Staßfurt l Mit verwirrten Blicken schauten Spieler, Trainer und Zuschauer in Richtung der Anzeigetafel in der Staßfurter Merkewitzhalle. Sowohl der gastgebende HV Rot-Weiss Staßfurt II als auch der Gegner in der Verbandsliga, der Weißenfelser HV, hatten getroffen. Doch auf der Anzeige war davon nichts zu sehen. Gästetrainer Christian Kunth machte die Schiedsrichterinnen darauf aufmerksam, worauf die Anzeige von 15:19 auf 16:20 korrigiert wurde (49.).

Der bittere Beigeschmack? Das Spiel wurde von Melanie Steinbach und Christin Steinkopf während eines Angriffs der Staßfurter unterbrochen. „Das war unglücklich. Damit war unser Vorteil weg und die Gäste konnten in der Abwehr wieder umstellen“, sagte der Staßfurter Trainer Mario Kutzer, der die Niederlage auch in der „schlechten Leistung“ der Schiedsrichterinnen begründet sieht. „Sie haben es uns schwer gemacht und viele Doppelstrafen erteilt, die es auf der anderen Seite bei ähnlichen Situationen nicht gab.“

Doch alles will Kutzer nicht auf die Unparteiischen schieben. Die 20:24-Niederlage gegen den Weißenfelser HV war auch dem eigenen Unvermögen geschuldet. „Wir haben uns teilweise zu glatt angestellt vor dem Tor“, stellte der Trainer enttäuscht fest. Schon ein Blick auf die Quote bei den Siebenmeter verdeutlicht dies. Von fünf Strafwürfen war nur einer drin. „Das sind eigentlich sichere Tore. Aber seit der vergangenen Saison haben wir damit ein Problem“, so Kutzer, der Siebenmeter im Training sogar extra üben lassen hat. Jedoch ohne Erfolg.

Absprache passt nicht

In der ersten Hälfte war das Spiel noch ausgeglichen. Die Gastgeber gingen durch Florian Panzer sogar mit 6:4 in Führung (15.). Nach der Pause kam ein weiteres Problem der Gastgeber jedoch immer mehr zum Vorschein. Es häuften sich die Probleme in der Defensive. „Das spiegelt die Situation aus dem Training wider. Wir spielen aufgrund der personellen Probleme jedes Mal mit einer anderen Deckung. Da passt die Absprache nicht und wir kassieren einfache Gegentore“, war Kutzer unzufrieden.

Nachdem dann noch Paul Hoffmann nach einem Schlag ins Gesicht des Gegners mit Rot den Platz verlassen musste (53.), waren die Chancen für die Gastgeber endgültig vertan. Positive Erkenntnisse kann Kutzer aus diesem Spiel nicht mitnehmen, nur die ernüchternde Erkenntnis, dass die Weißenfelser der RWS-Zweiten die dritte Niederlage im vierten Spiel zugefügt haben. Kann da schon vom Fehlstart gesprochen werden? Soweit will Kutzer aufgrund der schlechten Personalsituation noch nicht gehen. Aber der Coach weiß: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Bereits in der kommenden Woche im erneuten Heimspiel gegen Frankleben will Kutzer ein anderes Gesicht seiner Mannschaft sehen.

Staßfurt: Rösler, Sieland, Jesse- Linke, Kunkel (1), Korin (3), Dittmar (4), Panzer (5), Richter, Bönecke (1), Hoffmann (1), Engelhardt (4), Ilgenstein (1)

Siebenmeter: Staßfurt 5/1 - Weißenfels 4/4; Zeitstrafen: Staßfurt 6 - Weißenfels 4; Rot (o. B.): Hoffmann (53.)