Berlin/Schönebeck l Mit an Board für das Team Sachsen-Anhalt waren auch Agichiti Terteryan (SV Halle) und Rocco Hinz vom PSV Schönebeck. Während Terteryan Bronze holte, landete Hinz auf dem fünften Platz. In einer Millionstadt wie Berlin wurde Frank Käsebier schnell klar, warum man dort lieber das Auto stehen lassen sollte. „Es war ein pures Verkehrschaos“, sagte der Trainer des PSV Schönebeck im Nachgang. Doch seine Sportler, die zum Team Sachsen-Anhalt gehörten, mussten ihre Sportstätte im Olympiapark erreichen. Am vergangenen Mittwoch fanden die ersten drei Veranstaltungen im Kuppelsaal statt. Mit Rocco Hinz vom PSV Schönebeck (91 Kilogramm Schwergewicht) und dem ehemaligen Schönebecker Agichiti Terteryan (SV Halle, 52 Kilogramm Fliegengewicht) gingen zwei Elbestädter an den Start. Einen Titel sicherten sich beide nicht. Terteryan holte in seiner Klasse allerdings die Bronzemedaille, während Hinz auf Rang fünf landete.

Fußmarsch zum Wettkampf

Das Training ging allerdings schon auf dem Weg zur Wettkampfort los. „Wir haben uns am Sonnabend dafür entschieden, zu Fuß zu gehen. Das waren 45 Minuten“, erklärte Käsebier die kompliziertere Anreise ohne Auto.

Angekommen ging es nach der Auslosung und dem Einmarsch der Teams mit 13 Bundesländern hart zur Sache. Bei den Männern gab es neun Gewichtsklassen, vom Fliegengewicht (52 Kilogramm) bis zum Schwergewicht (+92 Kilogramm) waren sämtliche Boxer in der Hauptstadt versammelt. Bei den Frauen gab es acht Gewichtsklassen. Dort wurde vom Fliegengewicht (51 Kilogramm) bis zum Schwergewicht (+75 Kilogramm) geboxt. 146 Athleten nahmen die Kämpfe auf.

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Der jetzt für den SV Halle startende Terteryan boxte im Halbfinale gegen Christian Goman aus Niedersachsen. Bis zur zweiten Runde in Führung liegend, kam nach der dritten Runde ein 3:2-Urteil für den späteren Deutschen Meister Goman heraus.

Knappe Niederlage

Der PSV Schönebeck-Boxer Rocco Hinz boxte im Viertelfinale gegen Jonathan Fischbuch aus Baden-Württemberg. Hinz zeigte in dieser schlagstarken Auseinandersetzung sehr gute Aktionen, konnte gegen den späteren Deutschen Meister Fischbuch eine knappe Punktniederlage (2:3) nicht verhindern. Für Käsebier war diese Entscheidung nicht ganz nachvollziehbar. „Ich muss damit leben. Die Sympathien liegen nicht wirklich bei Sachsen-Anhalt. Man sollte sich nicht auf eine Seite schlagen, sondern sich für den stärkeren Boxer entscheiden.“

Denn für den erfahrenen Käsebier steht in erster Linie „die Entwicklung des Sportlers im Vordergrund“. Dennoch blickte der Coach des PSV und Delegationsleiter für das Team Sachsen-Anhalt auf eine erfolgreiche Zeit in der Bundeshauptstadt zurück. „Es war ein riesen Erlebnis für alle. Die Finals sind eine super Sache“, fand Käsebier lobende Worte für die Veranstaltung.