Calbe l Da sich beide Mannschaften nur zu einem Testspiel verabredet hatten, wurden auch die Regeln ein klein wenig abgeändert. Wenn es eine Zweiminuten-Strafe gab, musste der betroffene Spieler nicht die Platte verlassen. Stattdessen durfte sich am Seitenrand ein ruhiger Platz gesucht und zehn Liegestütze absolviert werden. Am Dienstagabend kamen sogar einige zusammen, obwohl das Spiel nicht von bösen Fouls geprägt war. Im Gegenteil: Die Spieler gingen die Sache entspannt an, witzelten vor der Partie herum und auch die Trainer suchten vor dem Anwurf das Gespräch. Einen kleinen Makel gab es dann aber doch noch: Gerade als Gunnar Lehmann, der Abteilungsleiter der TSG Calbe, die anwesenden Besucher begrüßen wollte, fiel die Sprecheranlage in der Hegersporthalle aus. Somit ging es ohne Vorworte in die Partie.

Jeder bekommt Einsatzzeit

Geeinigt hatten sich die Gommeraner und die Calbenser auf eine Spielzeit von drei mal 20 Minuten. Das diente dazu, damit verschiedene Formationen und Spielzüge besser geprobt werden können. Im Falle der TSG Calbe hatte es auch noch andere Gründe: „Ich wollte jedem Spieler Einsatzzeit geben. So konnten wir dafür garantieren“, erklärte Wiese im Nachgang an den 33:18 (10:8, 15:5, 8:5)-Erfolg. Zudem legten die Calbenser ein sehr hohes Tempo an den Tag und die Spieler nutzten die Verschnaufpause gerne aus.

Denn von Beginn an drückten die Calbenser gehörig aufs Gas und zogen dem Gegner schnell davon. Doch genau das war auch der Plan: „Unser Motto lautete Tempo. Wir wollten das Spielfeld komplett nutzen, damit der Mittelmann dann mit vollem Tempo losziehen kann“, erklärte Wiese den Matchplan, welcher vollends aufging. Immer wieder wurden die schnellen Anspiele gesucht. „Der SC Magdeburg spielt zum Beispiel auch so. Es ist ein probates Mittel“, schob der Übungsleiter nach. Die Umsetzung seiner Mannschaft gab Wiese recht.

Allerdings hatten die Calbenser im Positionsspiel große Probleme, welche auch dem Übungsleiter nicht verborgen blieben. „Gegen ein 5-1 sahen wir nicht gut aus. Wir sind nicht ins Eins-gegen-Eins gekommen“, erklärte der Übungsleiter und schob nach: „Ich hatte schon die Ahnung, dass uns so etwas erwarten wird, dennoch haben wir uns im Training vorerst nur auf das Tempo konzentriert. Es war aber ein guter Lerneffekt.“

Abwehr steht auch ohne Training

Auch wenn für Wiese noch nicht alles perfekt war, konnte der TSG-Coach auch ein paar positive Faktoren aus dem Testspiel gegen Gommern beo-bachten. Zum Beispiel hat das Prunkstück der Saalestädter nichts verlernt. Die Torhüter Daniel Bertram und Stefan Wiederhold zeigten sich abermals gut aufgelegt, waren immer wieder zur Stelle, wenn es brenzlig wurde. Auch die Abwehr zeigte sich gut aufgestellt, was vor allem Wiese teilweise verwundert. „Sie haben das gut gemacht, obwohl wir es im Training noch gar nicht weiter spezialisiert hatten. Sie sind immer wieder gut herausgetreten und haben den Gegner zu Fehlern gezwungen“, zeigte sich Wiese erfreut, der sich mit seinen Anweisungen zurückhielt, denn seine Spieler sollten selbst Wege und Lösungen finden.

Weiterhin war für den Coach auch wichtig, dass „die erste Welle und die schnelle Mitte sehr gut funktioniert hat“. Im letzten Drittel war das nur noch bedingt der Fall. „Wir sind nachher mit dem Tempo runter gegangen. Da wollten wir mehr den Positionsangriff üben.“

Daher war der letzte Durchgang von beiden Teams der torärmste. Unterhaltsam war das Spiel aber weiterhin. Die Blockwechsel hatten keinen negativen Einfluss auf die Partie. „Das war wichtig, um das Tempo dann zu halten. Jeder macht seine Erfahrungen und prägt sich auch die Laufwege seiner Mitspieler ein“, erklärte Wiese. „Gewinnen können wir nämlich nur als Mannschaft.“

Einzelnen Bauteilen wurden dennoch größere Aufgaben zugeteilt. So zum Beispiel Lucas Marschall. „Er muss spielen. Als gelernter Mittelmann hat er einige Jahre dort gar nicht mehr gespielt. Zusammen mit Maximilian Weiß hat er aber einige schöne Spielzüge gezeigt. Beide bringen viel Spielwitz mit und so soll es auch sein.“