Calbe/Schönebeck l Während die Handballer der SG Lok Schönebeck am Sonntag in ihrem Sachsen-Anhalt-Liga-Spiel beim Dessau-Roßlauer HV II als krasser Außenseiter auflaufen, erwarten die Männer der TSG Calbe in eigener Halle die SG Spergau zum absoluten Topduell. Zum Handball-Hit am Heger werden am morgigen Sonnabend sicherlich wieder zahlreiche Fans in die Calbenser Sporthalle pilgern. Immerhin duellieren sich die beiden Topteams der Liga.

TSG Calbe - SG Spergau

Allein die nackten Zahlen versprechen ein äußerst spannendes Spitzenspiel. Immerhin trifft die beste Abwehr auf den besten Angriff der Liga. Die Calbenser stellen mit bisher lediglich 380 Gegentreffern klar die beste Defensivreihe in Sachsen-Anhalts höchster Spielklasse. Mit diesem Trumpf in der Hand gelangen immerhin auch schon zwei Derbysiege gegen den Aufstiegsfavoriten HV Rot-Weiss Staßfurt. Der wird übrigens auch mit einem Auge nach Calbe schielen, denn die Rot-Weissen liegen derzeit in Lauerstellung auf Rang drei.

Der Defensivstärke der Saalestädter, was zweifellos nicht deren einziges Qualitätsmerkmal ist, setzen die Spergauer eine starke Offensive entgegen. Neben dem baumlangen Cristian Telehuz am Kreis, mit dem der TSG-Innenblock wohl richtig viel Arbeit haben wird, sticht bei der SGS ein weiterer Mann heraus – Torjäger Tomas Jablonka. Dieser ist an einem guten Tag in der Lage, auch Spiele auf diesem Niveau im Alleingang zu entscheiden. Für die Calbenser gilt es deshalb, mannschaftlich geschlossen aufzutreten und sich keinesfalls einen Durchhänger wie vor einer Woche zu erlauben. Dort verschlief das Team von Trainer Andreas Wiese die erste Halbzeit beim USV Halle II nämlich komplett und ließ wichtige Punkte im Rennen um die Landesmeisterschaft liegen.

Dessau-Roßlauer HV II - Lok Schönebeck

„Man kann nur hoffen, dass sie am Sonntagnachmittag nicht so viel Lust haben, sich zu bewegen“, übt sich Sebastian Roost, Trainer der SG Lok Schönebeck schon vor dem Spiel seiner Mannschaft beim Dessau-Roßlauer HV II in Galgenhumor.

Der Trainer des Tabellenletzten wird dann aber doch relativ schnell wieder ernst: „Es wird eine ganz schwere Nummer für uns. Richtig, richtig schwer“, sagt der Coach. Schönebecks Übungsleiter hat großen Respekt vor den Qualitäten des Gegners. „Die haben zahlreiche Ex-Zweitliga-Spieler in ihren Reihen, die auswärts nicht immer alle dabei sind, zuhause jedoch fast immer komplett auflaufen“, erklärt Roost.

Taktisch will er dem Kontrahenten mit einer aggressiven 6:0-Abwehr entgegentreten und die Partie lange offen halten. „Es macht keinen Sinn, irgendwen in Manndeckung zu nehmen, weil uns dann ganz sicher der nächste von ihnen auseinander nimmt“, erklärt der Lok-Coach. Dieser muss wegen Handverletzungen eventuell auf Nico Haverland und Jan Bauer verzichten.