Mit positivem Punktverhältnis auf dem fünften Platz in die weihnachtliche Punktspielruhe gehen? Das gab es in den letzten drei Jahren in der höchsten Handball-Spielklasse von Sachsen-Anhalt für Seehausens Frauen nicht. Stets hatten sie später aufzuholen. Diesmal ist das anders.

Seehausen l Zweifellos ist ein Knoten geplatzt bei den Seehäuserinnen. Sie haben sich im Verlauf der mehr als drei Jahre im Handball-Oberhaus von Sachsen-Anhalt gesteigert.

Wenn man sich Bilder des Auftretens der Mannschaft vor Augen hält, dann das: Speziell in der ersten Saison in der damals noch Oberliga genannten Spielklasse, konnte man bisweilen auch mal einen aufgeschreckten Hühnerhaufen auf dem Spielfeld erleben, so nervös waren die meist blutjungen Spielerinnen.

Ein zweite, ausgesprochen schwierige Phase hatten die Altmärkerinnen in der ersten Halbserie 2010/11, als sich Führungsspielerin Bianca Braune im Babyjahr befand, zu meistern. Da drehte die Mannschaft erst so richtig auf, als Bianca Ende 2010 und in der gesamten Rückrunde wieder zur Verfügung stand.

Doch genau diese Phase war mitentscheidend für die nachfolgende positive Entwicklung, denn hier mussten die anderen Spielerinnen Verantwortung zeigen. Sie waren gezwungen, damit umzugehen und sammelten so besonders wertvolle Erfahrungen.

Der Aufwärtstrend war förmlich spürbar, was Trainerin Anja Wachholz natürlich zuerst bemerkte. Daher auch ihre optimistische Prognose vor Saisonbeginn: "Wir wollen einen Mittelfeldplatz belegen und in der ersten Halbserie zehn Pluspunkte auf dem Konto haben." Jetzt sind es bereits elf Zähler, und im Januar folgen noch zwei Partien (Schönebeck auswärts, das Heimspiel gegen Schönebeck ist erst am 5. Mai, sowie Oebisfelde daheim).

In den bisherigen Partien haben die Seehäuserinnen neben richtig starken Leistungen (daheim gegen Weißenfels mit Betreuer Matthias Spöttle auf der Bank), aber auch solche geboten, in denen Punkte verschenkt wurden (bei TuS Magdeburg und in Dessau).

Im Einzelnen gibt es natürlich zwei Akteurinnen, die im SG-Team durch ihre Angriffsstärke stark auffallen, Bianca Braune (u. a. 82 Tore) und Johanna Willing (85). Sie ragen aber nicht mehr so deutlich heraus, weil andere Spielerinnen wie insbesondere Katja Steinke, Christin Kracheel und Franziska Bäse sich besonders positiv entwickelt haben.