Wernigerode l Bei der deutlichen 7:15 (1:4, 1:7, 5:4)-Niederlage gegen den MFBC Leipzig stellten die Teufel erst im letzten Drittel unter Beweis, dass sie mit ihrem jungen Team durchaus mithalten können. Phasenweise fehlt es einfach nur an Selbstvertrauen.

Gastgeber ohne Chance

Vor 211 Zuschauern waren die Rollen klar verteilt: Der amtierende Deutsche Meister MFBC Leipzig hatte in der Tabelle die bessere Ausgangsposition und war auch indidividuell stärker besetzt. Die Red Devils waren zwar hochmotiviert, agierten aber lange Zeit mit zu viel Respekt vor dem Gegner. Erst als das Spiel beim Stand von 2:11 nach dem zweiten Drittel bereits verloren war, bäumte sich die junge Wernigeröder Mannschaft auf und konnten den Schlussabschnitt mit 5:4 für sich entscheiden. Dieser Kampfgeist wurde von Fans und Zuschauer mit stehenden Ovationen honoriert.

„Das letzte Drittel macht viel Hoffnung für die nächsten Spiele. Wir haben es leider nicht geschafft, diese Leistung über das gesamte Spiel abzurufen. Unser junges Team hatte vor allem in der Anfangsphase sehr viel Respekt vor dem Gegner und dann im zweiten Abschnitt sehr mit dem hohen Druck der Leipziger zu kämpfen. Gegen derart starke Mannschaften müssen wir erst die nötige Routine und Cleverness entwickeln. Doch das kommt nur mit der entsprechenden Spielpraxis und Erfahrung und daran arbeiten wir“, so Trainer Ralf Lisiecki.

Kastner erzielt erstes Bundesliga-Tor

Die Red Devils gerieten im Verlauf des ersten Drittels mit 0:4 in Rückstand, bevor Vojta Krupička den ersten Treffer für die Hausherren erzielte. Im zweiten Abschnitt erhöhten die Leipziger massiv den Druck, eroberten viele Bälle in der gegnerischen Hälfte und bauten die Führung auf 11:2 aus.

Ungeachtet dessen zeigten die Red Devils im Schlussdrittel eine kämpferische und leidenschaftliche Reaktion. Der frisch eingewechselte Lukas Kastner traf mit seinem ersten Bundesliga-Tor zum 3:11, nach einem weiteren Gegentor verkürzten Paul Sundt und Vojta Krupička (2) binnen 94 Sekunden auf 6:12. Nach drei weiteren Toren des MFBC ließ Justin-Leon Tropschug 85 Sekunden vor Schluss den letzten Treffer zum 7:15-Endstand folgen und gestaltete damit zumindest das Schlussdrittel positiv.

Schon am Sonnabend geht es mit dem Gastspiel beim unmittelbaren Tabellennachbarn Berlin Rockets weiter. Auch in diesem Schlüsselspiel für den weiteren Saisonverlauf wird das junge Team um Devils-Coach Ralf Lisiecki wieder alles in die Waagschale werfen.

Statistik

Red Devils: Nilsson, Stroinski - Bothe, Krupicka, Charlet, Sundt, Kastner, Bandrock, Tropschug, Andersson, Mennigke, Selzer, Hellmund, Kastner;

Torfolge: 0:1 Stanislav Kanta (1:02), 0:2 Ville Pousi (4:13), 0:3 Samuli Granlund (5:07), 0:4 Mark-Oliver Bothe (6:50), 1:4 Vojta Krupicka (13:37), 1:5, 1:6 Erik Schuschwary (20:53, 22:07), 1:7 Samuli Granlund (28:50), 1:8 Ville Pousi (31:33), 2:8 Sebastian Mennigke (31:51), 2:9 Matthias Böthgen (37:40), 2:10 Mark-Oliver Bothe (38:56), 2:11 Samuli Granlund (39:42), 3:11 Lukas Kastner (44:36), 3:12 Ville Pousi (45:33), 4:12 Paul Sundt(47:02), 5:12, 6:12 Vojta Krupicka (48:21, 48:36), 6:13 Ville Pousi (51:23), 6:14 Mark-Oliver Bothe (54:51), 6:15 Samuli Granlund (56:46), 7:15 Justin-Leon Tropschug (58:45).