Staßfurt l Ein kurzer Blick in das Gesicht von Marko Fiedler reichte, um das Spiel zusammenzufassen. Na klar, der Coach der TSG Calbe war unzufrieden. Sein Team kassierte am Sonnabend zum Auftakt der Landesliga-Rückrunde eine klare 0:4 (0:2)-Pleite beim SV 09 Staßfurt. Doch auch wenn er sauer war, er trommelte sein Team direkt zusammen.

Ein Spielerkreis. Ruhige und aufbauende Worte. Der Teamgeist ist stark bei der TSG. Aber dieser Auftritt hat deutliche Spuren hinterlassen. „Es ist alles so gekommen, wie wir es uns nicht vorgestellt hatten“, beschrieb Abteilungsleiter Rainer Schulze. „Dass wir so untergehen, hat keiner von uns erwartet. Staßfurt war in allen Belangen überlegen. Es war unser schlechtestes Saisonspiel, ein komplettes Versagen. Gerade von den erfahrenen Spielern hätte ich mir mehr erwartet.“

Doch da galt: Des einen Unmut ist des anderen Freude. Staßfurt-Coach Jens Liensdorf startete mit seinen Mannen perfekt in die Rückrunde. „Ich bin rundum zufrieden. Es gibt absolut nichts zu kritisieren. Vor allem die Einstellung war sehr gut.“

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Und das war schon im ersten Angriff spürbar. Eine hohe Flanke von rechts nahm Benjamin Kollmann mit der Brust geschickt an und war so vorbei am TSG-Neuzugang Rico Balzer, der sein erstes Pflichtspiel für Calbe bestritten hat. „Er kannte die Schlitzohrigkeit von Kollmann nicht“, beobachtete Schulze. Der 09er ließ auch TSG-Torwart Lucas Schulz keine Chance und vollendete zum 1:0. Mit einem verwandelten Handelfmeter schnürte Kollmann in seinem 100. Spiel für die 09er den Doppelpack (2:0, 24.). Und die Calbenser? „Wir waren in der ersten Hälfte völlig von der Rolle“, so Schulze.

Calbenser zu zaghaft

Doch das sollte sich auch im zweiten Durchgang nicht wirklich ändern. Ein Freistoß von Felix Jesse landete punktgenau bei Matthias Härtl, der seine Kopfballstärke unter Beweis stellte und zum 3:0 einnetzte (48.). Damit war spätestens jetzt die Entscheidung gefallen. Die TSG blieb harmlos, hat sich dem Tor des SV 09 durch Lucas Dübecke (49.) und Florian Schmidt (55.) zumindest angenähert. Doch Gefahr haben die Gäste während der 90 Minuten nie wirklich ausgestrahlt. „Wir waren zu zaghaft und haben überhaupt keinen Druck ausgeübt“, kritisierte Schulze.

Die Staßfurter ließen nicht nach und erzielten durch Härtl den 4:0-Endstand (78.). Der Stürmer wurde mit einer Flanke perfekt von Marcus Bolze in Szene gesetzt. Auffällig: Es ging bei den 09ern sehr viel über Flanken. „Die Zentrale war dicht. Wir wollten schnell über die Außen kommen“, begründete Liensdorf. „Und das hat gut funktioniert.“ Wie fast alles an diesem Tag. Nur Kapitän Michael Schmidt, der in Hälfte eins einige Fehlpässe spielte, „erwischte einen schlechten Tag“, so der Coach. „Aber das kann auch dem Kapitän mal passieren.“ Gerade, wenn vom Gegner ohnehin kaum Gegenwehr kommt.

Das 4:0 war der bislang höchste Sieg der Staßfurter gegen die TSG Calbe in den 20 Punktspielen nach der Wende. Vielmehr freut die 09er aber, dass sie die TSG in der Tabelle hinter sich lassen und auf Rang zwei vorrücken konnten. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Liens-dorf. „Wir dürfen uns aber nicht ausruhen und müssen so weitermachen.“ Und die TSG? Die hat noch jede Menge Arbeit vor sich. Im kommenden Spiel geht es für die Calbenser gegen Spitzenreiter Westerhausen.

Staßfurt: Tobias Witte - Nagel, Moye (76. Tim Witte), Müller, Härtl, Jesse, Kollmann, Schmidt (45. Abresche), Stachowski, Lieder (57. Bolze), Horstmann

Calbe: Schulz - Buszkowiak, Harms, Denisenko (46. Palm), Schmidt, Fiser, Baartz, Hellige (76. Voigt), Balzer, Gernat, Dübecke

Tore: 1:0, 2:0 Benjamin Kollmann (12., 24.), 3:0, 4:0 Matthias Härtl (48, 78.), SR: Nick Kahlert (Schlanstedt), ZS: 94