Schönebeck l Mit schmerzverzerrtem Gesicht saß Jonas Fischer auf der Bank. Zuvor wurde er auf dem Platz rüde von den Beinen geholt. Nach einer Behandlungspause kam dann das Signal, dass es für den Unioner nicht weitergeht. Gestützt von zwei Personen humpelte er herunter. In der Folgezeit wurde ein dicker Verband an den rechten Knöchel angebracht. Auch den Gang in die Kabine konnte Fischer nicht selbst antreten und wurde dabei von zwei Verantwortlichen gestützt.

Doch Fischer war nicht der Einzige, der herunter musste. Auch Marcus Bolze wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Nach einem Tritt an den Kopf hatte der Offensivmann „ein paar Sterne gesehen“, sagte Coach Andreas Sommermeyer nach der Partie. Obwohl die Aktion im Strafraum passierte, blieb der Pfiff aus. „So ist es eben, wenn du unten stehst.“

Viele Chancen, keine Tore

Denn Sommermeyer sah sich in der Zeit gefangen. „Es war genau so wie gegen Kelbra“, klagte der Übungsleiter. Doch vor zwei Wochen gab es zumindest einen Punkt, der diesmal nicht eingefahren wurde. Chancen waren dabei genügend da. Schon im ersten Durchgang vergab Union drei hundertprozentige Möglichkeiten. Zudem scheiterte Philipp Glage per Elfmeter am Gästekeeper Christoph Klötzer. Im Anschluss daran gingen erneut Glage und Bolze zu Boden, doch ein erneuter Pfiff, wie ihn sich Sommermeyer gewünscht hätte, blieb aus.

Also kam es, wie es kommen musste. Wie an jedem Wochenende. Union ist vor dem Gästetor nicht entschlossen genug, Westerhausen dafür schon. Nach einem Ballverlust gelangte das Spielgerät zu Victor-Ramon Roldán-Arias, der Friedrich Reitzig in der Mitte sah, der freistehend einschob. „Wir wussten, dass Westerhausen mit viel Tempo kommt. Also wollten wir im Strafraum mit Manndeckung spielen. Wir waren aber immer zu weit weg“, sagte Sommermeyer.

Ähnlich sah es beim 2:0 aus. Nach einem Einwurf bekam Benjamin Bubke seinen Gegenspieler nicht in den Griff. Nach einer Flanke stand Oleksandr Leontiiev erneut völlig allein im Strafraum und köpfte ein.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kam Union druckvoll ins Spiel, verzeichnete durch Aaron Schäfer, der sein Ziel um Millimeter verfehlte, Fischer, Justin Dehnecke, Dmitrijs Poliscuks, Glage und Fritz Weidemeier weitere gute Chancen, doch ein Tor fiel nicht. Verzweiflung machte sich auf dem Platz und der Trainerbank breit. „In der Phase haben wir es verpasst, ein Tor zu erzielen“, meinte der Übungsleiter.

Besser machte es erneut der Gast. Eine Körpertäuschung von Roldán-Arias ließ den eingewechselten Przemyslaw Kucybala ins Leere laufen. Der Pass durch die Schnittstelle der Abwehr fand Dean Justin Müller, der an Stephan Pingel im Union-Tor scheiterte. Der Abpraller landete bei Reitzig, der einschoss.

„Jede Woche das gleiche Bild“, sagte Sommermeyer nach der Partie. Viele Chancen, keine Tore und dadurch auch keine Punkte.

Torfolge: 0:1 Friedrich Reitzig (13.), 0:2 Oleksandr Leontiiev (32.), 0:3 Friedrich Reitzig (80.)