Staßfurt l Auf den Tag genau vor 15 Jahren ist dem SV 09 einer der größten Erfolge im Landespokal des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) gelungen. Am 17. Dezember 2005 zogen die Bodestädter zum ersten Mal in das Finale um den Verbandspokal ein. An diesem Tag wurde der MSV Preussen Magdeburg im Halbfinale knapp mit 1:0 bezwungen, womit die Mannschaft für das Endspiel in Schönebeck gegen den 1. FC Magdeburg qualifiziert war.

Auf dem Weg in die letzte Partie des Pokalwettbewerbs 2005/06 hatten die Bodestädter zuvor den Schackstedter SV (1:0), Grün-Weiß Wolfen (3:2), die zweite Vertretung des 1. FC Magdeburg (2:0) sowie den BSV Halle-Ammendorf (3:2) aus dem Weg geräumt. Die Preußen – Verbandsligist und nach dem Sieg im Vorjahr Pokalverteidiger – hatten nach einem Freilos in der ersten Runde beim Blankenburger FV mit 6:1 gewonnen und anschließend Askania Bernburg (1:0) und den MSV Börde (2:1) bezwingen können.

Außenseiter überraschen den Pokalverteidiger

Der Landesligist aus der Bodestadt war als Außenseiter in die Partie gegangen, war jedoch von Beginn an voll motiviert. Schon in der ersten Spielhälfte waren die 09er das bestimmende Team. So dauerte es keine 25 Minuten, ehe Patrick Höppner vor 354 Zuschauern den Führungstreffer erzielte. Nach einem Steilpass war er der gesamten Magdeburger Abwehr enteilt und schob den Ball flach am gegnerischen Schlussmann Mark Mewes vorbei ins Tor.

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Auch in den zweiten 45 Minuten änderte sich nichts am Spielverlauf. Staßfurt hatte gegen harmlos agierende Gäste die besseren Möglichkeiten und erhöhte durch Matthias Härtl (50.) und den zweiten Treffer von Höppner (53.) zum 3:0-Endstand. Die Bodestädter hatten sich für ihren hervorragenden Konterfußball belohnt. Und auch wenn am 15. April 2006 in Schönebeck gegen den 1. FCM (0:1) die Krönung ausblieb, erinnern sich Fans und Spieler in Staßfurt auch heute noch gerne an diesen Dezember-Tag vor 15 Jahren zurück, an dem der SV 09 dem Titelverteidiger klar die Grenzen aufgezeigt hatte.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten und so läuft den älteren Fans wohl auch heute noch ein kalter Schauer über den Rücken, wenn sie an den 17. Dezember vor 42 Jahren zurückdenken. Am 17. Dezember 1978 unterlag die damalige BSG Aktivist Staßfurt im Kreispokal bei der ZLG Atzendorf mit 0:8. Nach 90 eindeutigen Minuten mussten die Bodestädter noch froh sein, dass der Endstand nicht noch deutlicher ausfiel. Auch dass Staßfurt das Bezirksklasse-Punktspiel gegen Traktor Hamersleben vom Vortag (2:2) noch in den Beinen lag, konnte keine Ausrede sein. Denn die Atzendorfer mussten ebenfalls zwei Tage in Folge ran und hatten 24 Stunden zuvor das intensive Derby gegen Traktor Förderstedt (2:2) bestritten. Aus dem erwartet spannenden und umkämpften Duell auf Augenhöhe wurde somit nichts und das Team der BSG Aktivist musste den Platz in Atzendorf mit gesenkten Köpfen verlassen.

Stattdessen entwickelte sich das Pokalspiel zu einer Machtdemonstration. Luther (vier), Schulze, Reinecke, Keye und Schäfer erzielten die Tore für Atzendorf, wobei Luther zwischen der 67. und 83. Minute einen lupenreinen Hattrick erzielte. Das 0:8 war zu diesem Zeitpunkt die höchste Niederlage in einem Pokalspiel in der Vereinsgeschichte des „SV 09“. Negativer Höhepunkt war, dass die Staßfurter nicht einmal in ihren eigenen Trikots auflaufen konnten. Man hatte bei der Anreise den Koffer stehen lassen, sodass man sich Trikots der Gastgeber leihen musste.

Solche Anekdoten wird es in naher Zukunft nicht mehr geben – sportliche Highlights an einem 17. Dezember zumindest in diesem Jahr jedoch auch nicht. Vielleicht gelingt den 09ern ein solches Erfolgserlebnis aber schon im kommenden Jahr wieder.