Schönebeck l Michael Kollatsch ist ein gefühlsbetonter Mensch. Das sagt er selbst. Und so gibt er offen zu, dass am Sonnabend nach dem 9:6-Erfolg von Union Schönebeck in der Landesliga beim TTC Prettin „das große Heulen losging“. Der Schönebecker wusste: Das war das letzte Spiel im grün-roten Dress.

Der 40-Jährige bleibt zwar Vereinsmitglied, ist somit weiter spielberechtigt für die Vereinsmeisterschaften, aber auf Punktspielebene wird man den lockeren Mann mit dem Kopftuch und dem markanten Bart nicht mehr bei Union sehen. „Ich wohne seit drei Jahren in Brandenburg und arbeite in Kloster Lehnin“, erzählt er. Seit zwei Monaten ist das Haus fertig, zuhause toben zwei kleine Mädchen im Alter von sechs und acht Jahren. Und Kollatsch selbst ist „an den Wochenenden eigentlich nie zuhause. Oft bin ich freitags losgefahren und erst sonntags zurückgefahren.“

Und weil seine Frau oft am Wochenende arbeiten muss, musste der Familienvater die kleinen Töchter oft bei Familie oder Freunden „parken“, um seinem Lieblingshobby nachzugehen. Logisch: „Auf Dauer kann man das nicht machen.“ Also zog Kollatsch nun diesen Schlussstrich. Immerhin gab es dieses tolle gemeinsame Erlebnis zum Abschluss. Im allerletzten Spiel durfte sich Kollatsch mit seinen Teamkollegen noch einmal über einen Aufstieg freuen. Wobei er auch sagt: „Der Wiederaufstieg war vorprogammiert. Alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen.“ Und doch geht der gebürtige Staßfurter nun mit einem guten Gefühl in die Sommerpause.

Aber danach wird Kollatsch den Tischtennisschläger wieder in die Hand nehmen. „Ich bin seit einem Jahr Mitglied beim TTC Post Brandenburg“, verrät er. Dort trainiert er schon fleißig, ab dem Herbst geht er für das neue Team, das in der Landesliga Brandenburg einen Spieltag vor Saisonende auf dem dritten Rang steht, an den Start. „Und da wollen wir nächstes Jahr aufsteigen.“ Damit kennt sich Kollatsch, der langjährige Leistungsträger aus Schönebeck, ja aus. Und die Elbestadt ist nicht aus dem Sinn. „Es ist kein richtiges Lebewohl. Ich werde Partys mitmachen und Vereinsturniere spielen“, sagt er. Kollatsch behält Schönebeck im Herzen. Mindestens zur Hälfte schlägt es weiter grün-rot.