Volksstimme: Nach fünf Jahren Abstinenz kehren Sie damit zum KFV zurück. Vormals waren Sie Staffelleiter im Herrenbereich, jetzt haben Sie den Vorsitz im Jugendausschuss übernommen. Wie kam es dazu?

Axel Junker: Ich wurde gefragt, ob ich in dem neuen Vorstand mitarbeiten würde. Dass es einen großen Umbruch im KFV-Vorstand geben wird, war ja lange bekannt. Mir wurde von Michael Müller und Christoph Blasig der Vorsitz im Jugendausschuss angeboten. Vielleicht auch, weil ich die vergangenen Jahre bei Post Stendal im Nachwuchsbereich tätig war.

Wovon haben Sie Ihre Zusage abhängig gemacht?

In erster Linie war für mich wichtig, dass alle Staffelleiter weitermachen und mit mir als Vorsitzenden auch einverstanden sind. Zudem habe ich im Vorfeld Mike Rübe, Thomas Podas, Thomas Hoja, Björn Kleinschmidt und Steffen Lenz angeboten, dass auch einer von ihnen den Vorsitz übernehmen kann. Da sie sich aber zum Teil in ihren Vereinen auch als Übungsleiter, Schiedsrichter und Funktionsträger engagieren, bestand kein Interesse.

Hat Sie aufgrund des Themenfeld-Wechsels das Votum für Sie überrascht? Wie interpretieren Sie das klare Ergebnis Ihrer Wahl für sich?

Das Ergebnis interpretiere ich gar nicht. Es gab keinen Gegenkandidaten und damit für die Vereinsvertreter auch keine Wahl-Alternative. Wie bei allen weiteren Kandidaten auch.

 

Wie verliefen Ihre ersten Tage nach dem Verbandstag im neuen Amt?

Es gab jede Menge Versammlungen. Die neue Saison und die Pokalspiele der alten Serie sowie die Rahmenterminpläne, Spielpläne und Staffeltage mussten vorbereitet werden, Aufgaben im Vorstand waren zu verteilen, Pokalrunden und Hallen-Kreismeisterschaften zu planen, und vieles mehr.

Wo sehen Sie nun Ihre Hauptaufgaben im Vorstand?

Die Interessen des kreislichen Nachwuchses zu vertreten.

Welche Ziele haben Sie sich in der Ausschussarbeit gesteckt?

In Zusammenarbeit mit den Vereinen und auf der Grundlage der Satzungen den Spielbetrieb zu organisieren und ohne Vorfälle über die Bühne zu bringen.

Am Freitag steht Ihr erster öffentlicher Auftritt in neuer Funktion beim Staffeltag an. Wird es hier schon Veränderungen für die Vereinsvertreter geben?

Gravierende Veränderungen gibt es keine. Erstmals werden zu Beginn des neuen Spieljahres noch Pokalspiele der alten Saison ausgetragen. Viele Landes- und Kreisverbände haben die Pflichtspiele der Saison 2019/2020 coronabedingt komplett abgeblasen. Im KFV Altmark-Ost werden die Pokalspiele noch ausgetragen. Ob das eine kluge Entscheidung war, wird man hinterher wissen. Grundsätzlich müssen wir aber auch in der Saison 2020/2021 die Corona-Pandemie im Auge behalten. Wer denkt, es wird eine Saison nach Corona, der irrt. Es wird eine Saison mit Corona und keiner kann die Entwicklung voraussagen. Jeder Verein wird gut beraten sein, im Spielbetrieb die Gesundheit vor den Fußball zu stellen. Wobei: die neue Spielzeit haben wir mit dem Blick auf den Rahmenterminplan und die Spielpläne jetzt natürlich erst einmal so vorbereitet, als würde uns die Corona-Krise nicht beeinflussen.

Gibt es vielleicht doch einige Änderungen, die Sie heute schon verkünden wollen?

Dass ab dieser Saison der digitale Spielerpass zum Einsatz kommt, ist nichts Neues. Darauf konnten sich die Vereine seit über einem Jahr vorbereiten. Wenn zum Beispiel von einem Spieler kein Foto hinterlegt ist, auf dem er eindeutig zu identifizieren ist, dann ist er nicht spielberechtigt. Da gibt es ab sofort keine Ausreden mehr. Als Jugendausschuss haben wir zuletzt festgelegt, dass der Einsatz eines Spielers aus einer Talenteliga-Mannschaft im Spielbetrieb des KFV Fußball Altmark-Ost nicht zulässig ist. Damit verhindern wir Wettbewerbsnachteile bei den D-Junioren im Kreis.

Gibt es ein Thema, bei dem Sie sich persönlich für eine Änderung einsetzen wollen?

Im Jugendausschuss wird für Änderungen immer eine Mehrheit notwendig sein. Da interessieren meine persönlichen Ansichten erst einmal gar nicht. Was mich aber in den vergangenen Jahren stört, betrifft zum Beispiel die Spielwertungen in der Fair-Play-Liga bei den F-Junioren. Es soll keine Ergebnisse geben, keine Sieger und Verlierer. Bei den F-Junioren gibt es aber auch Pokalspiele und Hallen-Kreismeisterschaften. Die funktionieren nur mit Siegern und Verlierern. Das passt nicht. Da kommt es mir immer so vor, dass sich Funktionäre im Bund und im Land Reformen ausdenken, diese aber nicht bis zu Ende denken. Und was mir grundsätzlich gegen den Strich geht, wenn Kinder in Pflichtspielen gegen zum Teil drei Jahre ältere Kinder spielen müssen. Lässt sich bei Teams, die „ohne Wertung“ spielen, nicht ganz verhindern. Aber da gibt es ja auch schon einige Einschränkungen.

Sie sind auch beim Post SV Stendal im Nachwuchs engagiert. Bekommen Sie beide Ehrenämter unter einen Hut?

Ich engagiere mich auch noch in einem Stendaler Förderverein. Wenn da irgendwann mal irgendetwas nicht mehr unter den Hut passt, muss ich es aufgeben. Die Wahl zum Ausschuss-Vorsitzenden geht zum Beispiel zu Lasten von Post Stendal. Da mache ich künftig weniger.