Staßfurt l  Beim SV Concordia war dies vor ungefähr 20 Jahren anders. Die Ambitionen der damaligen Zeit waren eng verbunden mit dem Namen Verena Ulrich. Ein jähes Ende fanden sie mit der Schließung der Volksschwimmhalle. Um die letzte Jahrhundertwende wurde in Staßfurt die Sportart Schwimmen noch einmal sehr präsent. Und wie konnte es anders sein, ein Kind des SV Concordia (SVC) Staßfurt hatte maßgeblichen Anteil daran – Verena Ulrich.

Mit 38 Mitgliedern bildeten die Schwimmer mit die kleinste Abteilung im Gesamtverein. Schon damals war es so, dass sich eine sportliche Basis nur dann entwickeln konnte, wenn die personellen Voraussetzungen stimmen. Sprich, fachlich gut ausgebildete Trainer vorhanden sind. Und in diesem Punkt konnte der SVC punkten.

Mit Verena Ulrich, die heute Seichter heißt, stand eine Frau zur Verfügung, die für diese Aufgabe bestens qualifiziert war. Verena wurde schon in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), im damaligen Leistungsstützpunkt Staßfurt, auf eine leistungssportliche Laufbahn vorbereitet. Folgerichtig kam es 1985 auch zur seinerzeit üblichen Delegierung zum SC Magdeburg. Hier ging es für die erfolgreiche Schwimmerin weiter mit dem Sammeln von Titeln und Medaillen.

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Verenas Lieblingsdisziplinen waren Brust- und Delphinschwimmen. Und hier feierte sie über 50 Meter auch ihren größten Erfolg. Sie wurde DDR-Meisterin. Mit dieser Vergangenheit und ihren beiden Helfern Christian Schulze und Andreas Petermann im Rücken baute sie dann 1999 die Abteilung Schwimmen beim SV Concordia Staßfurt auf.

Ihre und die Zielsetzung des Vereins war es, regionale Schwimmerinnen und Schwimmer auf eine Karriere im Leistungssport vorzubereiten und in Staßfurt zumindest nationale Wettkämpfe auszurichten. Das und die Zukunft der Sportart scheiterte recht schnell an der kommunalen Struktur. Die Volksschwimmhalle in der Bodestadt war nicht für Wettkämpfe konzipiert, vor allem die Bahnen in ihrer Länger nicht wettkampfgerecht.

So blieb nur die Möglichkeit, sich anderen Zielen zu widmen. Die hießen Anfang der 2000er Jahre, die soziale Strecke – also Sport, Spiel und Spaß zu Wasser – umzusetzen. So orientierte sich das Trainerteam um und führte Aktionen wie Ferienfreizeiten, Poolpartys, Badefeste und improvisiertes Wettschwimmen durch. Wie so vieles, blieb dies alles aber eine Eintagsfliege. Denn wie so oft im Leben kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Dies galt auch für das Schwimmen in der Bodestadt. Die Volksschwimmhalle wurde im Jahr 2001 geschlossen und damit auch das Ende der Staßfurter Schwimmabteilung besiegelt. Was aus den einstigen Schwimmtalenten im Einzelnen geworden ist, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Angebot aus Aschersleben

Über 15 Jahre vergingen danach, ehe Verena 2017 vom SV Lok Aschersleben das Angebot erhielt, als Trainerin zu arbeiten. Diese nahm sie gern an. Immerhin ist die Schwimmtradition beim SV Lok groß, wird schon seit 1948 organisiert betrieben. 90 aktive Mitglieder zählt die Abteilung heute. Eine beachtliche Anzahl an Sportlern. Normalerweise trainiert Lok in der Schwimmhalle Ballhaus. Wegen dem Coronavirus und auch zum Zweck der Feriengestaltung gibt es im Moment das Angebot für die Mitglieder, im Freibad zu trainieren.

Das Trainerangebot in Aschersleben nahm Verena auch deshalb gern an, weil ihre beiden Töchter Marie (14) und Tianie (9) ebenfalls schwimmbegeistert sind. Beide zählen zu den erfolgreichsten Talenten bei Lok Aschersleben und gewannen bereits zahlreiche Titel. Auf ihren bisher größten Erfolg, eine Teilnahme an den Landesmeisterschaften, mussten die beiden wegen Corona in diesem Jahr jedoch verzichten. Das soll sich für die Zukunft ändern. Bis dahin werden sie unter der Obhut von Mutter Verena fleißig trainieren.