Viele hatten die Landesliga-Fußballer des SV 09 Staßfurt vor der Saison als Absteiger auf der Rechnung. Das Team von Trainer Peter Sauerbier bewies mit Platz vier nach der Hinrunde eindrucksvoll das Gegenteil.

Staßfurt l Auch die Vereinsführung hatte tiefgestapelt nach dem Abstieg aus der Verbandsliga in der vergangenen Saison. Der Klassenerhalt war als Ziel ausgegeben worden. Der Trainer hatte sich einen Platz unter den ersten Fünf vorgenommen und liegt mit Platz vier mehr als im Soll. "Wir haben ein junges und lernwilliges Team. Ich erwarte bei dem ein oder anderen noch einen deutlichen Sprung nach oben."

Zunächst ging es mit einer 1:4-Niederlage in Halberstadt los. Trainer und Spieler werteten gemeinsam aus, was falsch lief und was besser werden muss. Die beiden nächsten Spiele gewann der SV 09 jeweils mit 3:2, auswärts gegen den Magdeburger SV Börde und zu Hause gegen den FSV Barleben. "Das waren zwei Schlüsselspiele. Diese haben gezeigt, wohin die Reise geht", sagt Sauerbier über die vorher unbekannte Rolle seiner Mannschaft in der Liga. Danach war der Kurs klar in Richtung obere Tabellenhälfte vorgegeben. Kantersiege in Mechau und gegen Ilsenburg folgten. "Die Mannschaft hat dann begriffen, worum es geht und gezeigt, dass sie Fußball spielen kann."

Gegen den Schönebecker SV gab es zwar ein 1:3-Niederlage, dafür siegte man im Flutlicht-Spiel gegen den Schönebecker SC. Für Sauerbier stellte der 2:0-Erfolg den Höhepunkt der Hinrunde dar: "Wir halten zwar etwas glücklich das 0:0 zur Pause. Am Ende haben wir aber nicht unverdient gewonnen, vor allem weil wir geduldig gespielt haben."

Wäre in den letzten beiden Spielen des Jahres "nicht die Puste ausgegangen", hätten es noch mehr Punkte sein können. Aber es ist ja erst die Hinrunde gespielt und deshalb hält Sauerbier Platz zwei für realistisch. "Das Potential ist definitiv vorhanden. Wir haben bisher noch nicht alles abgerufen." Den erstrebten zweiten Platz richtet der Trainer auch als klare Ansage an die Mannschaft. In den Einzelgesprächen nach der Hinrunde hatten auch die Spieler geäußert, dass dieses Ziel realistisch ist. Dafür muss laut Sauerbier "jeder hundert Prozent Einsatz zeigen - in jedem Spiel." Ganz nach seinem Motto: "Wir ziehen alle an einem Strang."

Aus der Mannschaft wollte der Trainer keinen hervorheben. Bei Benjamin Kollmann sieht Sauerbier noch Luft nach oben. "Er kann viel mehr, als er in manchen Spielen zeigt." Für die Zukunft ist mit jungen Spielern wie Victor-Ramon Roldan-Arias, Kevin Hartmann und Philip Horn gesorgt. Auch wird es in der Winterpause keine personellen Veränderungen geben. Zusammen mit dem guten Unterbau der A-Jugend gibt es "ein Becken, aus dem man fischen kann", so Sauerbier.