Staßfurt l Runter auf den Boden! Liegestütze! Was sich nach einer Strafmaßnahme bei der Bundeswehr anhört, zauberte am Sonnabend immer wieder ein Lächeln in die Gesichter der Spieler und Zuschauer. Denn zum Spiel der zweiten Mannschaft des HV Rot-Weiss Staßfurt gegen ein Allstar-Team hatten sich die Verantwortlichen überlegt, die Zeitstrafen abzuschaffen. Für Fouls mussten dann eben ein paar Liegestütze gemacht werden.

Das zeigte: Der Spaß stand an erster Stelle bei den Feierlichkeiten des Staßfurter Handballvereins. Denn dieses Spiel fand im Rahmen des Vereinsjubiläums statt und war Teil des Programms eines abwechslungsreichen und bunten Handball-Sonntags. Denn zum zehnjährigen Geburstag, der HV Rot-Weiss gründete sich 2009 nach der Insolvenz von Concordia Staßfurt, ließen sich viele Zuschauer und auch namhafte Gäste blicken. Am Vormittag tobten die Kinder nicht nur draußen auf der Hüpfburg, sondern auch auf der Platte. Alle fünf Nachwuchs-Teams absolvierten Freundschaftsspiele, vier gingen an den Gastgeber.

Es folgte, während draußen bei Bier, Bratwurst und Musik für ein gutes Rahmenprogramm gesorgt war, das Spiel der zweiten Mannschaft gegen eine Allstar-Auswahl. „Das war schon cool“, sagte Sebastian Retting, der mit ehemaligen Teamkollegen wie Roman Bruchno, Sebastian Scholz, Tobias Ortmann oder Nils Hähnel zusammen spielte. „Die Zweite wollte unbedingt gewinnen, aber für uns stand der Spaß im Vordergrund. Wir haben ja gleich mit einem Kempa-Trick angefangen und den Zuschauern einiges geboten“, sagte der heutige Coach der Ersten. Und die Allstar-Auswahl setzte sich am Ende auch mit 26:23 durch.

Es folgte das Turnier des Oberbürgermeisters in seiner zweiten Auflage. Der Sachsen-Anhalt-Ligist aus Staßfurt empfing dabei mit dem HC Aschersleben und dem USV Halle gleich zwei Oberligisten, landete am Ende hinter den Hallensern auf dem zweiten Rang. Der Namensgeber, Oberbürgermeister Sven Wagner, eröffnete das Turnier und übergab den Rot-Weissen eine Ehrenurkunde. Mit den besten Wünschen von Wagner im Gepäck lief es dann gegen Aschersleben auch entsprechend gut für die Rot-Weissen. Von dem 0:3-Rückstand hatte sich die Retting-Sieben schnell erholt. Es kamen alle Spieler zum Einsatz. Nach einer Parade von Sebastian Schliwa erzielte Oliver Jacobi den 6:6-Ausgleich, Neuzugang Tim Steffen sorgte für die erste Führung (9:8, 22.). In der zweiten Hälfte im Spiel über zwei Mal 25 Minuten steigerten sich die Gastgeber nochmal, setzten sich klar ab und siegten 28:11.

Nachdem die Hallenser dann ebenfalls den HCA schlugen (30:25), gaben sie auch gegen den HV Rot-Weiss den Ton an. „Bei uns haben dann die Kraftreserven gefehlt“, kommentierte Retting die 22:29-Pleite. Einen großen Dank richtete er nicht nur an das Schiedsrichter-Gespann Hagen Becker und Axel Hack (Halberstadt), die vier Spiele in Folge leiteten, sondern auch an alle Beteiligten neben der Platte. „Ohne die vielen freiwilligen Helfer hätten wir das gar nicht stemmen können.“