Staßfurt l Die Gründe für die sportliche Misere beim HCS sind vielschichtig, die Lösungsansätze aber auch. Die Verantworlichen bei den Staßfurterinnen sind mit den bisher gezeigten Leistungen definitiv nicht zufrieden. „Wir wissen, dass die Mannschaft mehr Potenzial hat und wir sehen auch die Möglichkeit, in der Rückrunde in der Tabelle noch weiter nach oben zu klettern. Der derzeitige Tabellenplatz spiegelt nicht das Leistungsvermögen der Mannschaft wieder“, sagt Sylvia Breitenstein.

Die Übungsleiterin dürfte des Öfteren frustriert gewesen sein, ob der Ergebnisse, die ihr Team einfuhr. Besonders die deutlichen Pleiten in Köthen (21:32), beim TuS Magdeburg-Neustadt (14:27) und daheim im Derby gegen die SG Lok Schönebeck, als die Salzländerinnen Anfang Dezember mit 19:32 nahezu gedemütigt wurden, hinterließen Spuren. Folgerichtig gab es danach Redebedarf innerhalb des Teams.

Und augenscheinlich wurde Tacheles geredet, denn eine Woche nach der Derbypleite stand beim Schlusslicht in Coswig und daheim gegen den Tabellenzweiten HSV Magdeburg ein kniffliger und kräftezehrender Doppelspieltag an. Und an diesem präsentierten sich die Staßfurterinnen sehr ordentlich. Das wichtige Spiel in Coswig wurde mit 28:23 klar gewonnen und das Schlusslicht damit weiter distanziert. Und auch gegen das Spitzenteam aus Magdeburg zeigten die HCS-Frauen, dass sie es viel besser können. Zwar nahm der HSV die Punkte beim 29:26-Erfolg mit nachhause, aber die Breitenstein-Sieben bot dem Favoriten ordentlich Paroli. Das machte Mut für den weiteren Saisonverlauf.

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Ausfälle

Doch warum lief es so selten rund beim HCS? Die Hauptantwort auf diese Frage ist die Verletztenmisere. Teilweise fiel die halbe Mannschaft mit Blessuren aus. Juliane Schuldes, Jessica Zeidler oder die im Verlauf der Hinrunde verpflichtete Torhüterin Evelyn Kayevic sind nur drei Beispiele von vielen. Schwerwiegende Verletzungen zogen etliche Spielerinnen aus dem Verkehr. „Die Ausfälle tun alle sehr weh“, stellt Breitenstein fest.

Doch nur auf die hohe Anzahl an Ausfällen schiebt die Trainerin die zwischenzeitliche Niederlagenserie von sieben Pleiten am Stück nicht. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, diese aber nach und nach minimiert“, so Breitenstein. Neben Verletzungen und Fehlern sorgt aber auch der Entwicklungsprozess des Teams für Probleme: „Wir wollen zu einem einfachen, schnellen Spiel kommen und diese Entwicklung benötigt eben etwas Zeit“, erklärt Breitenstein.

In den letzten beiden Spielen des Jahres 2018 haben die Frauen des HC Salzland aber nachgewiesen, dass sie anscheinend auf dem richtigen Weg sind. Das macht Mut für die kommenden Wochen und Monate, in denen auch noch ein echtes sportliches Highlight auf die Staßfurterinnen wartet. Im Viertelfinale des HVSA-Pokals tritt der HCS bei Titelverteidiger SV Oebisfelde an. Gespielt wird am 9. Februar um 20 Uhr.

Zusammenarbeit mit dem Reserve-Team

Und nicht nur dort will man sich gut präsentieren, sondern auch in den ausstehenden neun Punktspielen. Trainerin Breitenstein ist optimistisch. „Wir hoffen natürlich auf die Rückkehr von Verletzten, wenn es am 26. Januar in der Liga weitergeht, aber auch die sehr gute Zusammenarbeit mit unserer zweiten Mannschaft wird uns langfristig viel bringen. Mit Joan Voigt und Kristina Teumner haben zwei Spielerinnen schon gezeigt, was sie können“, freut sich Breitenstein.

Die Hoffnungen auf eine erfolgreichere zweite Saisonhälfte sind beim HC Salzland also durchaus berechtigt. Dann sollen mehr Siege gelingen. In der Hinrunde gab es davon in der Liga nämlich nur zwei Stück.