Salzandkreis l König Fußball rückte dabei am gestrigen Donnerstag in den Mittelpunkt. Der Fußballverband Sachsen-Anhalts (FSA) hat vorerst alle Spiele abgesagt. Diese Maßnahme gilt vorerst bis einschließlich 22. März. Am 23. März soll dann von den Gremien des Verbandes entschieden werden, wie es danach weitergeht. Doch was bedeutet die Absage für die Vereine? Zunächst steht fest, dass die Spieltage am kommenden sowie am darauffolgenden Wochenende nicht stattfinden werden.

Sachsen-Anhalts Fußballverantwortliche reihen sich damit in eine ganze Reihe von Absagen ein. Auch im Handball, Volleyball und Tennis wurde inzwischen beschlossen, dass für mehrere Wochen der Spielbetrieb ruht. Diese Entscheidungen sollen vor allem dazu dienen, die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen oder bestenfalls zu stoppen. „In Italien gibt es mittlerweile über 12000 erkrankte und ich glaube 830 Todesfälle. Man muss jetzt übervorsichtig sein“, schätzt Thomas Sauer, Trainer von Union 1861 Schönebeck die aktuelle Lage ein. Sauer wollte mit seinem Team am Sonnabend gegen den TuS Bismark nach zuletzt sechs nicht gewonnenen Spielen endlich wieder einen Dreier einfahren. Daraus wird nun erstmal nichts. Andere Dinge sind derzeit wichtiger als der Sport.

Mario Katte erweist sich als Prophet

Dass sich die Lage rund um Corona auch in Sachsen-Anhalts Amateurfußball so dramatisch zuspitzen würde, war von vielen nicht erwartet worden. Zumindest nicht so schnell. Kleinmühlingen/Zens Trainer Mario Katte hatte am Donnerstagmorgen aber zumindest eine Vorahnung. Er und sein Team wollten das Spiel der Landesklasse IV gegen den FC Stahl Aken unbedingt austragen. „Unser Platz in Kleinmühlingen ist absolut nicht bespielbar. Der steht total unter Wasser. Deshalb sind wir froh, dass wir nach Eickendorf ausweichen und dort spielen können. Wir haben schon mehrere Nachholspiele und wer weiß, was uns noch so alles blüht“, formulierte Katte etwas nebulös um das Wort Corona herum. Und er erwies sich damit als Prophet, denn nur wenige Stunden später war die zentrale Absage Wirklichkeit.

Wie es ab dem 23. März weitergeht, kann derzeit allerorten nur spekuliert werden. Zwischen Wiederaufnahme des Spielbetriebs, eine Verlängerung der Aussetzung, eine Verlängerung der Saison oder gar das vorzeitige Ende der Spielzeit. Nach aktuellem Stand muss wohl über alle Möglichen Szenarien nachgedacht werden.

Doch was machen die Vereine unabhängig vom Spielbetrieb? Wird das Training aufrecht erhalten? Beim Landesligisten SV 09 Staßfurt denkt man darüber nach, das Training ebenfalls vorübergehend auszusetzen. „Wir müssen erstmal sehen, in welcher Form wir jetzt weitermachen. Ich denke verkriechen sollten wir uns aber nicht, glaube ich“, so Mario Katte, für den eine Einstellung des Trainingsbetrieb vorerst keine Option ist. Aber auch das kann sich schnell ändern.