Salzlandkreis l Nachdem in den beiden Jahren zuvor der Finalspielort des Salzlandpokal-Endspiels recht weit vom Einzugsraum der Finalmannschaften weg lag, hatte der KFV Fußball Salzland eine Bewerberausschreibung über einen längeren Zeitraum gemacht. Letztlich war der SV 09 Staßfurt deren Sieger und für drei Jahre wurde ein Finalaustragungsvertrag mit dem Verein geschlossen. Und die Staßfurter bekamen im Jahr 2018 eine Partie geboten, die man nicht alle Tage sieht. Rot-Weiß Alsleben und die ZLG Atzendorf lieferten sich ein Torspektakel, welches am Ende mit 6:4 an die Rot-Weißen ging.

Startphase verschlafen

Da die ZLG-Abwehr die Startphase völlig verschlief und die Rot-Weiß-Elf diese Freiräume clever zu Zählbarem nutzte, schien das Match früh entschieden. Sebastian Horner (8.) und Alexander Naumann (8., 11.) erzielten die Tore. „Dass ich am Anfang so viele Freiräume bekommen habe, hat mich selbst überrascht“, erklärte Horner nach dem Spiel.

Doch schon der erste gute ZLG-Angriff legte die Alslebener Achillesferse offen – das unzureichende Abwehrverhalten. Trotzdem gab zur Pause kaum ein Besucher noch einen Pfifferling auf das Atzendorfer Team. Doch die Mannschaft stellte sich in der zweiten Hälfte wesentlich besser auf und so war es dann über weite Strecken ein recht ausgeglichenes Match, wobei die Rot-Weißen die Spielkontrolle aber nie gänzlich abgaben.

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Doch ZLG-Torjäger Sebastian Tolle bekamen die Saalestädter nur selten in Griff. Nach seinem Doppelschlag schlug der Spannungspegel nochmals hoch. Zehn Minuten vor dem Ende schien sich ein Fußball-Wunder anzubahnen, welches wohl nur mit dem Champions-League-Triumph des FC Liverpool 2005 vergleichbar gewesen wäre. Die Engländer holten damals einen 0:3-Rückstand gegen den AC Mailand auf und gewannen am Ende doch noch den schon verloren geglaubten Henkelpott.

Den Atzendorfern gelang das Wunder aber nicht, auch wenn das Team von Trainerroutinier Heinz Weile in der Schlussphase „Sekt oder Selters“ spielte. Doch dann saß ein Konter des Gegners und das nun sehr umkämpfte Match war entschieden. Der Eingewechselte Sascha Dienel entschied mit dem 6:4 die Partie (86.). „Wir waren in den ersten 20 Minuten nicht voll da, diese drei Gegentore hätten nicht sein müssen. Uns hat nach den vielen englischen Wochen auch einfach die Kraft gefehlt“, analysierte ZLG-Spieler Sebastian Tolle im Nachgang.

Die erste Landespokalrunde der Folgesaison gegen den altmärkischen SV Liesten brachte Alsleben mit einer 1:4-Heimniederlage dann jedoch kein weiteres Erfolgserlebnis. Am Saisonende aber gelang dem Rot-Weiß-Team als Sieger der Landesklasse (Staffel IV) der Landesliga-Aufstieg.