Staßfurt (bjr) l Ich hoff\' auf das, was ich nicht seh\' - kaum jemand hätte wohl gedacht, dass es dieses abgewandelte Bibelzitat - nachzulesen im Römerbrief 8, 24 - einmal mit Blick auf den HC Salzland 06 und die bevorstehende Saison in der 3. Handball-Bundesliga der Frauen trifft. Wohl nicht einmal Trainer Nils Lässing, selbst größter Kritiker seiner Mannschaft, dürfte sich ausgemalt haben, dass die Euphorie beim Aufsteiger schneller verflogen ist als sie zum Ende der abgelaufenen Spielzeit aufkam. In der Phase der Vorbereitung passten im dem Coach einige Dinge zumindest überhaupt nicht. Erst stimmte die Physis bei seinen Spielerinnen nicht, dann war der Kader nicht breit genug aufgestellt. Am Mittwoch gab es allerdings seit langer Zeit wieder zumindest einen kleinen Lichtblick. Wenngleich der Test gegen den SV Union Halle-Neustadt mit 24:33 (11:15) verloren ging, präsentierten sich die "Wildgänse" zumindest phasenweise auf Augenhöhe.

Testspielergebnisse gelten auch im Handball als wenig aussagekräftig, dennoch maß Lässing den Zahlen eine gewisse Bedeutung bei. "Bedenkt man, dass Halle-Neustadt in seine Vorbereitungsspiele - ausgenommen das Spiel gegen den Deutschen Meister Thüringer HC - recht sicher und auf hohem Niveau bestritten hat, ordnen wir uns mit dieser Niederlage ganz ordentlich ein." Zumindest könne der Trainer mit dem Ergebnis "leben". Vor allem in den Anfangsminuten berappelte sich sein Team nach 0:3-Rückstand ziemlich bemerkenswert, hielt bis zum 11:11 (25.) sogar das Unentschieden. "Anschließend verlieren wir die Partie aber noch vor der Pause", so der Trainer, der auf eine 0:4-Serie bis zur Halbzeitsirene anspielte.

Als sieben Minuten nach der Pause ein 12:22 auf der Anzeigetafel prangte, zeichnete sich bereits eine turmhohe Pleite ab. "Wir haben dann noch einmal gute Gegenwehr geleistet", lobte der Trainer. Die übrige Spielzeit entschieden die "Wildgänse" jedenfalls sogar mit einem Tor Vorsprung für sich.

Auch wenn das Testspiel also erste positive Eindrücke lieferte, sieht Lässing vor dem Punktspielstart am Sonnabend, 14. September, bei der TSG Wismar noch viel Arbeit auf seine Mannschaft zukommen: "Dinge, die noch nicht so gut passen sind vor allem die technische Sicherheit, druckvolles Angriffsspiel und das richtige Konterverhalten." Dinge also, an denen beim heute beginnenden Mitgas-Piranhascup in Markranstädt gearbeitet werden kann. Athletische Defizite wie noch zu Beginn der Vorbereitung scheinen jedoch ausgemerzt zu sein. Gehörigen Anteil daran dürfte wohl auch das Trainingslager in Gänsefurth gehabt haben. Lässing glaubt jedenfalls daran, dass die drei Tage seinem Team einen weiteren Schub gegeben haben. "Oder besser gesagt: Ich hoffe es."