Stendal l Und da unten in der Tabelle stehen die Stendaler gemeinsam mit alten Bekannten. Mit fünf Punkten wie die Stendaler sind Brandenburg Süd (17. Platz) und Seelow mit sechs Punkten (15. Platz) ganz unten dabei. Bis zum Nichtabstiegsplatz sind es fünf Punkte. Also viel geändert hat sich für die Stendaler nicht.

In Berlin zeigten die Lok-Kicker 60 Minuten eine gute Leistung, die für einen Sieg gereicht hätte. Nach den Spielen gegen Brandenburg und zu Hause gegen Blau-Weiß Berlin waren diese 60 Minuten eine erneute Steigerung.

Lok verpasst sich zu belohnen

Dass es am Ende nicht für den Sieg oder zumindest einen Punkte reichte, hatte verschiedene Gründe. Zum Ersten machten die Stendaler nicht den dritten Treffer, als sie das Spiel im Griff und Chancen hatten.

Zum Zweiten schien die Kraft nach dem intensiven Anlaufen über 60 Minuten zu schwinden. Zum Dritten kann Jörn Schulz Ausfälle aus der Stammelf wie Steven Schubert oder Philipp Groß von der Bank nicht eins-zu-eins ersetzen. Zum Vierten fielen die Gegentore auch wirklich unglücklich. Wobei das der Grund ist, der wohl am wenigsten zählt.

Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass Stendal in den letzten drei Spielen am Sieg geschnuppert hat und nur zwei Punkte geholt hat. Aber es fehlte eigentlich nur der letzte Schritt zum Erfolg. Vielleicht kommt die Pause für die Stendaler gerade zu pass.

Unter dem Vorzeichen der Corona-Zwangspause stand auch die Pressekonferenz auf der schmucken Stegelitzer Sportanlange. Stern-Trainer Andreas Thurau und Jörn Schulz waren sich einig, dass die Pause zum Schutze der Gesundheit gerechtfertigt sei.

Thurau merkte aber an, dass er es nicht verstehe, warum Training ohne das Benutzen der Sozialräume nicht möglich sei. Zum Spiel seiner Mannschaft sagte er: „In der Halbzeit haben wir umgestellt. Die Spieler haben gesagt, dass sie sich mit dem anderen System wohler fühlen. Da muss man als Trainer auch mal drauf hören. Und dann haben wir mal wieder einen Torjäger gehabt, der vorn die Buden macht.“

Vorstand hält zu Jörn Schulz

Jörn Schulz sagte: „Wir haben in der ersten Halbzeit richtig guten Fußball gespielt. Wir haben Steglitz überrascht, sind hoch angelaufen, waren aggressiv und haben uns Chancen erspielt. Wir gehen dann unglücklich in Rückstand. Ich stand ganz gut, für mich war das klar Abseits. Aber wir machen dann weiter, spielen gut Fußball und schießen zwei verdiente Tore. Wir haben in der Halbzeit besprochen, dass Stern wütend aus der Kabine kommt. Mir ist es unerklärlich, warum meine Mannschaft dann aufhört Fußball zu spielen.“

Kurzeitig platzte Jörn Schulz dann der Kragen, als er von einem Berliner Journalisten gefragt wurde, ob er um seinen Job bangen würde. „Auf so eine dumme Frage antworte ich nicht“, war seine erste Reaktion. Im Nachgang erklärte auch Lok-Präsident Thomas Weise dem Berliner Journalisten unter vier Augen, dass in Stendal der Vorstand hinter dem Trainer steht. Neben ihm waren auch Torsten Pfeiffer und Guido Klautzsch mit einer guten Handvoll Fans vor Ort, um der Mannschaft den Rücken zu stärken.

Nach dem Spiel ging der Vorstand zu den Spielern in die Kabine, um mit der Mannschaft zu sprechen. „Da ging es auch um das Thema Geld. Wir haben den Spielern gesagt, dass die jetzige Spielpause für sie keine finanziellen Auswirkungen haben wird. Wir haben in den letzten Monaten gut gearbeitet und wollten den Spielern, die mit dem Geld auch wirklich planen, Sicherheit geben“, sagte Thomas Weise dazu.

Nachdem in Stendal alle Sportanlagen geschlossen sind, heißt es für die Mannschaft jetzt erst einmal Wunden lecken und den Kopf frei bekommen. Wann wieder Training und Spiele stattfinden dürfen, steht in den Sternen. Klar ist aber auch, dass nach vier Wochen Trainingspause nicht sofort mit dem Spielbetrieb wieder angefangen werden kann.