Salzlandkreis l (kag/sza) Mit seinen 78 Jahren ist Joachim Goertz immer noch topfit. Er selbst war jahrelang als Trainer aktiv, feierte Aufstiege aber auch Abstiege. „Ich habe kein Problem damit, auch die nicht so schönen Seiten anzusprechen“, sagte Goertz. In seinem Leben dreht sich trotz einiger Misserfolge immer noch alles um Fußball. Aber selbst spielen, das wäre dann doch zu viel verlangt.

Also hat sich der Schönebecker mehr darauf spezialisiert, als Übungsleiter an der Linie zu stehen. Doch nicht für Männermannschaften. Sein Blick richtet sich eher auf den Schulsport. Als Leiter der AG-Fußball in der Schönebecker Ludwig-Schneider-Schule ist Goertz aktiv, trainiert dort mit den Kindern, die ansonsten bei Vereinen nicht so oft zum Zuge kommen. Unterstützt wird Goertz von seiner Frau Doris, die als gute Seele immer dabei ist. Denn das Training beim Schönebecker ist nicht immer leicht, dient aber zu Ausbildung.

So lernen die Kinder bereits in jungen Jahren Grundlagen der Ballführung und Technik. Und für Talente hat Goertz einen geschulten Blick. „Es laufen so viele gute Kicker herum, das ist der Wahnsinn. Ein Großteil wird allerdings gar nicht entdeckt. Ich weiß noch, wie ich früher immer mit einer Blechdose auf der Straße gespielt habe. Das wird immer seltener“, so Goertz.

In der freien Zeit hat sich der 78-Jährige aber intensiv damit beschäftigt, die Kinder in ihrer Freizeit von der Straße zu holen, um am Nachmittag unter einem Trainer kicken zu können. „Zur Zeit sind die Schulen zu, aber damit haben die Verantwortlichen auch Zeit, sich darüber mehr Gedanken zu machen. Der Schulsport muss weiterentwickelt und auch modernisiert werden“, lässt Goertz seinen Visionen freien Lauf.

Geld spielt keine Rolle

In der Ludwig-Schneider-Schule findet die AG großen Anklang. Kinder aller Altersgruppen kommen in der Turnhalle zusammen und gehen voller Begeisterung ihrem Hobby nach. „Ich würde mich auch bereit erklären, weitere Teams zu übernehmen“, macht Goertz klar. „Ich bin Rentner, ich habe viel Zeit“, schiebt er lachend nach. Dass es allerdings nicht ganz so einfach ist, eine AG aus dem Boden zu stampfen, ist dem Schönebecker klar. Genau aus diesem Grund bietet Goertz seine Hilfe an. „Ich möchte dafür kein Geld haben. Seit Jahren mache ich das ehrenamtlich und das soll auch so bleiben. Ich würde mich auch um Trainingspläne kümmern“, sagt Goertz und würde damit viel Arbeit abnehmen.

Denn die freie Zeit aufgrund der Corona-Krise regt auch den Schönebecker zum Nachdenken an. „Es muss doch möglich sein, dass der Schulsport wieder mehr in den Mittelpunkt rückt. Zu meiner Zeit war das ganz normal und es hat immer Spaß gemacht“, erinnert sich der 78-Jährige an seine Schulzeit zurück. Der Spaß steht in der Gruppe von Goertz auch heute noch im Vordergrund. Immer wieder nehmen die jungen Kicker an Turnieren teil, ernten für ihr Spiel regelmäßig viel Applaus. „Es steht auch wieder ein großes Turnier in Barby vor der Tür“, sagt Goertz. Doch noch steht nicht fest, ob dieses überhaupt stattfindet. „Die Gesundheit steht in diesen Zeiten natürlich im Vordergrund.“

Daher würde Goertz auch warten, bis die Schulen wieder öffnen, doch bis dahin könnten sich die Verantwortlichen überlegen, ob eine AG Sinn macht. „Da sind dann die Schulleitungen gefragt. Ich würde mich freuen, wenn der Schulsport wieder in den Fokus rückt.“ Und nach den Ferien und der Corona-Krise könnten dann alle frisch ans Werk gehen.

TTVSA vom Schulsport überzeugt

Ähnlich sieht es auch der Tischtennisverband Sachsen-Anhalt (TTVSA), der das gleiche Ziel verfolgt wie Joachim Goertz. Der TTVSA möchte für das kommende Schuljahr allen Vereinen einen kleinen Ansporn geben, eine Schul-AG durchzuführen.

Dazu hat der Verband eine Verlosung initiiert. Jeder Verein, der für das kommende Jahr eine Tischtennis-AG offiziell anmeldet, nimmt an der Verlosung des TTVSA im Rahmen der Aktion Schul-AG teil. Es gibt Sachpreise für die Durchführung der AG im Wert von 2000 Euro zu gewinnen. Der Hauptgewinn wird ein neuer Tischtennis-Tisch sein. Alle Preise werden vom Hauptsponsor Andro zur Verfügung gestellt. Teilnehmen kann jeder Verein, der die vollständigen Unterlagen an folgende E-Mail einreicht: sportentwicklung@ttvsa.de. Interessierte Vereine, die auf der Suche nach einer geeigneten Schule sind, können sich gerne an das Ressort Sportentwicklung wenden. Der TTVSA wird versuchen, eine Kooperation zu vermitteln. Aktionsende und damit Einsendeschluss ist am Donnerstag, 30. April.