Stendal l  Zum 85. Geburtstag des Fußballs in Tangermünde war unter anderen der Hamburger SV (derzeit 2. Bundesliga) in der Kaiserstadt zu Gast.

Auch der FC Schalke 04 gab sich die Ehre und spielte 1999 bei Lok Stendal. Bereits 1997 war der amtierende Deutsche Meister FC Bayern München in Wittenberge zu Gast.

1992: Hamburger SV in Tangermünde

Zum 85. Geburtstag des Vereins hatten die Tangermünder Fußballer den Hamburger SV zu Gast. Die damaligen Bundesligisten siegten am Ende 7:1. Die Tore für den HSV erzielten Nando, der doppelt traf, Spörl, Dammeier, von Heesen, Emerson und Eckel. Vor etwa 1900 Zuschauern erzielte Peter Weidemann mit einem wunderschönen Kopfballtreffer das Ehrentor für Saxonia.

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Trainer der Hamburger war 1992 Egon Cordes. Um ihn gibt es eine nette Anekdote. Er sah eine überlegene Bundesliga-Mannschaft, aber einer funkte ständig dazwischen. Interessiert machte sich Cordes an Tangermündes damaligen Vorsitzenden Günter Giemsch heran. „Wer ist denn eure Nummer sechs, der ist ja klasse.“ Die Antwort des Saxonia-Chefs verwunderte Cordes: „Jürgen Dobberkau, 37 Jahre alt und unser Trainer. Den könnt ihr nicht kaufen.“

1997: Bayern München in Wittenberge

Der Deutsche Meister der Saison 96/97 gab in der Prignitz seine Visitenkarte ab. Unter den vielen Zuschauern (etwa 7500) waren auch jede Menge Altmärker. Der Gastgeber Veritas Wittenberge hatte sich ein genaues Programm ausgetüftelt. Doch dann lief vieles daneben. Ein polnischer LKW war schuld. Er verursachte auf der Autobahn Hamburg-Berlin einen Stau. Mittendrin stand der Bus der Bayern. Die Zuschauer mussten fast eine Stunde warten, bis der Anpfiff unter Flutlicht vollzogen werden konnte .

Die Bayern, die viele Stars dabei hatten: Matthäus, Nerlinger, Scholl, Rizzitelli, Zickler, Elber, Fink oder Jancker, zeigten dann aber ihr Können. Bis zur Pause stand es 6:2, am Ende hieß es 15:2.

1999: Schalke 04 in Stendal

Eine etwas skurrile Anreise hatte auch der FC Schalke 04 bei seinem Gastspiel in Stendal. Die war richtig spektakulär.

Hubschrauber landen auf der Spielfläche

Eigentlich sollten die Knappen aus dem Ruhrgebiet in Stendal-Borstel auf dem Flugplatz landen. Sie bekamen aber aufgrund der schlechten Sicht keine Landeerlaubnis. Die Mannschaft aus Gelsenkirchen musste nach Berlin ausweichen. Von da aus wurde Schalke mit drei Helikoptern nach Stendal gebracht. Alle drei Hubschrauber landeten spektakulär auf dem Spielfeld im Hölzchen. Um die ganze Sache noch zu steigern: Als Erster stieg Kapitän Olaf Thon aus dem Hubschrauber.

Das Spiel fing eine Stunde später an, aber den Zuschauern wurde es nicht langweilig, Carlo von Tiedemann, Moderator beim NDR, unterhielt die Fans prächtig. Das Spiel war dann weniger spektakulär. Kevin Nethe im Stendaler Tor foulte Schalkes Michael Gossens, der dann verletzt vom Platz musste. Den Elfmeter, gepfiffen von Bernd Heynemann, verwandelte Ingo Anderbrügge zum 1:0 (2.) für Schalke.

Das wars. Die Gäste bestimmten zwar weiterhin das Spielgeschehen, schossen aber gegen die von Libero Dirk Grempler („Außer dem Fehler zum Anfang war ich mit dem Spiel zufrieden. Ich hätte es gern gesehen, wenn wir auch ein Tor erzielt hätten“) umsichtig dirigierte Abwehr kein Tor mehr.

Die Zuschauer gingen gut gelaunt nach Hause, die Show wurde zu Beginn geboten: wann landen schon einmal drei Helikopter auf dem Spielfeld im Hölzchen.