Staßfurt l Dabei ließ der Aufstiegskandidat im Duell mit Kellerkind Wolfen bereits früh keine Zweifel daran aufkommen, wer die Platte als Sieger verlassen würde. Nach nicht einmal acht Minuten hatte sich die Retting-Sieben einen 7:3-Vorsprung herausgeworfen und auch wenn das Polster im weiteren Verlauf der ersten Hälfte nicht größer wurde, hatten die Hausherren das Spiel zu jeder Zeit im Griff.

Selbst von der verletzungsbedingten Auswechslung von Torwart Sebastian Schliwa nach einer Viertelstunde ließen sich die Rot-Weissen nicht verunsichern. „Sebastian hat sich bei einer Abwehraktion am Knie verletzt und hatte im Anschluss kein gutes Gefühl mehr beim Auftreten“, begründete Trainer Sebastian Retting die Entscheidung, dass Calvin Kleineidam für die restliche Zeit zwischen den Staßfurter Pfosten stand.

Der Sieben-Tore-Vorsprung zur Pause veranlasste Retting schließlich, in den zweiten 30 Minuten, wie schon zuletzt gegen Spergau, auf verschiedenen Positionen etwas Neues auszuprobieren. „Wir wollten allen Spielern die Chance geben, sich auszuzeichnen. Auch denen, die sonst vielleicht nicht so oft zum Einsatz kommen.“

Die Wechsel machten sich im Spiel durchaus bemerkbar, denn die Torgefährlichkeit kam den Gastgebern Mitte der zweiten Halbzeit zeitweise abhanden, sodass die Staßfurter Fans ganze fünf Minuten auf den 30. Treffer warten mussten, welchen Martin Strnad schließlich in der 48. Minute erzielte. „In so einem torreichen Spiel ist es ganz natürlich, dass es auch einmal zu einer Flaute kommt, das kann ich verkraften“, meinte Retting. Deutlich mehr ärgerten ihn hingegen die vielen Gegentore. Nachdem seine Mannschaft zuletzt zweimal nur 24 Treffer kassierte, waren ihm die 28 Gegentore gegen den Tabellenelften zu viel. „Betrachtet man den Gegner, dürfen es nicht so viele werden. Das muss in den nächsten Spielen wieder besser werden.“ Bislang war die Abwehr das Prunkstück des HV Rot-Weiss.

Doch am Ende war es Meckern auf hohem Niveau. Die Staßfurter sind erfolgreich in die Rückrunde gestartet und nach Pluspunkten mit dem am vergangenen Wochenende spielfreien Spitzenreiter SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz gleichgezogen. Nicht ohne Grund lautete Rettings abschließendes Fazit: „Die zwei Punkte sind das, was am Ende zählt. Wir wollten nicht wieder gegen einen vermeintlich leichten Gegner die Zähler liegen lassen.“