Schönebeck l Am Dienstag endete für die Fußballer von Union Schönebeck die häusliche Quarantäne. Mehrere positive Corona-Fälle hatte der Landesligist zu verzeichnen, unter ihnen war auch Mathias Rhode. Als die Gliederschmerzen einsetzten und die Nase zu laufen begann, hatte Mathias Rhode bereits eine Vorahnung und begab sich noch vor bekanntwerden der Corona-Testergebnisse in häusliche Quarantäne. Eine weise Entscheidung, wie sich im Nachgang herausstellte. Sein Test fiel positiv aus. Umgehend mussten sich auch seine Frau und die gemeinsame Tochter testen lassen. Deren Ergebnisse waren jedoch negativ. Dennoch war klar: Alle drei waren für 14 Tage zu Hause „eingesperrt“.

Wie vertreibt sich ein Fußballer diese Zeit? „Ich habe das Glück, dass wir in einem Haus wohnen und ein Garten besitzen“, erzählt Rhode. Arbeit fiel somit immer an. Damit auch die sozialen Kontakte nicht wegbrechen, überlegte sich der Kapitän der Schönebecker ebenfalls neue Wege. „Über WhatsApp stand ich mit meinen Teamkollegen immer in Kontakt. Wir haben an der Konsole Fifa gegeneinander gezockt. Die restliche Zeit haben meine Familie und ich größtenteils relaxed. 14 Tage können echt lang sein“, sagt Rhode schmunzelnd.

Zudem warteten weitere Schwierigkeiten. Einkaufen zum Beispiel: „Da haben uns unsere Freunde sehr gut unterstützt. Sie haben Essen und andere Sachen für uns besorgt, diese dann bei uns vor die Tür gestellt und sind wieder gefahren. Ich habe dann alles ins Haus getragen“, erzählt der 35-Jährige. Doch es gab nicht nur negative Punkte: „Ich hatte sehr viel Zeit für meine Frau und mein Kind. Das war schön, auch wenn es manchmal auch anstrengend wurde. Ich hatte sonst immer viel Stress, da kam die Ruhe auch gelegen. Ich wurde etwas entschleunigt“, gesteht Rhode.

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Unter Dauerstrom

Denn der 35-Jährige steht als Selbstständiger unter Dauerstrom. Er ist nicht nur Physiotherapeut und Heilpraktiker, sondern auch funktioneller Trainer und Ernährungsberater. Als Chef einer Physiotherapie in Magdeburg fällt einiges an Arbeit an. Zudem soll der geliebte Sport und die Familie auch nicht zu kurz kommen. In seiner Praxis blieb alles beim Alten, denn Kontakt mit den Angestellten hatte Rhode im Vorfeld nicht. „Meine Mitarbeiter mussten den Laden schmeißen, ansonsten wäre uns der gesamte wirtschaftliche Bereich auch weggebrochen.“ Doch ganz untätig war Rhode dann doch nicht. In den heimischen vier Wänden absolvierte er zwei Online-Weiterbildungen. „Man nutzt die gewonnene Zeit eben anders. Natürlich macht man sich viele Gedanken zur aktuellen Lage. Ich war glücklicherweise nur leicht betroffen“, so Rhode, der nachschiebt: „Auch über den Fußball habe ich mir Gedanken gemacht.“ Dieser ruht im Amateurbereich vorerst bis Ende November.

Rhode erlebte nun am eigenen Leib, wie schnell sich Menschen mit dem Virus infizieren können. Denkt man nun anders darüber? „Ich glaube, es ist nicht alles schwarz, aber eben auch nicht alles weiß“, so der Kicker. „Im Arbeitsleben, also bei uns in der Praxis, sind alle Hygienemaßnahmen sogar aufgestockt worden. Wir haben immer mit Mundschutz gearbeitet und haben stets das Desinfektionsmittel zur Hand“, erklärt er. Die Ansteckungsgefahr wird damit so gering wie eben möglich gehalten.

Im Privaten sieht das etwas anders aus. „Wenn es wieder erlaubt ist, werde ich mit Freunden und der Familie auch wieder im Garten grillen oder Essen gehen. Natürlich sollte der Abstand eingehalten werden. Große Menschenansammlungen habe ich in dieser Zeit sowieso vermieden. Ganz so eng sollte man es nicht sehen und versuchen, ein normales Leben weiterzuführen“, resümiert der 35-Jährige nach den zurückliegenden zwei Wochen in den eigenen vier Wänden.