Stendal l Hat das auch finanzielle Auswirkungen auf unsere Sportvereine? Die Volksstimme hat nachgehackt.

Nachdem sämtliche Ligen von europäischer Ebene bis hin zur Kreisklasse aussetzen, werden im Profibereich immer mehr Stimmen laut, wonach die Existenz der „Vereine“ – die zumeist als Wirtschaftsunternehmen fungieren – in Gefahr sei. Aus dem Kreis der 36 Profiklubs der Deutschen Fußball Liga (DFL) werden Fragen nach Solidarität aufgeworfen. Große Klubs mit vorhandenen Rücklagen sollen den bedrohten Vereinen finanziell unter die Arme greifen. Das stößt allerdings nicht bei allen Beteiligten auf Zuspruch. Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, sprach von Konkurrenz und griff die Solidarität der Liga damit an, was heftigen Gegenwind auslöste.

Vereine sind finanziell abgesichert

In unseren Vereinen auf Kreisebene wird das Thema im Moment noch mit notwendiger Gelassenheit angegangen. „Es findet derzeit kein Spielbetrieb statt, weswegen auch grundsätzlich keine Ausgaben generiert werden. Dadurch werden auch keine weiteren Kosten verursacht, weil keine Vorbereitungen zum Spieltag oder gar Wäsche danach anfällt“, sagt Rico Goroncy, Präsident des Post SV Stendal.

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Goroncys Pendant beim SV Preussen Schönhausen, Steffen Braunschweig, sieht das ähnlich: „Wir dürften in der Summe keine Probleme bekommen, da unsere laufenden Kosten durch die Mitgliedsbeiträge auch gut gedeckt sind.“ Marco Lust, Vorsitzender des VfB Elbe Uetz, sieht neben den sich aufhebenden, fehlenden Einnahmen und Ausgaben eher die soziale Komponente, die auf der Strecke bleibt: „Unsere Heimspiele und Aktivitäten sind ein gesellschaftlicher Treffpunkt für die Menschen aus dem Ort und der Umgebung, der nun zunächst einmal fehlt. Damit bleibt aber auch die Vereinsarbeit auf der Strecke.“

Etwas anders ist die Meinung mit Blick auf die Sponsoren. „Wir hoffen, dass die Werbepartner auch weiterhin ihre Werbetafeln planmäßig zahlen können, denn in der Wirtschaft wird es ja zunehmend schwerer“, so der Post-Chef.

Vielerorts sind die Worte Existenzbedrohung und Kurzarbeit bereits verbreitet. Die Menschen und damit auch die Unternehmen sind verunsichert, was den Abschluss neuer Kooperationen sicher schwierig gestalten lässt.

Vereinsveranstaltungen sind in Gefahr

Die größte Sorge haben die örtlichen Vereine aber mit Blick auf geplante Veranstaltungen außerhalb des regulären Spielbetriebs, die zumeist für finanzielle Entlastung in den Klubkassen sorgen. Neben dem Möringer SV  feiern auch andere Vereine, wie beispielsweise der Schinner SV „Eintracht“ in diesem Jahr ein Jubiläum. Ob diese zu den geplanten Terminen überhaupt stattfinden können, steht derzeit in den Sternen.

Hoffen auf ein normales Leben

„Ich kann nur mit Blick auf unsere geplanten Aktivitäten, die Pokalendspiele der Junioren im Juni hoffen, dass wir bis dahin wieder ein normales Leben haben. Ansonsten wird es nichts oder gerade deshalb sollte man jetzt vielleicht sogar schon erklären, weil wir nicht wissen wie es in vier bis sechs Wochen aussieht, dass wir alles ausfallen lassen. Denn ich als austragender Verein kann keine Maßnahmen vorbereitend treffen, um dadurch ggf. bei Absage einen finanziellen Nachteil zu erlangen“, sagt Rico Goroncy. Ähnlich ist es auch in Schönhausen: „Schmerzlich würde es schon werden, wenn wir im Juni nicht die Versorgung des großen Reitturniers in Schönhausen aufgrund Absage übernehmen könnten“, so Steffen Braunschweig. Doch bis dahin sieht er noch etwas Zeit, um nötige Entscheidungen zu treffen.