Calbe l Die Sonne strahlte, als Jörg Treue, Vorsitzender des Fahrrad-Trial-Clubs Calbe, am Sonntag pünktlich um 10.45 Uhr den Startschuss zum ersten Wertungslauf der diesjährigen Ostdeutschen Meisterschaft gab. Vor ihm standen 55 Radler und damit deutlich mehr als zuvor. Für die kleine ostdeutsche Szene der Trialer ein Erfolg, der gewiss auch Lohn der unermüdlichen Arbeit in den wenigen Vereinen ist.

„Mit so vielen Startern haben wir gar nicht gerechnet“, gab Treue zu und zeigte sich zu Recht stolz über den regen Zulauf. Am Ende lief es, nicht zuletzt dank des eingespielten Teams, perfekt. „Sicherlich mussten die Fahrer an den Sektionen mal ein paar Minuten warten, aber für mehr reichen unsere ehrenamtlichen Punktrichter einfach nicht aus“, räumte Treue ein. Denn letztlich wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung ohne die Unterstützung von freiwilligen Helfern als Kampfrichter und bei der Versorgung gar nicht möglich. „Das hat alles wieder wunderbar funktioniert“, bedankte sich der Vorsitzende herzlich. Und da Trialer ohnehin genügsame Sportler sind, störte sich auch niemand daran, wenn es mal länger dauerte. Da blieb eben mehr Zeit zum Plauschen, zum Austauschen von Tipps und Tricks und technischen Diskussionen.

Lukas Uhlmann Zweiter in der U 13

Drei Runden mit jeweils sechs Sektionen waren bei diesem ersten Lauf zu absolvieren. Da die Sonne den Morgentau recht schnell vertrieben hatte, fanden die Sportler aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Bayern auf den natürlichen und künstlichen Hindernissen optimale Bedingungen vor. „Die Sektionen waren angemessen, was Schwierigkeit und Länge angeht“, urteilte beispielsweise ein Sportler aus dem sächsischen Thalheim. Die Trialhochburg war diesmal mit elf Startern dabei und sicherte sich stolze zehn Treppchenplätze in den neun Wettkampfklassen. Über Pokale durften sich aber auch zwei FTC-Trialer freuen. Lukas Uhlmann, der in der Altersklasse Schüler U 13 antritt, zeigte konstant ordentliche Rundenwerte und belegte mit 29 Strafpunkten am Ende einen sicheren zweiten Platz. Über den Bronzepokal in der Hobby-Klasse durfte sich Florian Schulz freuen, der seine Runden souverän fuhr und sich am Ende lediglich Manuel Walther (Gräfenroda) und Matthias Gerstner (Nienburg) geschlagen geben musste. Der erste Auftritt war der ODM-Lauf auch für Marvin Komar, der zwar auf dem achten Platz landete, aber dennoch erste gute Ansätze und sogar eine „Null“-Runde, das heißt eine Sektion ganz ohne Bodenberührung mit den Füßen, verbuchen konnte.

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Die beiden Jugendlichen starteten in der offenen Hobby-Klasse, die sich in Calbe zu einer festen Größe gemausert hat. „Sie läuft außerhalb der offiziellen Meisterschaft und bietet jedermann die Möglichkeit, unsere Sportart in den einfacheren Sektionen einmal auszuprobieren“, erklärte Treue. Acht Starter versuchten sich in diesem Jahr, dazu kamen die Mountainbiker aus Weißenfels, die sonst zwar kein Trial fahren, den Wettkampf in Calbe aber traditionell für ein Technik-Training nutzen.

Ein Novum waren zudem die vier Starter vom tschechischen Trial-Klub CTC Ricany, die am Glöther Weg für ein wenig internationales Flair sorgten. Vor allem Elite-Fahrer Vlastislav Kabelác Cihácek, ein Trial-Routinier, der in seiner Biografie nicht weniger als fünf Meistertitel in seinem Heimatland und zahlreiche europäische Platzierungen aufweisen kann, sorgte bei Zuschauern und jüngeren Fahrern gleichermaßen für Aufsehen. Nur ein einziges Mal kassierte er fünf Strafpunkte für eine Bodenberührung mit beiden Füßen, alle weiteren 17 Sektionen dieser anspruchsvollsten Leistungsklasse fuhr er fehlerfrei. Diesen Vorsprung musste dann auch der ostdeutsche Vorjahresmeister Robin Lehnert aus Thalheim anerkennen, der jedoch ebenfalls einen guten Wettkampf fuhr und sich von Runde zu Runde steigerte.

Die Rückkehr zum Eröffnungslauf der Wettkampfserie war für die Calbenser Trialer ein voller Erfolg, der vom perfekten Wetter noch gekrönt wurde. Die viele Arbeit, die das Team um Jörg Treue in die Vorbereitung und Durchführung gesteckt haben, hat sich gelohnt und wenn die Trialer gut gelaunt mit den Worten „war wieder schön bei euch“ den Platz verlassen, motiviert das gewiss weiterzumachen. In diesem Herbst besteht der Verein 25 Jahre.