Schönebeck l Da muss Michael Hagemeyer erstmal eine ganze Weile überlegen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir gegen Wörlitz jemals einen Punkt geholt haben“, sagte der Zweitbundesliga-Classic-Kegler von Union Schönebeck. Bedeutet, dass ein Erfolg bereits einige Jahre zurückliegen muss, denn Hagemeyer spielt seit Jahren bei den Elbestädtern. Umso erfreuter war nicht nur Hagemeyer, sondern die gesamte Mannschaft um Teamleiter Guido Müller über das 4:4 (3408:3386)-Unentschieden gegen Grün-Weiß Wörlitz.

Schnell im Hintertreffen

„Uns war vor Beginn klar, dass wir mehr Kegel abräumen müssen als Wöritz. Das hat allerdings nicht geklappt. Wir waren fast immer ein paar Prozente schlechter“, so Hagemeyer. Der Start in die Partie war allerdings verheißungsvoll. Thomas Große und Olaf Weltz trennten sich 2:2 nach Satzpunkten. Doch Große (589) brachte mehr Holz zu Fall als sein Gegenüber (564).

Mehr als deutlich ins Hintertreffen geriet Matthias Janke, der zwar 513 Kegel zu Fall brachte, gegen den Wörlitzer Thomas Bölke dennoch absolut keine Chance hatte. Mit 605 Kegel spielte Bölke nicht nur den Tagesbestwert, sondern sicherte sich alle vier Satzpunkte, den Mannschaftspunkt sowie satte 67 Holz Vorsprung vor dem Start des Mittelblocks.

Doch da zeigten die Unioner ihre Klasse. Michael Hagemeyer hatte vor seiner Partie arge Bedenken, denn Reno Wehrmann „hat sich in Sachsen-Anhalt schon einen Namen gemacht“. Allerdings erwischte der Wörlitzer (558) keinen guten Tag und das nutzte Hagemeyer aus. Zwei Satzpunkte und eine Kegelzahl von 572 brachten dem Schönebecker den Mannschaftspunkt ein. Gleiches schaffte auch Dustin Busse. Gegen Marcel Schaks brachte der Unioner elf Kegel mehr zu Fall (545:534) und schnappte sich so den Mannschaftspunkt. Dadurch verkürzten die Schönebecker den Holzrückstand auf 42 und schafften damit fast optimale Bedingungen für das Schlusspaar.

Dabei profitierte Teamleiter Guido Müller von einer schwächeren Partie des „Leistungsträgers der Wörlitzer“ Thomas Walter. 574 Kegel brachte Müller zu Fall, sicherte sich zwei Satzpunkte und verkürzte so das Endergebnis. Neuzugang Maik Siegemund zeigte sich motiviert und legte im ersten Satz 151 Kegel um, während sein Gegenüber Dennis Böttcher nur 135 Holz abräumte.

Doch danach drehte der Hausherr auf und steigerte sich von Satz zu Satz. Zwar gewann Siegemund die Partie mit 593:587 Holz, doch der Schönebecker sicherte sich nur einen Satzpunkt und der Mannschaftspunkt wanderte somit auf das Konto der Hausherren. Somit musste die Gesamtholzzahl entscheiden. Und da hatten die Wörlitzer die Nase vorn. 22 Kegel trennten die Schönebecker vom ersten Sieg gegen Wörlitz.

Doch das trübte nicht unbedingt die Stimmung der Schönebecker Spieler. „Im Endeffekt war der Sieg gegen Wörlitz doch relativ glücklich, da auch ihre beiden Leistungsträger nicht an das gewohnte Spiel anknüpfen konnten“, fasste Hagemeyer die Partie gegen den Tabellennachbarn Grün-Weiß Wörlitz zusammen.