Willingen/Staßfurt l Acht anstrengende und lehrreiche Schachtage liegen hinter Mia Schwenke von der SG Einheit Staßfurt. In ihrer jungen Schachkarriere war dies nun schon die zweite Deutsche Meisterschaft, für die sie sich qualifiziert hat.

Schon Anfang Mai durfte sie sich mit ihren Schulkameraden bei den Deutschen Schulschachmeisterschaften mit den stärksten messen. Nun fanden die Deutschen Einzelmeisterschaften des Nachwuchses im hessischen Willingen statt. Dort startete sie in der Altersklasse U 10w. Auch die aktuelle Landesmeisterin Nare Khanbekyan spielte in dieser Turniergruppe mit. Somit gab es zwei Vertreterinnen aus Sachsen-Anhalt. Das Teilnehmerfeld zählte insgesamt 38 Mädchen aus allen Bundesländern.

Dass hier Schach auf hohem Niveau erwartet wurde, zeigte auch die Zeitplanung, elf Runden waren verteilt auf sieben Spieltage. Damit blieb den Betreuern des Landesverbandes um Großmeisterin Tatjana Melamed genügend Zeit, die jungen Schachtalente auf ihre Gegner optimal einzustellen. Seit einigen Jahren findet im Schachsport auch eine ausgeprägte Digitalisierung statt. Jede einzelne Partie wurde Dank moderner Technik erfasst und in einer Datenbank dem großen Publikum live zur Verfügung gestellt. Diesen Vorteil nutzten die Trainer für die Vorbereitung. Es wurden Eröffnungsvarianten einstudiert und die Spielweise der nächsten Gegner analysiert.

Auch der Trainerstab aus dem Heimatverein Einheit Staßfurt verfolgte die Partien im Internet mit großem Interesse. Was sofort auffiel war die Leistungssteigerung im Eröffnungsbereich. Mia spielte hier mit Schwarz fast immer die sizilianische Verteidigung in der Drachenvariante und mit Weiß italienisch mit c3. Durch diese beiden eher aggressiven Eröffnungen gelang es ihr oft ihre Gegnerinnen schon früh in den Partien unter Druck zu setzen.

Keine Zielvorgabe von Vereinsseite

Von Vereinsseite der SG Einheit Staßfurt gab es für Mia Schwenke keine Zielvorgaben. Die Teilnahme sollte genutzt werden, um mit Spaß und Ehrgeiz Erfahrung zu sammeln. Von der Landestrainerin wurde für das Team Sachsen-Anhalt ein 50-Prozent-Ziel ausgegeben. Da der Staßfurter Verein auf dieser Ebene noch ein Neuling war, freute es den Vorstand umso mehr, dass Mia mit 5,5 Punkten ihren Beitrag zur Zielerreichung beigetragen hat. Auch für Mia persönlich war es ein sehr erfolgreiches Kräftemessen. Ein 19. Platz und noch dazu beste Sachsen-Anhalterin war ein Ausrufezeichen für ihre sportliche Entwicklung.