studiert und arbeitet seit 2001 in Arendsee.

Seit 2019 leitet er die Schule. Schlicke ist auch außerschulisch aktiv. Als Fraktionsvorsitzender sitzt er seit über 20 Jahren im Stadtrat von Arendsee und in seiner Freizeit frönt er seinem Hobby, dem Segelsport.

Schlicke ist Mitglied im Arendseer Regattaverein (ARV) und segelt regelmäßig auch bei größeren Regatten mit.

Ideen sind schon länger vorbereitet

Was lag da näher, als das Wissen aus beiden Ebenen im Sinne der Kinder zusammenzubringen. „Ich hatte die Idee schon vor sehr vielen Jahren. Schließlich macht Gelerntes erst Sinn, wenn man es auch praktisch anwenden kann“, sagt er. Bevor Schlicke 2019 an seine alte Wirkungsstätte - die Arendseer Gemeinschaftsschule - zurückkam, übte er vier Jahre die Funktion des Stellvertretenden Schulleiters an der „Lessing-Ganztagsschule in Salzwedel aus. „Dort sammelte ich viele Ideen und Erfahrungen zur Gestaltung und Umsetzung von Ganztagsangeboten und wurde darin bestätigt, dass unsere Kinder und Jugendlichen weitaus mehr Motivation und Engagement in die Waagschale werfen als in mancher frontal geführten Unterrichtsstunde“, erklärt Thomas Schlicke. „Somit entstand für mich logischerweise auch das Ziel, diese vielfältigen Angebote im Rahmen eines Ganztagsschulkonzeptes auch in der Arendseer Bildungseinrichtung zu etablieren.“

Seiner Meinung nach bietet die Ganztagsschule dazu die vielfältigsten Möglichkeiten und stellt ein überaus geeignetes Mittel dar, um Unterrichtsinhalte mit praktischem Bezug zu vermitteln. „Die Gemeinschaftsschule in Arendsee hat sich genau dieses Ziel auf die Fahnen geschrieben und was liegt hier näher, als fachliche Ausbildung mit den geographischen Gegebenheiten des Arendsees zu verknüpfen. Dabei soll zukünftig der Wassersport eine tragende Rolle im Ganztagsschulkonzept spielen“, sagt Schlicke.

Grundlagen für die Schule

Nach Rücksprache mit den ortsansässigen Wassersportvereinen, dem Arendseer Regattaverein, dem Segelclub Arendsee, und den beiden Drachenbootvereinen sollen den Kindern die Grundlagen des Segelns und des Drachenbootfahrens nahegebracht werden. Insbesondere im Segelsport ist die Verbindung von sportlichem, mathematischem, physikalischem und geographischem Wissen wesentlicher Bestandteil einer fundierten Grundausbildung.

Dabei stößt Thomas Schlicke natürlich auf reges Interesse bei den Wassersportvereinen, denn auch diese sind an einer kontinuierlichen Nachwuchsförderung hoch interessiert.

Schlicke kann auf zwei Segelvereine und zwei Drachenbootvereine zurückgreifen, die ihr Vereinsgelände am Ufer des Arendsees haben. „Mit der erfolgreichen Teilnahme des WSV Arendsee an den Europameisterschaften im Drachenbootfahren und mehrmaligen Deutschen Meistern des ARV im Segelsport sind unsere Wassersportvereine überaus erfolgreich und können somit auch außerordentlich hohe sportliche Kompetenz für die Arbeit mit dem Nachwuchs zur Verfügung stellen“, sagt Schlicke.

Konzept liegt dem Landesschulamt vor

Derzeit liegt das Ganztagsschulkonzept im Rahmen des Genehmigungsverfahrens beim Landesschulamt. „Wir rechnen bis Mitte April mit einer Rückmeldung und drücken derzeit fest die Daumen, dass wir im neuen Schuljahr als Ganztagsschule starten können“, so der Schulleiter.

Bereits im Vorfeld erfuhren die Arendseer positive Unterstützung durch die Stadt Arendsee und den Schulträger, den Altmarkkreis Salzwedel.

Auch die Eltern seien davon überzeugt, dass Ganztagsangebote eine Bereicherung für den Schulalltag ihrer Kinder darstellen, ist sich Schlicke sicher.

Konzept stößt auf positives Interesse

Im Februar stellte der Schulleiter das Ganztagsschulkonzept beim Landesjugendseglertreffen in Magdeburg vor. Dort erfuhr er absolut positive Signale für die geplante Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportvereinen.

Ehemaliges Heizhaus als Bootswerkstatt

„Dies kann unserer Nachwuchsarbeit nur förderlich sein“, meinte Florian Stock, seines Zeichens ehemaliger Deutscher Meister im H-Jolle-Segeln und Nachwuchstrainer beim ARV. Das Ganztagsschulkonzept beinhaltet neben der Bereitstellung von Freizeitangeboten auch Planungen für eine mittel- und langfristige Ausrichtung der Gemeinschaftsschule in Bezug auf die ganzjährige wassersportliche und praxisorientierte Ausbildung.

So gibt es derzeit Ideen, das ehemalige Heizhaus in den Wintermonaten auch als Bootswerkstatt und „Bastelhaus“ zu nutzen. Schlicke schwebt hier vor, die ortsansässigen Handwerksfirmen in die Ideenfindung und Umsetzung einzubeziehen. „Damit setzen wir gleichzeitig einen Schwerpunkt für die Berufsvorbereitung unserer Schüler. Schließlich liegt es in unser aller Interesse, dass unser Nachwuchs in der Region bleibt und ausreichend Ausbildungsmöglichkeiten bereitgestellt werden“, blickt Schlicke voraus.

Startschuss soll auf jeden Fall das Landestrainingslager in Arendsee im Juli sein. Dort trifft sich der Segelnachwuchs zu vier gemeinsamen Tagen.

„Derzeit gehen wir noch davon aus, dass der Segelnachwuchs Sachsen- Anhalts intensiv trainieren kann. Allerdings hängt dies natürlich von den derzeitigen Entwicklungen um den Corona-Virus ab. An erster Stelle steht auch hier die Gesundheit aller“, sagt Schlicke voller Hoffnung.