Staßfurt l Kevin Engelhardt hatte leichte Knieprobleme. Im Heimspiel in der Verbandsliga Süd gegen die HSG Wolfen wollte sich der erfahrene Spiler des HV Rot-Weiss Staßfurt deshalb ein wenig schonen. Die Bank war sowieso breit besetzt und Engelhardt schaute sich das Spiel eine ganze Weile von eben dieser aus an. Doch in den Schlussminuten sagte er zu seinem Coach: „Ich kann mir das nicht länger mit angucken.“ Gemeinsam mit Matthias Loose entschied er ein Spiel, das auf der Kippe stand, doch noch zugunsten der Staßfurter. Die RWS-Zweite siegte mit 29:26 (18:11).

Doch von vorn: In der Anfangsphase der Partie hatte der Dritte des Vorjahres den Ton angegeben gegen den Aufsteiger aus Wolfen. Die Führung wurde schnell deutlich (11:4, 11.). „In der Anfangsphase haben wir noch Handball gespielt“, klang im Lob von Trainer Mario Kutzer schon etwas Kritik mit. „Das waren aber auch glückliche Tore. Wir haben von einer schlechten Torwartleistung des Gegners profitiert.“ Dennoch reichte es, um auf zehn Tore davonzuziehen (15:5, 21.). Doch folglich war der Punkt erreicht, an dem „wir aufgehört haben Handball zu spielen“, so Kutzer.

Während der Vorsprung zur Pause noch komfortabel war, schrumpfte er in Hälfte zwei Stück für Stück. „Wolfen hat dann offensiver gedeckt und das hat uns komplett rausgebracht“, ärgerte sich der Coach. „Einfache Dinge haben nicht mehr geklappt. Die Aufgabenverteilung war da, aber die Jungs haben es nicht umgesetzt. Auch in Überzahl haben wir keine Tore gemacht“, nannte Kutzer einige Gründe für den Leistungsabfall seines Teams.

Wolfen hatte im zweiten Durchgang das Tempo bestimmt und kam über eine schnelle Mitte zu Toren. Nachdem die Gäste zunächst bis auf ein Tor herankamen (20:21, 46.), erzielten sie nach 53 Minuten sogar den Ausgleich zum 25:25. Dass das Spiel nicht noch komplett zugunsten der Gäste kippte, lag dann an Engelhardt und Loose. „Das Team kann sich bei den beiden bedanken“, sagte Kutzer. „Sie haben einen kleinen Ruck durch die Mannschaft gebracht. Sie wollten unbedingt gewinnen.“ Während Engelhardt „Bewegung in die Deckung brachte und sehr laufstark“ war, erzielte Loose „wichtige Tore und war mutig“. So gingen das 27:25 (56.) und das 28:26 (58.) auf das Konto von Loose.

Nicht zufrieden

Unter dem Strich steht damit zwar der Sieg, „gefreut habe ich mich darüber aber nicht“, sagte Kutzer. Die zwei Punkte gehen auf das Konto der Staßfurter und sind auch „sehr wichtig“, doch „die Frage ist wie man sie geholt hat“, und damit war Kutzer absolut nicht zufrieden.

„Eine Zehn-Tore-Führung kann man nicht so einfach herschenken“, ärgerte sich der Trainer. „Die Jungs haben alle die Schuld bei den anderen gesucht.“ Die Bälle wurden zu halbherzig gefangen, das Kreisspiel hat nicht gut funktioniert und der Abschluss war unsauber. Auch die breite Bank schaffte da kaum eine Abhilfe. Aber wohl dem, der noch erfahrene Spieler wie Engelhardt und Loose hat. Die „Heilsbringer“ bescherten zwar die zwei Punkte, für das kommende Wochenende gegen die HG Köthen II müssen dennoch „ein paar Schippen draufgelegt werden“, so Kutzer. „Die Einstellung muss sich ändern.“

Staßfurt: Rösler, Sieland Stein - Kunkel (1), Langewald, Korin (4), Dittmar (7), Loose (3), Panzer (2), Bönecke, Hoffmann (5), Engelhardt (2), Ilgenstein (5)

Siebenmeter: Staßfurt 4/3 - Wolfen 6/5 Zeitstrafen: Staßfurt 4 - Wolfen 3