Staßfurt l Der Staßfurter Lukas Bönecke war im Tunnel. Er hatte den Torhüter ausgeguckt. Aber setzte den Siebenmeter dann doch neben den Kasten (35.). Und beim HV Rot-Weiss II aus der Verbandsliga Süd gibt es seit dieser Saison eine Regel. Verwirft ein Spieler, tritt beim nächsten Strafwurf ein Anderer an. Und so lief Bönecke zur Bank und fragte Mario Kutzer: „Wer wirft den nächsten?“ Der Coach entgegnete: „Na du, jetzt erst recht!“ Die Regel galt nicht mehr, denn Kutzer vertraute seinem Spieler.

Und der Trainer wurde dafür belohnt: Lukas Bönecke hatte große Anteile am 25:23-Sieg des HV Rot-Weiß Staßfurt II gegen den HT Halberstadt. Es blieb bei dem einem Fehlversuch. Insgesamt verwandelte der Kreisspieler sechs Strafwürfe. So war er auch bester Werfer der Gastgeber. Und auch wenn alle seine Treffer Siebenmeter waren, „die muss man auch erstmal machen“, sagte Bönecke selbst. „Ich hab nicht lange gezögert und den Torwart oft ausgeguckt.“

Doch das war für den Staßfurter nicht das einzige Positive: „Wir haben geackert ohne Ende. Die Abwehr stand gut und auch die Torhüter haben stark gespielt.“ In einem stets engen Match konnte sich keines der Teams um mehr als ein Tor absetzen, zur Pause führte der HT mit 11:10. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Über den Stand von 16:16 (40.) blieb es spannend bis zum Schluss (23:23, 55.)

Jesse pariert stark

Nachdem der „Aushelfer“ Marian Spadt das 24:23 erzielte (57.), kam es zur Schlüsselszene des Spiels. Auf der Uhr waren nur noch wenige Restsekunden, als Andreas Jesse gegen einen Halberstädter eine sehr starke Parade zeigte. Im Gegenzug konterten die Staßfurter und Kevin Engelhardt besorgte den 25:23-Endstand. „Das Spiel hätte auch noch zur anderen Seite kippen können“, sagte der etwas erleichterte Kutzer.

Doch er wusste auch: „Fast alles hat klar besser geklappt als in der Vorwoche.“ In Erdeborn mussten die Staßfurter mit einer Notsieben antreten. Nun konnten die Rot-Weissen personell wieder aus den Vollen schöpfen. So war Florian Panzer sehr präsent, Matthias Loose erzielte wichtige Tore und Tino Korin hat „viel Sicherheit reingebracht, als es am Ende etwas unruhig wurde“, sagte Kutzer, der insgesamt sehr zufrieden war. Auch mit dem Resultat. So bildete das Spiel, wie vorher geplant, den krönenden Abschluss des „Tag des Handballs“. Das Familienfest war laut Vereinspräsident Patrick Schliwa ein voller Erfolg: „Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden. Es haben sich alle beteiligt, egal ob groß oder klein.“ Ein großes Dankeschön richtete der Präsident auch an alle Eltern und ehrenamtlichen Helfer. „Der Verein ist an diesem Tag weiter zusammengewachsen.“

Staßfurt: Jesse, Rösler, E. Stein - A. Stein (3), Kunkel, Langewald, Korin (2), Spadt (2), Loose (4), Panzer (1), Bönecke (6), Hoffmann (2), Engelhardt (3), Ilgenstein (1)

Siebenmeter: Staßfurt 7/6 - Halberstadt 5/4 Zeitstrafen: Staßfurt 5 - Halberstadt 5