Staßfurt l Gegen den HSV Magdeburg gewannen die Rot-Weissen mit 33:31 (21:19). Spielertrainer Retting wirkte dabei übrigens nicht mit und war auch ganz froh darüber: „Wenn ich gebraucht werde, dann helfe ich natürlich. Aber solange ich ganz allein auf der Bank bin kann ich die Bank ja nicht allein lassen“, sagte Retting mit blick auf den derzeit noch vakanten Co-Trainer-Posten. Diesen hat interimsmäßig Vereinschef Patrick Schliwa übernommen. „Ich bin sehr dankbar, dass Patrick das macht. Das ist für einen Präsidenten nicht selbstverständlich. Ich rechne ihm das hoch an“, so Retting weiter.

Was die Suche nach einem Assistenztrainer angeht, wird das Duo Retting/Schliwa in den nächsten Tagen intensiv tätig werden. Der neue Coach hofft dabei auch noch auf eine Kehrtwende bei Ex-Co-Trainer Andreas Stops. „Ich brauche jemanden an meiner Seite, dem ich hundertprozentig vertrauen kann. Bei Andreas wäre das der Fall. Ich hoffe, dass wir nochmal drüber sprechen können“, so Retting, der sich auf jeden Fall eine interne Lösung wünscht. „Mit externen Leuten haben wir es in den letzten Jahren öfter probiert und es war nicht immer die beste Lösung“, ergänzte Retting.

Trainer telefoniert viel

In der Spielvorbereitung auf das HSV-Spiel kam der Neu-Trainer alleine ganz gut klar. „Videos gibt es leider keine, deshalb habe ich viel telefoniert um Informationen einzuholen“, erklärte Retting. Und er fand dabei die richtigen Lösungsansätze. So wurde der starke Rückraum der Magdeburger mit Michael Jahns, und Maximilian Wasielewski in Manndeckung genommen. Das erwies sich als probates Mittel gegen die routinierten Gäste. Die blieben jedoch immer in Schlagdistanz, weil die Außenspieler Nico Jantsch und Christopher Ebert treffsicher agierten. Und auch Wasielewski konnte sich im Spielverlauf etwas befreien und erzielte letztlich doch noch neun Tore. „Wenn er zum Wurf kam, hat er auch getroffen“, staunte auch Retting.

Dessen Team ging folgerichtig nur mit einem knappen 21:19-Vorsprung in die Pause und schwächelte in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel. „Wenn wir unsere beiden knochenfreien vor der Halbzeit machen, sieht es mit vier plus gut für uns aus. Nach der Pause haben wir dann ein bisschen den Faden verloren“, analysierte Retting.

Am Ende mehr Kraft

Grund dafür war unter anderem, dass der starke Robert Reiske eine Pause bekam. „Robert ist derzeit absoluter Leistungsträger. Das hat er heute auch wieder gezeigt“, so Retting, der auch den jungen Spielmacher Martin Strnad und Torhüter Sebastian Schliwa für ihre engagierten Auftritt lobte. Schliwa parierte in der Schlussviertelstunde einige wichtige Bälleund sorgte mit dafür, dass die Magdeburger nicht mehr zum Ausgleich kamen. Diese blieben bis zur 47. Spielminute nämlich stets auf Tuchfühlung (26:25), ehe ihnen am Ende etwas die Luft ausging. „Ab der 50. Minute war die Kraft schon ein bisschen auf unserer Seite“, stellte Retting fest.

HV Rot-Weiss Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Zimnick, Reiske (7), Ernst (1), Jacobi (1), Vadaszi, Steinbrink (1), Spadt (1), Strnad (8), Schöne (6), Meißner (8). Siebenmeter: Staßfurt 4/5 - Magdeburg 2/3 Zeitstrafen: Staßfurt 4 - Magdeburg 3