Staßfurt l 27 Jahre Handball. Das spricht für sich. 1992 hat Patrick Tuchen angefangen. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht für den Keeper des HV Rot-Weiss Staßfurt. „Ich denke noch nicht ans Aufhören. So lange die Knochen mitmachen und ich Spaß daran habe, werde ich weiterspielen“, sagt der Mann, der am Mittwoch seinen 40. Geburtstag feierte.

Tuchen ist ein Staßfurter Urgestein, das es nicht lassen konnte, ab und an „fremdzugehen“. Damit gemeint sind seine Spielberechtigungen beim SSV Magdeburg, in Köthen und Schönebeck, die aber, so ist es zu sehen, ihm nicht geschadet haben und vielleicht den Zusammenhang zu seinem Spitznamen „Guinness“ darstellen. Denn damit ist auch, aber nicht nur das Bier aus Irland gemeint, es hat viel mehr etwas mit Gewinner zu tun, mit Rekorden.

Davon hat der 40-Jährige einige in der Vita. Zum Beispiel den viermaligen Gewinn des Landespokals, jedoch nicht mit Staßfurt. Drei Mal mit Köthen und sogar in Schönebeck. Er könnte mit seinen Erfolgen angeben. Macht er aber nicht. Dafür ist er absolut nicht der Typ. „Auf ihn ist immer Verlass. Er ist über Jahre ein starker Torwart, zieht stets mit und ist immer beim Training“, lobt Trainer und Freund Sebastian Retting, der mit ihm nicht nur in Staßfurt, sondern auch in Köthen zusammen spielte. Seinen Ehrgeiz begründet der Keeper mit seiner Liebe für den Sport: „Handball gehört einfach zu meinem Leben. Es ist ein sehr guter Ausgleich für den Alltag.“

Und diesen bekommt er seit 2011 wieder in Staßfurt. Da führte es den Mann aus der eigenen Jugend zurück in die Heimat. Und er hat es geschafft, die Merkewitz-Halle zu verlassen und in der Salzland-Sporthalle neu durchzustarten. Einen Neuanfang wagte er vor drei Jahren, als ein Verjüngungsprozess seine Laufbahn erst einmal beendete. Nach einer kurzen Pause zog sich der mannschaftdienstliche Patrick Tuchen, als man ihn fragte, sofort wieder das Torwarttrikot an. Also runter von seinem Lieblingsort, der Couch, und zurück auf die Platte.

„Er hat seine starken Momente immer gehabt, auch in dieser Saison“, so Retting. Zwar passt seine Nummer eins nicht mehr ganz, denn als erster Keeper wurde er mittlerweile von Sebastian Schliwa „überholt“, doch seine Wichtigkeit für das Team steht nach wie vor außer Frage.

Was in seiner Sammlung der Rekorde fehlt, ist ein Landesmeistertitel. „Ja das ist noch ein Ziel, das ich habe. Auch mit 40 Jahren“, scherzt der leidenschaftliche Handballer. „Und ich möchte auch unbedingt noch mit Staßfurt aufsteigen.“ Ob das in dieser oder in der nächsten Saison etwas wird, bleibt abzuwarten.

Fest steht: Patrick Tuchen hat den Handballsport in Staßfurt stets stabilisiert. Das zeigen auch seine beiden Söhne. John und Charly, beides Handballer. Talente. Wie der Papa und Opa Günter. Die ganze Familie ist sehr eng mit dem Staßfurter Handball verbunden. Beide Seiten haben sich viel zu verdanken. Und der Jubilar möchte sich nach dem Spiel gegen TuS Radis heute erkenntlich zeigen. Das Team wird nach dem Spiel etwas trinken gehen. Vielleicht ja ein Guinness.