Staßfurt l Drei sieglose Spiele lagen hinter der Mannschaft von Spielertrainer Sebastian Retting. Am Sonnabend stießen die Rot-Weissen den Bock jedoch um und bezwangen die SG Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz mit 34:27 (17:14). Ein 30:30-Remis gegen den SV Langenweddingen, die bittere Derbypleite (16:19) bei der TSG Calbe und obendrein auch noch das Ausscheiden aus dem HVSA-Pokal gegen die eigene zweite Mannschaft.Es waren einige Rückschläge, welche die Staßfurter in den vergangenen Wochen wegstecken mussten. Hauptproblem war dabei vor allem die schlechte Chancenverwertung. Diese sollte gegen Wittenberg-Piesteritz unbedingt besser werden.

Hiobsbotschaft vor dem Spiel

Doch schon bevor die Partie überhaupt los ging, gab es gleich erstmal den nächsten Schlag in die Magengrube. Diesen erhielten Retting und sein Team in Form einer Hiobsbotschaft. Toptorjäger Robert Reiske fiel krankheitsbedingt aus. Die Hoffnung auf eine bessere Torausbeute dürfte bei so manchem Staßfurter Anhänger in der Salzland-Sporthalle in Richtung Nullpunkt gesunken sein.

Doch es kam anders als erwartet. Reiskes Ausfall kompensierte das Team, indem die Last auf mehrere Schultern verteilt wurde. So verzichtete beispielsweise Trainer Retting auf seine Position an der Seitenlinie und überließ diese Co-Trainer Cosmin Tiganasu um selbst fokussierter auf seine Aufgaben auf der Platte zu sein. Ein Schachzug, der sich als gewinnbringend erwies.

Retting überzeugte im Rückraum mit sechs Treffern. Überflügelt wurde er aber noch von Kreisläufer Oliver Jacobi und dem zweiten treffsicheren Rückraumschützen – Alexander Ernst.

Englische Anweisungen

Außerdem konnte auch Mittelmann Patrik Postelt endlich entscheidende Akzente setzten. Er hatte in der Offensive gute Aktionen und half, immer wieder gut gecoacht von Tiganasu, die Kreise von Wittenbergs Spielmacher Matej Ivankovic einzugrenzen. Dem überragenden Mann der Gäste gelangen zwar trotzdem neun Tore, aber Probleme bekam der Torjäger durch die 5:1-Deckung der Gastgeber dennoch immer wieder. „Der ist schon ein sehr sehr guter Mann. Wahrscheinlich sogar mit Potenzial für die vierte Liga“, erkannte Retting an. Der Spielertrainer freute sich aber auch, dass man dem Torjäger Paroli bot. „Cosmin hat auf Englisch immer wieder im richtigen Moment die Anweisungen reingerufen, wann Patrik rausrücken musste. Das hat gut geklappt“, beschrieb Retting mit einem Schmunzeln die mehrsprachige Verständigung in seiner Mannschaft.

Die konnte sich so auch schon in Halbzeit eins Vorteile verschaffen und setzte sich zwischenzeitlich sogar bis auf vier Tore ab.

In Halbzeit zwei verwalteten die Rot-Weissen dieses Polster und gestalteten das Ergebnis letztendlich sogar noch deutlicher. „Das hätte ich gegen diesen Gegner nicht so deutlich erwartet“, merkte Retting an. Das Erfolgsrezept konnte der Coach aber recht einfach zusammenfassen: „Wir haben die Angriffe breiter und länger ausgespielt, die Chancen gut verwertet und hinten Robust gedeckt. Außerdem hat Sebastian Schliwa im Tor sehr gut gehalten.“

HV Rot-Weiss Staßfurt: Tuchen, Schliwa – Beinhoff (2), Zimnick (1), Engelhardt, Ernst (7), Retting (6/1), Jacobi (7), Vadaszi, Steinbrink (1), Spadt (1), Schöne (4), Postelt (3), Meißner (2).

Siebenmeter: Staßfurt 4/2 – Wittenberg 5/4

Zeitstrafen: Staßfurt: 5 – Wittenberg 3