Schönebeck l Es wurde alles richtig zelebriert. Die Mannschaft der SG Lok Schönebeck wurde von zwei Jugendmannschaften auf das Parkett begleitet. Die Fans hatten eine Choreo vorbereitet. Rote Papptaffeln wurden in die Luft gehalten, dazu die Buchstaben, die „SG Lok“ ergaben. Konfetti flog in die Luft. Sonderapplaus gab es von den Zuschauern beim aufrufen der Namen von Martin Schröder, Toni Warschkau, Mark Illig und Stefan Kazmierowski. Betitelt wurden die vier als die „Reaktivierten“. Auf einem Plakat stand: „Heute warten wir auf einen Sieg von dir…“. Doch diesmal erfüllten die Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer der SG Lok Schönebeck diesen Wunsch nicht. Gegen die HSG Wolfen (Verbandsliga Süd) spielte die Sieben um Trainer Sebastian Roost 31:31 (14:16) und verpasste damit den Klassenerhalt, vorerst zumindest, denn der SV Eiche Biederitz zieht sich zurück und gibt einen weiteren Platz frei.

Anfangsphase verschlafen

Während bei den Schönebecker Fans keine Stimmung aufkam, feierten die HSG-Spieler nach dem Abpfiff. Schon vor der letzten Aktion, ein Siebenmeter für die SG Lok, brach der Jubel bei den Gästen aus, denn das Unentschieden reichte zum Aufstieg. Aber von Beginn an: Und den verschlief die SG Lok gehörig. Der Gästekeeper, der Pfosten oder der Abwehrblock der HSG verhinderten die Treffer. Währenddessen zeigten sich die Gäste treffsicher, zogen auf 4:0 davon (5.). Marvin Ernst traf dann zum ersten Mal für die Schönebecker. Nach einer Überzahlsituation schafften die Schönebecker den Anschluss, um die Partie zu kippen, reichte es aber nicht. „Jeweils die ersten sieben, acht Minuten jeder Halbzeit haben heute den Unterschied gemacht“, sagte Abteilungsleiter Dirk Schedlo.

Turbulente letzte Spielminute

Doch die SG Lok hielt weiter Schritt, doch immer wenn die Chance da war, versagten die Nerven. Viele Fehlwürfe, Pfostentreffer und der Wolfen-Keeper standen im Weg. Über den Kampf versuchten die Elbestädter, sich in die Partie zurückzuarbeiten. In der 44. Minute war es dann soweit. Nico Haverland traf nach schönem Anspiel von Hans-André Kessel zum 21:21-Ausgleich (44.). „Wenn wir konsequent den Abschluss gesucht haben, waren wir auch erfolgreich“, beobachtete Schedlo. Aber vier Tore in Serie brachten die Gäste wieder in Führung. Mit einem Vier-Tore-Lauf und einem Ein-Tore-Rückstand (29:30) ging es in die letzte Minute. Schröder erzielte 45 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich und brachte die Halle damit zum Kochen. Doch ein Siebenmeter vier Sekunden vor der Schlusssirene sorgte für die Entscheidung, mehr als der Ausgleich war nicht mehr möglich und der Abstieg sportlich besiegelt.

Bilder

SG Lok: Illig, Dobertin – Kessel, Schulz, Bauer (8/1), Warschkau, Haverland (4), Willner (3/3), Bullmann (1), Thiedig, Roost (6/1), Ernst (5), Schröder (4/1), Kazmierowski

Zeitstrafen: SG Lok 5 – HSG 9

Siebenmeter: SG Lok 6/11 – HSG 8/10

Rote Karten: Tim Bullmann (3x2 Minuten, SG Lok, 54.), Domenik Andreas Köckeritz (3x2 Minuten, HSG, 57.), Daniel Hass (o.B., HSG, 29.)