Schönebeck l Denn personell geht es den Elbestädterinnen nicht besser als vielen anderen Mannschaften. Ausfälle sind immer wieder zu beklagen. Sportlich lief es dennoch gut. Tabellenplatz zwei steht für die Mannschaft von Trainer Dirk Schedlo nach der Hinserie zu Buche. Eine Platzierung, mit der vor der Saison im Umfeld des Teams wohl kaum jemand gerechnet hatte.

Denn auch wenn es bereits in der zurückliegenden Saison mit Platz fünf sehr ordentlich lief, warteten viele Herausforderungen auf das Team. Die größte war dabei sicherlich die Umstellung des eigenen Spiels. „Wir haben ein Spiel, das komplett auf eine Linkshänderin zugeschnitten war, auf ein Spiel umgestellt, das ganz ohne Linkshänderin auskommen muss“, erklärt Dirk Schedlo. Grund ist die Abwesenheit von Carolin Gress, die Mutterfreuden entgegen sieht und deshalb wohl frühestens zur Spielzeit 2020/21 wieder mit dabei sein wird. Verkraftet hat Schedlos Team diese Veränderung gut. Das belegen die bisherigen Ergebnisse. Sieben Siege und nur zwei Niederlagen gab es in der ersten Saisonhälfte. Außerdem gab es daheim ein Remis (24:24) gegen den aktuellen Spitzenreiter TuS 1860 Magdeburg-Neustadt. Wäre auch hier ein Erfolg gelungen, der durchaus möglich war, stünden die Schönebeckerinnen sogar auf dem Platz an der Sonne. In der Auswärtsbilanz tut die Schedlo-Sieben dies sogar. Lok ist in fremden Hallen mit 8:2-Punkten das bisher stärkste Team.

Ein Grund für die aktuelle Leistungsstärke ist die Torgefahr, welche auf mehrere Schultern verteilt ist. Aus dem Feld treffen Rückraum-Torjägerin Lilli Hoffmann und die schnellen Außen Katharina Depta und Tugce Kümüs regelmäßig. Letztgenannte profitieren häufig vom schnellen Umkehrspiel, welches oft sehr gut funktioniert und sogar noch Reserven hat. Allgemein war bei den Spielen der Schönebeckerinnen zu beobachten, dass das Tempospiel ein großer Faustpfand im Lok-System ist. Trainer Schedlo legt großen wert darauf und fordert es auch bei klaren Führungen immer wieder ein. Die dafür notwendigen Ballgewinne werden natürlich in der Defensive generiert. Auch hier agieren die Elbestädterinnen mittlerweile sehr mutig und aggressiv. Dennoch ist die SG Lok ein recht faires Team. Bisher nur drei Rote Karten sind ein Beleg dafür. Auch 3,30 Zeitstrafen pro Partie liegen ebenfalls weit unter dem Staffel-Durchschnitt.

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Beeindruckend ist indes auch die Statistik von Nicole Krause. Die Rechtshänderin ist die nervenstärkste Siebenmeterschützin der Liga. 39 Treffer bei 46 Versuchen stehen auf Krauses Konto. Eine wirklich starke Bilanz.

Doch nicht nur im Feldspiel und von der Siebenmeterlinie überzeugt das Lok-Team. Ein großer Eckpfeiler ist auch das Torwartspiel. Hier verfügt das Schedlo-Team mit Isabel Krakau und Liza Nowicki über ein Duo, dass nicht nur sehr gut harmoniert, sondern auch leistungsmäßig auf einem gleich hohen Level agiert. Nicht selten waren die beiden Torhüterinnen Sieggaranten für ihre Mannschaft.

Insgesamt präsentiert sich die SG Lok also als homogene Einheit, die in der Rückrunde noch für Furore sorgen kann.