Staßfurt l Gottfried Hinze und Felix Linnemann halten bis heute einen Rekord, der in der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft wohl so schnell nicht gebrochen wird. Anfang des 20. Jahrhunderts standen beide jeweils 20 Jahre an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) – die bis heute längste Amtszeit in dieser Führungsposition.

Auf eine ähnlich beeindruckende Karriere kann Frank Krella, Präsident des Kreisfachverbandes Fußball Salzlandkreis, zurückblicken, welcher am 7. Juli seinen 60. Geburtstag feierte. Seit 1990 und damit bereits 30 Jahre ist Krella in verschiedenen Funktionen für den KFV tätig. Und schon früh zeichnete sich ab, welche tragende Rolle er für den Sport im Salzland einmal einnehmen würde. Lothar Kral, Vorsitzender für Ehrungen und Auszeichnungen im KFV, erinnert sich: „ 1990 stellte er sich als junger Mann während einer Fußballtagung des KFA Fußball Bernburg vor, mit der Frage, was er wohl tun könne, um auf irgendeine Art und Weise den Verband bei seiner Arbeit zu unterstützen“.

Dieses Engagement war gern gesehen und so wurde er schnell als Funktionär in der Nachwuchsarbeit eingeteilt. Kurze Zeit später stellte er als Jugendobmann im KFV Bernburg unter Beweis, dass er mehr Verantwortung übernehmen konnte. „Er glänzte ständig mit neuen Ideen und hielt seine Staffelleiter zu gewissenhafter Arbeit an, sodass unter seiner Führung der Nachwuchsausschuss eine neue Qualität erreichte“, lobt Kral.

Als der damalige KFV-Präsident Klaus Labudda sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung stellte, schlug schließlich die Stunde Krellas. Er stellte sich zur Wahl und wurde mit einer überwältigenden Mehrheit von den Vereinen bestätigt. „Von diesem Zeitpunkt begann eine neue Zeitrechnung im KFV-Vorstand“, hält Kral fest. Ständig bestrebt, Verbesserungen in der Arbeit für und mit den Vereinen zu erreichen, motivierte er seine Mitstreiter zu noch intensiverer und zuverlässigerer Arbeit in ihren Ausschüssen. Daran änderte sich auch nichts, als 2007 im Zuge der Gebietsreform die Kreisfachverbände Aschersleben-Staßfurt, Schönebeck und Bernburg zum KFV Salzland vereint wurden. Mit Ausnahme einer Wahlperiode, als er 2012 freiwillig nicht kandidierte, „ist er bis heute ein über die Maßen engagierter Präsident und geht dabei auch keiner Konfrontation aus dem Weg“, fasst Kral die langjährige Arbeit Krellas zusammen. „Wenn es vereinzelt doch einmal zu Gegenwind kommt, kann er aber auch das ertragen.“

KFV-Tätigkeit ist lange nicht alles

„Doch 30 Jahre als Funktionär in beiden Kreisfachverbänden ist längst nicht alles, worauf Frank stolz sein kann“, hält Kral fest. Auch als Staffelleiter auf Kreis- und Landesebene war er bereits tätig. Im Moment ist er beispielsweise Spielleiter der Regionalliga Futsal des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Im Vorstand des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt ist er zudem Ausschussvorsitzender für Freizeit- und Breitensport, was vor allem die Bereiche Ü-Spielbetrieb, Beachsoccer, DFB-Fußballabzeichen und Futsal betrifft.

Und dann ist da noch „sein Verein“, die SG Neuborna 62, dem er ebenfalls vorsteht und den er trotz aller Schwierigkeiten, die der Verein in den letzten Jahren erfahren musste, am Leben erhält. Hier engagiert er sich neben dem Amt des Vereinspräsidenten auch als Übungsleiter bei den E-Junioren. Zudem ist er mitverantwortlich für die Organisation des Neubornaer Stadtteil- und Sportfestes oder auch des Neujahrsturniers, welches 2020 bereits seine 34. Auflage feierte.

Präsident ist auch Statistikfreak

Nicht zuletzt hat Frank Krella neben dem Fußball aber auch eine zweite große Leidenschaft. „Er ist auch ein Statistikfreak“, lacht Kral. „So hat er im Laufe der Jahre viel Wissenswertes über die Fußballgeschichte im Altkreis Bernburg und dessen Vereine gesammelt. Diese Informationen sollte er für die Fans unseres Sports unbedingt in Form einer Broschüre der Öffentlichkeit zugänglich machen“, hofft der langjährige Wegbegleiter Krellas.

Für sein großartiges Engagement wurden ihm bereits zahlreiche Auszeichnungen, wie die Goldene Ehrennadel, Ehrenplakette sowie der Ehrenkristall des FSA verliehen. Sein Herz schlägt inzwischen mindestens sein halbes bisheriges Leben für den Fußball. „Wir als Fußballgemeinde können nur hoffen und wünschen, dass uns Frank Krella, so wie er ist, mit allen Stärken und den wenigen Schwächen, noch lange erhalten bleibt“, so Kral.