Nach dem verdienten Erfolg der Fußballer des Schönebecker SC gegen den TV Askania Bernburg (4:3 n.E.) im Sparkassen-Cup setzten die "Grünen" ihrer Vorbereitung die Krone auf. Grund genug für Volksstimme-Mitarbeiter Tino Schönberg, um mit SSC-Coach René Kausmann über die abgelaufenen Woche vor dem Saisonstart und die neue Verbandsliga-Spielzeit zu sprechen.

Volksstimme: Herr Kausmann, die Vorbereitung biegt auf die Zielgerade ein. Wie fällt Ihr Fazit zu den vergangenen Wochen aus?

René Kausmann: Ich denke, dass wir uns personell gut verjüngt und zudem noch verstärkt haben. So haben wir vor allem Spieler mit Perspektive nach Schönebeck geholt, die, zumindest bis auf die Ausnahme Sebastian Prosovsky, alle noch unter 30 Jahre alt sind. Zudem haben Moritz Instenberg, Pascal Matthias, Andreas Sommermeyer, Maximilian Gerwin alle höherklassig gespielt und ihre Ausbildung beim 1. FC Magdeburg erhalten. Zu den abgerufenen Leistungen in der Vorbereitung muss man sagen, dass wir uns ordentlich verkauft haben. Gern hätten wir den ein oder anderen stärkeren Gegner vor der Brust gehabt, doch zwangen uns viele Verletzungen immer wieder zum Improvisieren.

Volksstimme: Woher kommen die ganzen Verletzungen? War die Vorbereitung zu hart?

Kausmann: Nein, die meisten Ausfälle datieren noch aus der vergangenen Spielzeit und sind als "Altlasten" zu bezeichnen. Pascal Matthias, der in Haldensleben der beste Mittelfeldspieler der Liga war, hat zum Beispiel noch nicht eine Partie für uns betritten und schlägt sich noch immer mit einer Verletzung aus seiner Zeit in der Ohrestadt herum.

Volksstimme: Sie haben gesagt, dass Sie sich verstärkt haben. Wie ist das einzuordnen?

Kausmann: Die Abgänge von Alexander Gröger und auch Stephan Kacafirek waren allein schon von ihren Leistungen her sehr schwerwiegend, weshalb es umso erfreulicher ist, dass wir mit den genannten Spielern die Qualität des Kaders noch einmal anheben und steigern konnten. Wir sind, sofern alle verletzten Spieler wieder zum Kader stoßen, in der Breite noch besser aufgestellt.

Volksstimme: Ist die Integration der Neuen bereits abgeschlossen?

Kausmann: Ja, die Neuzugänge haben sich gut eingelebt und bringen sich ein. Wie im vergangenen Spieljahr passt der Team-Charakter sehr gut.

Volksstimme: Gibt es bei so vielen guten Faktoren auch noch Dinge, die für die Verbandsliga definitiv noch verbessert werden müssen?

Kausmann: Auf jeden Fall. Vor allem im taktischen Bereich müssen wir uns noch in manchen Situationen steigern und einfach cleverer verhalten.

Volksstimme: Was genau meinen Sie damit?

Kausmann: Das Spiel gegen Bernburg war da ein ganz gutes Beispiel. Nachdem wir gut in die Partie gekommen sind und die ersten zehn Minuten präsent waren, bringen wir uns durch einfache Ballverluste vor und um unseren Strafraum immer wieder in Gefahr. Eine dieser Situationen nutzte Bernburg dann ja auch zur 1:0-Führung. Auch danach haben wir Askania bei ein oder zwei Szenen den Ball förmlich aufgelegt und haben Glück, nicht noch ein weiteres Tor zu kassieren. In solchen Situationen dürfen wir uns aber auch nicht zu fein sein, den Ball einfach mal herauszuschlagen und die Szene zu klären. Das zur taktischen Disziplin.

Volksstimme: Was hat Ihnen denn gegen Bernburg gut gefallen?

Kausmann: Nachdem wir umgestellt haben, Jacek Imianowski von der "Sechser-Position" in die Innenverteidigung zogen und Sebastian Prosovsky in den Sturm beorderten, lief es besser und wir haben uns Torchancen erspielt. Auch nach dem 1:1 haben wir viel Druck erzeugen können und müssen das 2:1 und 3:1 erzielen. Stark war zu dieser Phase aber auch, dass wir läuferisch schon so gut waren und Askania ständig bespielten. Letztlich lag der Konditionsvorteil auf unserer Seite, was uns schon verwunderte. So wissen wir, dass die Physis beim TVA immer eine wichtige Rolle in der Vorbereitung spielte. Ganz stark war in dieser Phase die Achse Imianowski, Elias und Sommermeyer.

Volksstimme: Der aktuellen Stand stimmt zufrieden? Wohin kann die Reise in der neuen Spielzeit gehen?

Kausmann: Ja, wir sind soweit schon zufrieden. Wir haben einen leistungstarken Kader beisammen und erwarten immer noch einige Verletzte Spieler zurück, die unsere Qualität weiter erhöhen können. Aber genau das ist so gefährlich. Mit unseren Spielern kann man, sollte die Saison optimal laufen und wir von Verletzungen verschont bleiben, auf einem der Top-Sechs Plätze einkommen. Wenn das nicht eintritt, wird es als Aufsteiger nicht so einfach und ganz schnell findet man sich im Tabellenmittelfeld wieder und kämpft nur um Platz zehn.

Volksstimme: Wie lautet also ihr abschließendes Fazit?

Kausmann: Ich bin der Meinung, dass wir auf einem guten Weg sind, allerdings noch nicht den Punkt erreicht haben, zu dem wir hinwollen. Die Freude auf die neue Spielzeit ist jedenfalls groß.