Westeregeln l Tief durchatmen mussten sowohl René Loewe, als auch Mario Kutzer nach dem Handball-Verbandsliga-Derby zwischen dem SV Wacker Westeregeln und dem HV Rot-Weiss Staßfurt II am Sonnabend. Während Wacker-Coach Loewe, dessen Team mit 34:25 (17:14) unerwartet deutlich gewann, wenige Minuten nach dem Spiel schon in der Lage war, die Partie einzuordnen, hatte es Kutzer erst einmal die Sprache verschlagen. Zu tief saß die Enttäuschung beim Übungsleiter der Gäste.

Dabei fand seine Mannschaft zunächst gut ins Spiel, führte nach zehn Minuten mit 5:3 und lag auch nach einer guten Viertelstunde noch mit 9:8 vorn. Bis dahin waren beide Teams in einem über 60 Minuten teilweise hart geführten Duell bereits dezimiert. Bei Staßfurt musste Marco Richter vom Feld, weil er den Wacker-Keeper bei einem Siebenmeter mit dem Ball am Kopf traf (10.), Westeregelns Marcel Pufahl erwischte es kurz darauf nach einem Foulspiel.

Die Gastgeber, nun ohne etatmäßigen Kreisläufer ausgestattet, fanden anschließend aber immer besser ins Spiel. Denn während die Staßfurter sich im Angriff nachfolgend viel zu oft in Einzelaktionen verzettelten und wenig geduldig spielten, verteidigte Wacker engagiert und hatte mit Dustin Tiefert einen Keeper, der immer zur Stelle war, wenn es wirklich wichtig wurde. Hinzu kam, dass die Gastgeber sich im Angriff einmal mehr auf Rückraum-Shooter Jimmy Klockmann verlassen konnten. Den wurfgewaltigen Rechtshänder bekamen die Staßfurter nicht in den Griff und so traf er bis zur Pause bereits neunmal. Am Ende war Klockmann mit starken zwölf Treffern auch bester Schütze der Partie. So lag Wacker beim 10:9 (18.) erstmals vorn und erarbeitete sich danach eine Drei-Tore-Führung, die bis zur Pause gehalten wurde – 17:14.

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Die mitgereisten Gästefands erhofften sich nach dem Seitenwechsel dann natürlich eine Trotzreaktion ihrer Sieben, doch die blieb aus. Stattdessen legte Wacker weiter nach. Fünf Tore am Stück durch Christopher Gorges, Julian Gromadka, Florian Kuhle, Marcel Chrzan und Torjäger Klockmann sorgten für beruhigende acht Treffer Vorsprung (22:14, 39.). Die Vorentscheidung schien gefallen.

Da es in der Folge aber für beide Seiten gefühlt mehr Zeitstrafen als Tore zu verbuchen gab - insgesamt wurden allein in Halbzeit zwei von den nicht immer sicher wirkenden Referees zehn Zwei-Minuten-Strafen verteilt - holte Staßfurt II doch noch einmal auf – 24:27 (50.). Da die Gäste anschließend in der Deckung jedoch alle Zügel schleifen ließen, wurden sie in der Schlussphase dann aber doch noch deutlich distanziert und Wacker durfte verdient jubeln.