Calbe l Manchmal entscheiden eben nur Zentimeter über Glück oder Pech. Ersteres hatten die Handballer der TSG Calbe im Jahr 1988. Die Männer spielten zehn Jahre - von 1971 bis 1981 - in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse. Erst 1988 gelang der Wiederaufstieg. Zuvor spielten die Saalestädter in der Bezirksliga Magdeburg. In der Endabrechnung belegten die Saalestädter den ersten Platz vor Post Magdeburg und Lok/Motor Südost Magdeburg II. Auch da waren die Calbenser bereits vom Glück verfolgt, denn im letzten Saisonspiel setzte sich die Mannschaft um den damaligen Trainer Manfred Seifert mit 28:25 gegen den SV Langenweddingen durch und bejubelte neben dem Titel auch die Teilnahme an den Aufstiegsspielen.

Verworfener Strafwurf sorgt für Jubel

Und im letzten und entscheidenden Aufstiegsspiel wurde ausgerechnet der Pfosten zum besten Freund der TSG. Im Spiel gegen die LG Mühlhausen unterlagen die Saalestädter zwar mit 24:25, doch der verworfene Strafwurf der Hausherren 25 Sekunden vor dem Ende des Spiels sorgte dafür, dass das ein weiteres Entscheidungsspiel, welches gegen Ronneburg stattgefunden hätte, nicht vonnöten war. In der Endabrechnung hatte zwar sowohl die TSG Calbe als auch die Gegner LG Mühlhausen (Bezirksmeister Erfurt) und Wismut Ronneburg (Bezirksmeister Gera) jeweils 4:4 Punkte, doch Calbe war im direkten Vergleich besser als die beiden Kontrahenten und stieg somit auf.

Doch der Ausflug in die zweithöchste Spielklasse war für die Saalestädter nur von kurzer Dauer. Die Mannschaft stieg nach der Spielzeit gleich wieder ab, aber für alle Beteiligten werden die Bezirksmeisterschaft, die Aufstiegsspiele und die Saison in der DDR-Liga unvergessliche Erlebnisse bleiben, da sind sich viele auch heute, gut 32 Jahre später, einig wenn sie in der egersporthalle fachsimpeln.

Doch die größten Erfolge wurden nicht dort gefeiert. Die frühere Heimstätte war die altehrwürdige Sporthalle „Zuckerfabrik“ in der Saalestadt und die Halle erarbeite sich über die Jahre hinweg einen gewaltigen Ruf. Die Spiele der TSG Calbe waren immer gut besucht und somit herrschte in der „Zuckerfabrik“ eine einmalige Stimmung, die einige Gegner gehörig einschüchterte.

Aber auch die Hegersporthalle hat sich inzwischen ihren eigenen Ruf erarbeitet und ist zur Heimfestung geworden. Insofern bleibt also alles beim Alten.

Die Ergebnisse von 1988: Calbe-Mühlhausen 21:15 Ronneburg-Calbe 28:22 Calbe-Ronneburg 26:20 Mühlhausen-Calbe 25:24