Staßfurt l Er konnte nach dem Abpfiff nur noch strahlen. Enrico Lampe war dankbar. Der Interimstrainer des HV Rot-Weiss Staßfurt hatte am Sonnabend in der Merkewitz-Halle ein sehr packendes Spiel erlebt, das sein Team am Ende knapp gewonnen hat. 28:26 (15:11) hieß es im Kellerduell der Mitteldeutschen Oberliga gegen den HV Glauchau/Meerane. „Danke an die Mannschaft für ein geiles Spiel“, so Lampe. Mit diesem Sieg schiebt sich Staßfurt am Gegner vorbei, was Präsident Schliwa zu einer klaren Ansage bewegte: „Dieser Sieg war immens wichtig. Der Kampf um den Klassenerhalt ist damit wieder eröffnet.“

Doch so ausgelassen die Stimmung nach dem Spiel auch war, die 60 Minuten auf der Platte waren mehr als packend. Und für die euphorischen Gastgeber startete die Partie direkt mit einem Dämpfer. Nach einem Fehlpass und einem -wurf hieß es nach drei Minuten 2:0 für die Sachsen. Doch der HV Rot-Weiss hatte die passenden Antworten. Die Gastgeber glichen nicht nur durch einen Doppelpack von Christian Schöne aus, sie gingen sogar mit 5:2 in Führung (9.). Immer wieder überzeugten sie mit guten Kombinationen aus dem Positionsangriff heraus, konnten die Führung durch Nils Hähnel (9:6, 17.) ausbauen und durch Alexander Ernst erhöhen (12:8, 23.). „In der ersten Halbzeit war ich phasenweise selbst überrascht, wie gut es lief. Wir hatten ein Konzept und zwei, drei Spielzüge parat. Die Jungs sollten auf sich vertrauen und das haben sie gemacht“, berichtete Lampe stolz.

Aber auch in dieser guten ersten Hälfte gab es schwächere Phasen. So kam der Gegner wieder auf 11:13 heran (26.). Doch in dieser Phase, so wie im kompletten Spiel, hatten die Gastgeber einen souveränen Rückhalt. Sebastian Schliwa zeigte zahlreiche starke Paraden und war für viele an diesem Tag der „Matchwinner“. So verhinderte der Keeper in der Phase, dass der HC noch näher herankam, leitete mit einem langem Ball sogar noch das 15:11-Kontertor zum Pausenstand durch Toni Fanselow ein.

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Verdiente Sieben-Tore-Führung

Auch in Hälfte zwei starteten die Gastgeber sehr stark. Ernst krönte den starken Wiederbeginn mit dem 18:13 (35.). Der Rückkehrer aus Biederitz erzielte insgesamt sechs Tore und war wie auch Nils Hähnel (sieben) an diesem Tag sehr treffsicher. Bezeichnend war dann eine Szene zwei Minuten später. Eine erneut starke Parade von Schliwa sorgte für euphorischen Jubel im Publikum, der folgende Konter war durch Fanselow perfekt ausgespielt und führte zur komfortablen Sieben-Tore-Führung (20:13).

Doch anschließend gab es einen Bruch im Spiel. Die Sachsen stellten auf eine 4:2-Deckung um und kamen so viel besser ins Spiel. „Das hat uns vor große Aufgaben gestellt. Wir hatten keine Mittel dagegen“, so Lampe. Mit einem 8:1-Lauf glichen die Gäste in zehn Minuten zum 21:21 aus (47.). „Da sind wir in alte Muster verfallen und haben viel zu schnell abgeschlossen“, so der Präsident.

Es folgte eine Auszeit durch Lampe. Und dabei hat er seine Spieler aufgefordert, wieder so selbstsicher wie zuvor aufzutreten. „Kommt zurück zu unserem Konzept“, so der Coach. Es folgten zwei Hähnel-Tore zum 23:21 (49.). Doch auch die Gäste blieben dran, erzielten nach einem Fehlpass von Ernst im Aufbau das 23:23 (51.) Mit einer weiteren starken Parade verhinderte Schliwa dann nicht nur die Gästeführung, er sorgte auch dafür, dass Ernst seinen Fehler mit dem 24:23 wieder gutmachen konnte.

Spätestens mit seinem Treffer zum 27:25 (58.) waren dann auch die letzten Zweifel am dritten Saisonsieg begraben. „Andere Teams wären eingebrochen, wir nicht. Chapeau“, so Schliwa, der auch einen großen Dank an Enrico Lampe richtete. Denn ab dieser Woche übernimmt dann der neue Trainer, Sven Liesegang, komplett. Und unter ihm sollen weitere Siege folgen.

Staßfurt: Schliwa, Tuchen - Fanselow (4), Zimnick, Ortmann (1), Ernst (6), Retting (1), Jacobi (3), Steinbrink (3), Frank, Spadt, Schöne (3), Hähnel (7)

Siebenmeter: Staßfurt 3/3 - Glauchau 4/2 Zeitstrafen: Staßfurt 6 - Glauchau 6