Schönebeck l Lutz Bauer fasste die Partie relativ passend zusammen. „An manchen Tagen, da brennt nicht einmal Benzin“, ließ der Hallensprecher der SG Lok Schönebeck über das Mikrofon verlauten und sprach dabei wohl einem Großteil aus der Seele. Denn die Handball-Frauen der SG Lok Schönebeck haben das Sachsen-Anhalt-Liga-Heimspiel gegen den HSV Magdeburg deutlich mit 19:27 (12:15) verloren. Und die Gründe für diese Pleite waren deutlich sichtbar, auch für den Trainer Dirk Schedlo. „Es war einfach eine lange Serie von Fehlern. Dazu zählen Fehlpässe und Würfe“, machte der Übungsleiter deutlich.

Bälle leichtfertig hergeschenkt

Dabei hielt sich die Fehlerquote in der ersten Hälfte noch in Grenzen. Zwei Tore von Katharina Depta brachten die Gastgeberinnen in Führung. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Teams kamen immer wieder durch schnelle Spielzüge zum Erfolg. Doch die Schönebeckerinnen verabschiedeten sich augenscheinlich zu früh in die Pause, denn die Fehler nahmen immer weiter zu, die der Gast aus Magdeburg dann konsequent ausnutzte und sich auf drei Treffer absetzte (15:12). „In der ersten Halbzeit sah unser Spiel noch ganz gut“, sagte Schedlo, der sich in Durchgang zwei aber das oder andere mal die Augen rieb. Einfach Bälle wurden leichtfertig hergeschenkt. So landeten Pässe ohne Gegnerdruck im Aus oder der Ball wurde direkt zum Gegner gespielt. Bei den Würfen stand zumeist die HSV-Keeperin im Weg, da der Abschluss zu unpräzise war. Und wenn man schon kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu. Des Öfteren sprang der Ball an den Pfosten und dann ins Aus.

„Allein im zweiten Durchgang hatten wir zwölf technische Fehler“, sprach Schedlo die Zahl an, welche im Endeffekt dafür sorgte, dass die Handball-Frauen ohne Punkte die Platte verließen. Regelrecht am Rand der Verzweiflung stand Steffi Sauer, die ihren Unmut über sich selbst auch einmal Luft machen musste. Sie war allerdings nicht die Einzige, die mit der eigenen Leistung haderte. Allen Spielerinnen ging es so.

Die hohe Anzahl an Fehlwürfen machte sich Mitte der zweiten Halbzeit bemerkbar. Und so wuchs der Frust aufgrund der eigenen Leistung immer weiter an, während die Motivation, doch noch etwas zu probieren, abnahm. Magdeburg blieb konsequent, nutzte jeden Fehlpass zu einem schnellen Gegenstoß und kam so im Endeffekt auch zu einfachen Toren. An manchen Tagen brennt halt eben auch kein Benzin.

SG Lok: Nowicki, Krakau - Kracht (1), Kümüs (2), Depta (3), Bertelmann (1), Krause (2/2), Sauer (4), Stagge (2), Vi. Goldgraebe (1), Hoffmann (3), Angermann, Bullert

Zeitstrafen: SG Lok 5 - HSV 4

Siebenmeter: SG Lok 2/3 - HSV 6/6