Schönebeck l Einer musste dabei besonders getröstet werden. Leon Dobertin im Kasten der SG Lok. Immer wieder hatte er seine Hände im Spiel, ließ seine ehemaligen Kollegen in der ersten Hälfte fast verzweifeln. Immer wieder reckte er nach Paraden beide Fäuste in die Luft, bekam Szenenapplaus von der Bank und vom Publikum. Doch auch er war machtlos in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit. „Die Phase vor der Pause war entscheidend“, sagte SG Lok-Coach Sebastian Roost. Auch Peter Weiß, der Andreas Wiese, der privat verhindert war, bei der TSG vertrat, war dieser Meinung. „Das hat ihnen das Genick gebrochen.“

Lok mit gutem Beginn

Denn vorher war kaum zu sehen, dass der Dritte gegen den Letzten spielte. „Zu Beginn war es genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Das war super“, sagte Roost. Zwar ging die TSG von Beginn an in Führung, doch Schönebeck hielt mit. Über die Stationen 3:4 (13.) und 5:6 (21.) blieb die Partie spannend, was nicht zuletzt auch an den Keepern lag.

Dann kamen aber die entscheidenden acht Minuten. Sechs Treffer der TSG in Serie sorgten für eine 13:6-Führung. Und die Tore gingen zu schnell für die SG Lok. Es waren immer Konter, welche die TSG mit viel Tempo und der nötigen Abschlussstärke im Tor unterbrachte. „Wir machen in der Phase einfache Fehler. Wir laufen nicht mit zurück, werfen Bälle weg und das hat Calbe ausgenutzt“, erklärte Roost.

In der zweiten Hälfte war dann die Luft raus bei den Schönebeckern, die keinen Zugriff mehr hatten. „Sie haben dann in der Abwehr große Lücken zugelassen, die wir genutzt haben“, beobachtete Weiß. Denn seine Sieben kannte zu Beginn der zweiten Hälfte keine Gnade. Nach 44 Minuten stand ein 10:22 auf der Anzeigetafel.

Dabei hatte sich Schönebeck vorgenommen, „wieder sicherer in der Abwehr zu stehen. Doch die Aggressivität blieb aus“, so Roost. Je länger das Spiel dauerte um so mehr verließen die Lok-Akteure ihre Kräfte. Ein Aufbäumen war nicht mehr möglich. „Uns hat dann einfach die Kraft gefehlt. Viele Spieler sind angeschlagen in die Partie gegangen“, verriet Roost nach dem Spiel. Robin Riedel stand sogar mit einem Muskelfasserriss auf der Platte.

Calbe hingegen war fit, hielt das Tempo bis zum Schluss hoch. Gefordert wurden die Saalestädter aber nur noch selten. Während bei der SG Lok nach dem Spiel die Köpfe hingen, jubelten die Calbenser zusammen mit den mitgereisten Fans. „Ein Derbysieg ist immer schön“, so Weiß.

SG Lok: Dobertin, Knörich - Minet, Kessel (1), Schulz (1), Bauer (2), Haverland (1), Willner (2), Bullmann (2), Riedel, Thiedig, Meyer, Ernst (1), Krause (6/5)

TSG Calbe: Bertram - Walther, Fritz, Lück (5), Rätzel, Schwarz (7), Borzucki, Harig (6), Weiß (3/1), Sowa (2), Kralik (2), Illig (1), Reiske (3/1)

Siebenmeter: SG Lok 5/5 - TSG 3/5

Zeitstrafen: SG Lok 11 - TSG 6

Rote Karte (3x2 Minuten): Thomas Meyer (SG Lok, 51.)