Zerbst/Staßfurt l Die Belohnung in Form von Würstchen wartet. Aber noch muss ein Termin gefunden werden. Was nicht so einfach ist bei so vielen Familienvätern. Die Männermannschaft vom VC 97 Staßfurt aus der Landesliga will Ende April/Anfang Mai, wenn der Frühling durchgestartet ist, eine Abschlussfeier unter freiem Himmel machen. „Vielleicht fahren wir auch irgendwo hin“, wie Trainer Michael Frost sagt. Aber die Feinjustierung steht noch an.

Fakt ist: Verdient haben sich die Staßfurter eine zünftige Abschlussfeier samt Grillfest allemal. Am Sonnabend stand in Zerbst der Abschlussspieltag an. Da gab es zwar eine 1:3 (-26, -21, 22, -24)-Niederlage gegen die Altmark Volleys, weil die 97er aber danach den direkten Konkurrenten USC Magdeburg IV mit 3:1 (-23, 19, 22, 17) besiegten, beendete der VC 97 die Saison auf Rang drei. Aufgrund der mehr gewonnenen Spiele behielt Staßfurt die Oberhand gegen den USC IV bei Punktgleichheit. „Ich bin super stolz auf die Jungs. Das war eine sehr, sehr angenehme Saison. Ich bin sehr zufrieden. Das ist mehr, als ich angenommen hatte“, freute sich Frost.

Und der Abschlussspieltag am Sonnabend war auch noch einmal eine Blaupause der Saison. Die spielerische Weiterentwicklung wurde anschaulich demonstriert. So waren die Staßfurter gegen die Altmark Volleys wie schon im Hinspiel nah dran. „Das ist sehr erfreulich“, so Frost. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es erst das zweite Jahr ist, in dem aus zwei Mannschaften eine geformt wurde. Und in Anbetracht der Tatsache, dass in Zerbst wieder nur zehn Spieler dabei waren. Vier Spieler waren angeschlagen. „Da mussten wir improvisieren.“

Andreas Trümper zurück

Nur gut, dass Andreas Trümper wieder mit an Bord war. Frosts „Universalspieler“ musste aus gesundheitlichen Gründen lange passen, am Sonnabend durfte er im Mittelblock wieder seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Und die wieder neu formierte Mannschaft machte es gut. Im ersten Satz hatte Staßfurt vier Punkte Vorsprung, auch im zweiten Satz waren die 97er dran. „Dann gab es aber ein paar Fehler zu viel“, sagte Frost. Beide Durchgänge gingen weg.

Als der Trainer vor dem dritten Satz wie abgesprochen Christian Zuck als Zuspieler herausnahm, um „ihn zu schonen für das zweite Spiel“, kam Staßfurt zum ersten Satzgewinn. Im vierten Satz lagen die Bodestädter mit 22:19 vorn, jedoch war „Altmark präsenter in den entscheidenden Phasen. Aber es war ein schönes Spiel.“

Weil der USC Magdeburg IV danach die Altmark Volleys mit 3:1 schlug, wusste Staßfurt: Es müssen drei Punkte im direkten Duell her für Platz drei. Frost beeindruckte, wie das Team mit dieser Situation umging. Zuck rotierte in die Mannschaft zurück, auf der Liberoposition rutschte Carsten Klee für Daniel Wunderlich ins Team. Der erste Satz war noch durchwachsen. Danach musste der VC 97 eine „Abwehrschlacht“ durchstehen, in der Magdeburg „uns demoralisiert hat. Wir haben drei bis vier Anläufe gebraucht, um den Ball tot zu machen. Aber ich bin ruhig geblieben, weil ich wusste, dass die jungen Magdeburger dieses Niveau nicht über zwei Stunden halten können.“

Frost behielt Recht. Der USC IV baute ab, brachte die Angriffe nicht mehr durch. Staßfurt hatte sich zudem darauf eingestellt, dass der USC IV viel „über Position vier“, also über außen gespielt hatte. So gingen die nächsten drei Sätze an den VC 97. Der Sieg und der dritte Platz waren eingetütet.

Wie es nun weiter geht? Pause ist noch nicht. „Wir werden bis in den Mai noch weiter trainieren“, verriet Frost. Damit die erfolgreichen Familienväter im Saft bleiben. Schließlich stimmt ja auch die Teamchemie. Training heißt nicht Belastung, sondern willkommene Abwechslung vom Alltag bei den Landesliga-Volleyballern vom VC 97 Staßfurt. „Wir sind in der Liga eine der ältesten Mannschaften“, so Frost. Doch die Oldies haben sich prima geschlagen. Besser als gedacht.