Volksstimme-Mitarbeiter Uwe Meyer hat sich mit dem Vorsitzenden unterhalten.

Volksstimme: Seit wieviel Jahren sind Sie jetzt Vereinsvorsitzender in Möringen?

Frank Berr: Das ist jetzt meine vierte Amtszeit. Ich bin seit 2008 Vorsitzender. Auf diesem Weg möchte ich mich bei meinen langjährigen Mitstreitern bedanken.

Haben Sie vorher schon eine Tätigkeit im Vorstand ausgeübt?

Von 1986 bis 1996 habe ich unter Martin Uhlitzsch schon Mal im Vorstand gearbeitet.

Wie viel Jahre sind Sie Mitglied im Verein?

Ich bin eigentlich Wahrburger. Bin jetzt seit 1982 Mitglied im Verein.

Sie waren früher selbst Fußballer. Was waren ihre Stationen?

Ich habe unter Manfred Voigt und Siegfried Tröger begonnen Fußball zu spielen und bin den kompletten Nachwuchs bei Lokomotive Stendal gewesen. Im Herrenbereich bin ich dann nach Wahrburg gewechselt, habe dort in der Bezirksklasse unteranderem mit Hansi Abrams gespielt. 1982 bin ich dann nach Möringen gegangen, wo Siegfried Grohs und Achim Weingart meine Trainer waren. Mit 33 Jahren habe ich aufgehört.

Was waren ihre größten sportlichen Erfolge?

Ich war eher ein Fußball-Arbeiter, bin aber fast immer unter den ersten elf gewesen. Sportliche Erfolge gab es nicht so viel. Im Nachwuchs bin ich einige Male Torschützenkönig gewesen. Und der Aufstieg mit Möringen von der Bezirksklasse in die Bezirksliga ist noch zu nennen.

Was waren in ihrer Amtszeit als Vereinschef die schönsten Momente und wichtigsten Projekte?

Die Aufstiege unter anderem mit Olaf Harfenmeister wo wir den Durchmarsch von der Kreisoberliga in die Landesliga geschafft haben. Stolz bin ich auch auf die Flutlichtanlage und die Barriere auf unserem Hauptplatz, die während meiner Amtszeit errichtet wurde.

Gab es auch negative Erlebnisse und schwierige Situationen die Sie bewältigen mussten?

Natürlich gab es das. Der Abstieg aus der Landesliga 2014. Da mussten wir einiges abfangen und aufpassen, dass nicht einiges auseinander bricht. Wenn wir uns von einen Trainer trennen mussten. Dies habe ich auch immer ungern gemacht. Zudem hat uns der Sturmschaden 2014 wirtschaftlich und finanziell ziemlich zurückgeworfen. Nur dank der Unterstützung von zahlreichen Mitgliedern, Helfern und Sponsoren haben wir gemeinschaftlich die schwierige Lage bewältigt.

Aproppos Trainerentlassung: Der Verein hat sich vor einigen Tagen von Trainer Philipp Dieckmann getrennt. Was waren die Gründe?

Wir wollen uns dazu eigentlich nicht groß äußern. Für uns gab es Anzeichen, dass es zwischen der Mannschaft und dem Trainer nicht mehr gepasst hat. Wir haben uns einvernehmlich getrennt. Dabei wollen wir es belassen. Es war eine gemeinsame Entscheidung von mir und der sportlichen Leitung.

Das Coronavirus hat Deutschland, viele Teile Europas und der ganzen Welt nahezu zum Stillstand gebracht. Was sagen Sie zur momentanen Lage?

So etwas habe ich natürlich noch nicht erlebt. Man muss sehen, wie alles überhaupt weiter geht. Jeden Tag gibt es eine neue Lage oder Verbote. Wir können da einfach nur abwarten. Auf jeden Fall steuern wir auf eine schwierige Situation zu, deren Ausmaße keiner kennt.

Glauben Sie daran, dass diese Spielzeit vernünftig zu Ende gebracht wird?

Ich glaube nicht, dass wir vorläufig wieder Fußball spielen. Ich bin der Meinung, dass die Saison abgebrochen werden sollte. Alle Spiele sollten annuliert werden und dann wieder von vorne begonnen werden. Ich möchte nicht in der Haut der Funktionär stecken. Es wird irgendwann eine Entscheidung fallen, die wir alle akzeptieren müssen.

Findet in den nächsten Tagen ein regelmäßiger Trainingsbetrieb statt?

Das passiert alles auf freiwilliger Basis und wir müssen natürlich auch die weitere Entwickling abwarten. Wir bieten Training an. Jeder Spieler muss das für sich entscheiden und bei unserem Nachwuchs die Eltern.

Wie ist der Verein beim Nachwuchs aufgestellt?

Ich sehe uns da sehr gut auf gestellt. Wir haben beim Fußball vier Mannschaften im Spielbetrieb auf Kleinfeld. Die Trainer sind engagiert bei der Sache, wofür ich nur den Hut ziehen kann. Jetzt ist unser Ziel auch wieder eine Großfeldmannschaft zu stellen, um sie später bei den Herren zu integrieren.

Welche Sportarten und Sektionen gibt es noch im Verein?

Es gibt zwei Tischtennismannschaften die im Spielbetrieb sind. Zudem gibt es eine Abteilung Volleyball, wo zwei Teams freizeitmäßig aktiv sind. Außerdem haben wir noch zwei Frauengymnastikgruppen.

Nun feiert der Möringer SV sein 100-jähriges Jubiläum. Wie weit sind hier die Vorbereitungen und haben sie Angst, dass sie alles absagen müssen?

Der Termin für die Festsitzung ist der 27. Juni. Eingebunden zuvor ist eine Sportwoche. Wir sind bereits am überlegen zwecks einer Verschiebung zu einem späteren Zeitpunkt. Wir wollen auf jeden Fall in diesem Jahr unsere Jubiläumsfeier durchführen.

Welche Ziele haben sie in ihrer nächsten Amtszeit?

Wir möchten unser großes Projekt den Bau eines Kunstrasenplatzes hinbekommen. Sportlich wollen wir Wert auf unsere sehr gute Nachwuchsarbeit legen, um einen guten Unterbau zu haben und mit dem Herrenteam uns in der Landesliga etablieren. Das wird eine schwere Aufgabe. Zudem möchte ich natürlich auch nicht unsere anderen Abteilungen Tischtennis, Volleyball und die Gymnastikgruppen der Frauen vergessen. Die haben genauso meine volle Unterstützung und können sich bei Problemen jederzeit an mich wenden.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Tage und Wochen?

An erster Stelle wünsche ich mir, dass wir alle gesund bleiben und gemeinsam durch diese schwierige Zeit in allen Bereichen kommen. Der Sport tritt jetzt in den Hintergrund.