Calbe l Er konnte und wollte sich gar nicht beruhigen. Als Martin Sowa drei Minuten vor dem Ende die Platte nach seiner dritten Zeitstrafen verlassen musste, platzten die Emotionen aus ihm heraus. Denn das Schiedsrichtergespann bewertet in seinen Augen die Aktion gegen Tony Maynicke nicht richtig. Allgemein sorgten die Entscheidungen der Unparteiischen auf beiden Seiten für ungläubige Blicke. Doch zumindest in den Schlussminuten der Handball-Sachsen-Anhalt-Partie zwischen der TSG Calbe und dem Glinder HV „Eintracht“ wehte ein Hauch Derbystimmung durch die Halle. Am Ende setzten sich die Calbenser mit 29:26 (14:11) durch.

Glinde verkauft sich teuer

„Manchmal müssen Derbysiege eben auch dreckig über die Bühne gehen“, fasste TSG-Coach Hannes Krausholz die Partie sehr treffend zusammen. Denn die Glinder verlangten den Saalestädtern alles ab, hatten die Chance, den Ausgleich zu schaffen. Fallen wollte dieser allerdings nicht. „Wir haben uns dennoch teuer verkauft und uns mit allen gesunden Händen und Füßen gewehrt. Ich kann meiner Mannschaft nur ein riesen Kompliment machen. Dennoch müssen wir mit der Niederlage leben“, blickte Pysall mit einem lachendem und einem weinenden Auge auf das Derby zurück. „Glinde muss etwas gut gemacht haben, denn sie haben uns einiges abverlangt“, sagte auch Krausholz zu der Leistung des Gegners, die wieder mit großen Personalsorgen zu kämpfen hatten.

Doch auch bei der TSG sah es auf der Rechtsaußen-Position nicht rosig aus. Die etatmäßigen Spieler fielen aus, somit musste der junge Marc Fritz dort agieren, der allerdings nicht wirklich an die ansonsten guten Leistungen herankam. Denn viel mehr hatten die Calbenser Probleme mit der Spielweise der Glinder. „Das Tempo wurde immer wieder sehr verschleppt. Zu unserem Leidwesen landeten die Abpraller auch immer vor den Füßen des GHV“, sagte Krausholz.

Bei eigenen Angriffen sah das schon anders aus. Mit dem Konterspiel der Hausherren waren die Gäste überfordert und bekamen Maximilian Weiß als Adressat der schnellen Zuspiele nur selten in den Griff. Doch es ist auch nicht alles Gold, was glänzt. „In einer Auszeit besprechen wir einen Spielzug, verlieren dann aber den Ball und bekommen das Gegentor“, ärgerte sich Krausholz, denn „durch den Treffer war Glinde wieder dran und hatte Blut geleckt“. „Es ist schade, dass wir die guten Möglichkeiten nicht genutzt haben“, ärgerte sich Pysall im Anschluss an das verlorene Derby.

TSG Calbe: Bertram, Wiederhold - Walther, Fritz, Barby, Krause (1), Gieraths (3), Rätzel (1), Held (2), Krause, Weiß (13/1), Sowa (2), Reiske (7)

Glinde: Giesemann - Bauer (4), Rosemeier (1), Maynicke (3), Kowaczeck (1), Kralik (5), Deumeland (2), Michael Kreyenberg (3), Herrmann (3)

Siebenmeter: TSG 1/1 - Glinde 0/3

Zeitstrafen: TSG 5 - Glinde 2

Rote Karte (3x2 Minuten): Martin Sowa (57., TSG Calbe)